Re: Wichtiger Beitrag für alle Männer (off Topic)

Jan-Gerd, Tuesday, 04.02.2003, 21:45 (vor 8469 Tagen) @ Hes

Der Autor trägt zunächst seine Sicht der Dinge vor. Ob er "dialogbereit" ist, kannst Du daraus wohl kaum ableiten. Wie kommst Du zu der Einschätzung?
Wenn ich dialogbereit bin und andere für meine Position gewinnen möchte, habe ich es nicht nötig, die "Gegenseite" anzugreifen. Ich versuche, die "Gegenseite" zu überzeugen, anhand von sachlichen, nicht beleidigenden Beispielen, in Pro und Contra Gegenüberstellungen, mit Statistiken und Umfragen, historischen Hintergründen und Prognosen, eigenen Erfahrungswerten usw. zu überzeugen (nicht zu überreden!).

<font color="blue">Vielleicht sieht der Autor als Adressat ja gar nicht die "Gegenseite", sondern will durch diesen "Angriff" die Männer ansprechen? Oder die Gegenseite kann gar nicht mehr überzeugt werden, weil nicht eine gerechte Welt, sondern nur ihr eigener Vorteil ihr Ziel ist und ihr die Falschheit ihrer eigenen Position durchaus bewußt ist?

Auch wenn ich den "Gegner" scharf angehe, schließt das die Dialogbereitschaft noch lange nicht aus. Oftmals muß man etwas schärfer rangehen, wenn man etwas erreichen will.

Der Autor führt sehr viele Beispiele auf. Und warum soll er nicht auch Thesen in die Diskussion einwerfen, ohne sie eingehend zu "beweisen"? Er schildert seine Sicht der Dinge, darüber kann man dann - sicher auch mit ihm - diskutieren. </font>

Folgende Textstellen zeigen deutlich, daß der Autor nicht den Dialog sucht, sondern nur in provokativer Weise seine Meinung kund tun möchte:
"Das Einfallstor war zunächst die Familienpolitik, ein Eldorado der Verwandlung von Familien- in Fraueninteressen, weil Männer sich nicht dafür interessierten. Auch für die Funktionärinnen der Frauenpolitik mußte es jedoch – ähnlich wie für Gewerkschaftsfunktionäre - zum Lebensgesetz werden, immer neue geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu finden, zu lancieren, zu skandalisieren. Geschlechtsneid als professionelle Tugend."

Bereits die abfällige Art, in der der Autor von der Vergangenheit, dem Beginn der Gleichberechtigungsbewegung, spricht, macht doch deutlich, daß er es überhaupt nicht erst soweit kommen hätte lassen und den Ansatz, der Frau die gleichen Möglichkeiten zu geben, nicht begrüßt. Auf mich wirkt das, als hielte er die Frauen für prinzipiell böse, so daß sich die Gleichberechtigung ja nur pervertieren konnte, denn aus seiner Sicht findet die "Gleichschaltung" ja anscheinend schon statt.

<font color="blue">1. Ein provokanter Stil schließt den anschließenden Dialog nicht aus.
2. Der Autor stellt dar, daß die Frauenpolitik von Anfang an keinen Gegenpol in der Männerwelt hatte. Mangels Interesse der Männer für diese Themen fand keine ausgewogene Diskussion über die bisherigen Geschlechterrollen statt, die Frauen beschränkten sich daher auf das einseitige Aufzählen von frauenspezifischer Benachteiligungen. Sie sahen nicht mehr ihre Vorteile, die Frauen ja auch haben, sowie die mit der Männerrolle verbundenen Nachteile, sondern steigerten sich in einen Geschlechtsneid hinein.
So, was ist an dieser Aussage zu schlimm? Das ist eine These, nicht auch gleich vom Autor bewiesen, wie Du es oben forderst, aber sicher nicht aus der Luft gegriffen. An keiner Stelle schreibt der Autor, daß alle Frauen prinzipiell böse seien, warum unterstellst Du ihm das?</font>

Unsachlich ist der Auto mitnichten, im Gegensatz zu Deinen postings.
Zur Kenntnis genommen. Warum suchst Du dann mit mir den Dialog, wenn Du mich für nicht dialogfähig hälst? Im übrigen, woran machst Du das fest?

Die Dialogfähigkeit habe ich Dir nicht abgesprochen. Aber die Unsachlichkeit, die Du dem Autor vorwirfst, sehe ich vor allem in Deinen Beiträgen.

Der Stil eines Textes ist dem Thema und dem Adressatenkreis angemessen oder auch nicht. Ich kann ihn auch an anderen Maßstäben messen, aber sicher erst ganz zuletzt an den Titeln des Autors.
Ich habe den Text an meinen Maßstäben gemessen. Nach meinen Maßstäben ist er durchgefallen. Die Sache mit den Titeln war lediglich eine Nebenbemerkung, weil ich festgstellt habe, daß vieles, was sich in Büchern findet oder von Personen mit Titeln geäußert wird, für wichtiger oder wahrer gehalten wird, als andere Texte.

Daß die Menschen sich so verhalten, kann man doch nicht den Titelträgern vorwerfen.

Wenn Du eine andere Meinung als der Autor vertrittst, dann steig doch mal in die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Text ein.
Meine Meinung hatte ich eigentlich bereits in einem anderen Posting dargelegt, aber schön:


Die Quotenfrau war nötig, um das Brett vor den Augen einiger Mitmenschen wegzusprengen, ist aber in vielen Bereichen inzwischen ein Auslaufmodell. Im Handwerk besteht da teilweise noch Bedarf.

Die Quote war und ist selten gerecht, ich glaube auch nicht, daß sie etwas positives bewirkt hat.

Männer werden im Konkurrenzkampf den sozialen und emotionalen Stärken der Frauen etwas entgegensetzen müssen, entweder eigenen EQ, den sie ohne Zweifel haben, der aber lange eine Randgröße war, oder andere Stärken.

<font color="blue">Besondere soziale und emotionale Stärken der Frauen kann ich im Berufsleben nicht feststellen. Das ist ein Märchen.
Wenn, dann ist das Gegenteil der Fall: Streit gibt es vor allem unter Frauen, denn sie sind im Gegensatz zu Männern oftfallend häufiger nicht in der Lage, Konflikte untereinander zu lösen. Männer tragen Konflikte aus und kommen zu einer Einigung, Frauen schaffen das viel seltener.
Frauen bringen entweder erst gar keine Beiträge in Arbeitsgruppen oder wenn doch, dann sind sie gleich tötlich beleidigt, wenn man sich kritisch mit ihren Beiträgen befaßt. Männer sind emotional viel stabiler, sie legen nicht gleich jedes Wort auf die Goldwaage und können besser mit Kritik umgehen. Das sind meine Erfahrungen.</font>

Jan-Gerd


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