Re: Und hier fängt die Sache an zu stinken...

Collantix, Monday, 24.02.2003, 20:36 (vor 8452 Tagen) @ Ferdi

Nabend allerseits,

Ich habe natürlich als Co-Admin heute morgen sofort in die Protokolldatei des Forums gesehen. Das mache ich immer, wenn neue Teilnehmer auftauchen, deren Nick ich noch nicht kenne. Ich weiss daher genau, wer geschrieben hat. Ich respektiere aber die Anonymität des Schreibers, denn sonst hätte er sich ja selbst mit seinem Namen gemeldet. Aber eines kann ich ganz allgemein sagen: Es handelt sich um ein nicht ganz unbekanntes Unternehmen der Modebranche. Also um Fachleute.
Warum setzt sich dieser Mensch dann nicht an den Tisch und legt seine Karten auf den Tisch? Oder äußert ganz einfach sein Mißfallen?
Ich denke, jeder ist in der Lage, Kritik anzunehmen. Aber der Ton macht die Musik. Es ist jedem unbenommen, sich in eine Kneipe unauffällig an den Tisch zu setzen und zu beobachten. Die Treffen sind ja publik gemacht worden.Aber danach diesen Weg zu wählen, finde ich stillos!
Sorry, bei so etwas werde ich stinksauer!

Es gibt vielleicht auch Teilnehmer, die an solchen Treffen nicht mehr teilnehmen, weil sie sich dieser Art der Observation nicht aussetzen möchten. Ein Telefonat, das ich heute geführt habe, ging in diese Richtung. Ebenso können auch neue, interessierte Rockträger abgeschreckt werden.

Letztlich ist auch jeder für sein Tun (also auch sein Outfit) selbst verantwortlich. Daß man in bestimmten Outfits an Grenzen stößt, ist nichts neues.

Mir ist es in der Regel egal, was hinter meinem Rücken über mich erzählt wird. Meistens kriegt man es eh nicht mit. Aber solche Wege stoßen mir übel auf.

Ein ganz anderes Thema ist die Frage, warum Fachleute und Fachfirmen der Modebranche so konservativ denken und sich neuen Ideen, Strömungen und Richtungen in der Modewelt der Männer so verschliessen. Ich meine jetzt weniger die Extremoutfits bei den Accessoirs, sondern mehr die Einstellung zu Männern mit langen Haaren, mit Haar- und anderem Schmuck, mit lackierten, gepflegten Nägeln und all diese Dinge.
Das ist in der Tat ein anderes Thema. Ich bin auch gerne bereit, dieses Thema mit einem Fachman zu diskutieren. Sei es hier im Forum oder an anderer Stelle. Beobachter ist auch herzlich eingeladen, an einem unserer Treffen teilzunehmen und seine Sicht der Dinge darzulegen. Reden kann man über alles.

Muss ein Mann immer so aussehen, als käme er gerade von einer Baustelle? Ich mag Männer mit langen Haaren sehr, und in meinem engeren Freundeskreis gibt es auch einige, deren Haarpracht so manche Frau erblassen lassen. Ebenso kenne ich Männer, die haben schönere Beine als weibliche Models. Und trotzdem sind es Männer. Ich kann das Wort "Männlichkeit" schon nicht mehr hören. Wer spricht denn von "Weiblichkeit"? Frauen werden als Frauen hingenommen, auch wenn sie im Herrenanzug mit Krawatte rumlaufen. Warum gesteht man das umgekehrt nicht auch den Männern zu? Also ich mache das alles nicht mit! Lasst doch die Männer sich so geben wie sie sind. Hauptsache ist doch nur, dass sie gepflegt wirken. Mit solchen Einstellungen wird doch nur vielen Männern erst mal jeder Mut genommen, auch mal schönere, andere Wege zu gehen. Und für Firmen der Modebranche könnten sich neue Absatzmärkte eröffnen.
Dito.

Eine Firma hat das erkannt und hat gehandelt: Der Feinstrumpfwarenhersteller Levèe. Mit seiner Unisex-Strumpfhosenlinie WoMan stürmt er offenstehende Scheunentore und wird die erste Firma sein, die mit Alternativer Herrenmode den Markt aufmischt und richtig Geld verdienen wird.
Wir wissen aber auch, daß Levee sich sehr viel Zeit genommen hat und intensiv Kontakt mit Jolanda, Markus und Schorsch gepflegt hat und weiter pflegt.

Also weg mit dem Muff von tausend Jahren unter den Talaren! Neue Wege braucht der Mann!
Wir gehen doch diese neuen Wege, oder?

Gruß

Collantix


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