Re: Hier was Interessantes, was ich gefunden habe
Hallo nochmal,
@Marc: 'El Buitre' bedeutet: Der Geier, und diesen Nick bekam ich vor langer Zeit in Spanien wegen meiner grossen Nase. Und es ist dabei gar keine Hakennase, sondern eher etwas Kartoffelähnliches
Ja, die männlichen oder weiblichen Eigenschaften des MenschenZitat von Dieter: "... Ich bin nicht bereit, mich als Mann derart abwerten zu lassen, daß ich diese Eigenschaften eher den Frauen zuschreibe und sie bei Männern nur sehe, wenn sie eine ausgeprägte weibliche Seite haben. Das gehört zu uns genauso wie Machtstreben, Gefühlskälte und geschacklosigkeit bei Frauen vorkommt, ohne das die dann ihre "männliche" Seite ausleben! Ich bin 100% Mann, ohne weibliche Seite, denn die gibt es nur in den Augen derer, die die Frau als den besseren Menschen sehen wollen. Für mich sind dann weber weiblich noch männliche, sondern menschliche Eigenschaften."
Da möchte zu bedenken geben, dass die unterscheidlichen typischen Eigenschaften von Mann und Frau einen ganz tiefen Hintergrund haben, der sich IMHO durch absolut nichts ausser Kraft setzen lässt: etliche Millionen Jahre Evolution. Dass davon die letzten paar Promille mit etwas ausgefüllt sind, was wir Hochkultur nennen, konnte diese Programmierung durch die Umwelt nur minimal verändern. Immerhin haben wir hier heutzutage genug Zeit, um uns anderem als bloß dem Überlebenskampf zu widmen, und deshalb haben wir die Möglichkeit bekommen, darüber nachzudenken, es anzuzweifeln und mit unserem Willen auch zu ändern. Und ich schrieb dazu schon mal anderswo: "Es gibt schon Dinge, die das bestimmte Fühlen, Empfinden und Verhalten eines Mannes bzw. einer Frau beinflussen: z.B. die Hormone und vor allem die Instinkte, die ja viel älter sind als der Verstand. Und selbst der hatte noch 'zigtausend Jahre Zeit, um sich an kaum ändernde Lebensumstände anzupassen und auf die beiden ersteren zurückzuwirken, über ganze Zeitalter hinweg."
Ebenso lässt die Evolution ja auch Zufälle und Abweichungen zu, oder funktioniert ja genaugenommen nur deswegen. Durch eine Besonderheit während der Schwangerschaft habe ich z.B. einen nachweislich niedrigen Testosteronschub mitbekommen, und dass ich jetzt bei besagten Persönlichkeitstests als 'zwar noch männlich, aber sehr androgyn' abschneide ist dann auch nicht weiter verwunderlich. Als Krieger oder Jäger im Altertum hätte ich es zu nicht viel bringen können, als körperlicher Schwächling, der ich zudem bin.
Zitat von Marc: "Ich sehe den Übergang zwischen Mann und Frau allerdings fließend". Sowie: "Noch viel wichtiger als das 'Zurückerobern' der verlorengegangenen Kleidungsvielfalt für Männer finde ich das Erweitern des 'typisch männlichen' Persönlichkeitsbildes."
Das unterstütze ich beides voll. Eben das scharfe A/B-Denken und rational-zielorientiertes Handeln halte ich für eine der grössten Herausforderungen typischen männlichen Daseins, in der heutigen Zeit ein Anachronismus. Und ich sehe es evolutionär bedingt: Der Jäger bzw. Krieger hat eben keine Zeit, über den richtigen Zeitpunkt des Speerwurfs lange zu sinnieren. Er muss es einfach zum richtigen Zeitpunkt tun, instinktiv, sonst gibt's die nächsten Tage nichts zu nagen bzw. er ist tot... Und dass die traditionell männlich Charakterzüge bei Männern bei uns mittlerweile negativ bewertet werden, liegt glaube ich daran: Wir werden uns langsam klar darüber, dass der meiste Mist in dieser Welt eben von solchen Männer-Charakteren fabriziert wurde und wird -- einer dieser Kerle hat zudem ein Hamstergesicht
Christians, Zitat: "es ist einfach so... in unserer gesellschaft sind die rollen verteilt..." möchte ich entschärfen zu: Biologisch sind die Rollen weitgehend vorgegeben, und die Gesellschaft hat das so übernommen. Das war in früheren Zeitaltern auch der (pragmatisch) richtige Ansatz. Unsere heutige Gesellschaft und Kultur ist aber nur noch wenig an den alten biologischen Hintergründen orientiert. Deshalb ist es erlaubt und wünschenswert, dieses Rollenverhalten in Frage zu stellen. Aber bis ein durch Lernen verändertes Verhalten sich irgendwann niederschlägt in den Genen, Hormonen und Instinkten (und damit 'natürlich' wird), dauert es wohl noch länger als wir vermutlich die Erde bevölkern werden (wenn es mit uns so weitergeht)
Noch mal Christian: "feminine eigenschaften zu haben heisst ja nicht... aussehen zu müssen wie eine frau..."
Hhm, in einem Cocktailkleid und in FSH sehe ich ja heute nicht aus wie eine Frau, sondern wie ein Mann (mit Bärtchen, Kurzhaarschnitt und Geheim-ratsecken) in einem Cocktailkleid und FSH! Da bin z.B. wieder knallharter Rationalist. Allerdings deute ich damit den weiblichen Anteil meiner Persönlichkeit an, und benutze dazu mit voller Absicht das Klischee, zu meinen Gunsten: Der hat ja "Frauenklamotten" an, also fühlt, denkt und verhält er sich wohl auch ein bischen wie eine Frau. Genau! Wem es nicht so geht (auch mir nicht an allen Tagen), darf und sollte natürlich auf einen maskulinen Look achten -- Stichwort: echter 'Männerrock'; und wie ein echtes 'Männerkleid' aussehen sollte, könnt ihr euch auch schon mal überlegen, oder lehnt das jemand aus Prinzip ab (und wenn ja, aus welchem)?
Dass wir ein Rüschenkleid mit Blumenmuster derzeit als feminin betrachten, sehe ich übrigens nicht als Instinkt, d.h. also nicht genetisch bedingt. Dieses 'Gefühl' ist m.E. zu 100% ein antrainierter billiger Reflex, gegen den sehr schwer anzukämpfen ist, das gebe ich zu. Auch ich konnte ihn bei mir noch nicht völlig abstellen, und deshalb wähle ich für meine Outfits auch bisher eher dezent-neutrales (vergleichsweise), speziell bei Kleidern: meist einfarbig, keine Pastelltöne, keine Verzierungen etc. Bei den Schnitten nehme ich aber oft bewusst körperbetonte, mit starker Taillierung.
Wie ihr seht, bevorzuge ich lange Postings: Aus dem Grund, weil ich mit kurzen, spontanen eben schneller (oder sehr schnell) missverstanden werde. Und ich bin wie gesagt kein guter Speerwerfer
Also dann, Grüsse,
El Buitre