Jetzt bin ich beruhigt :-)
Hi Ferdi,
>Also mal ganz klar: Ich bin nicht krank und habe auch nicht die "Seiten gewechselt". Meine Einstellung hat sich nicht im geringsten geändert. Ich gehe auch nicht "konform" mit den Ansichten von Beobachter über Mode.
jetzt bin ich wieder beruhigt 
> Aber eines kann ich ganz allgemein sagen: Es handelt sich um ein nicht ganz unbekanntes Unternehmen der Modebranche. Also um Fachleute.
Wie Du an meinem geschilderten Erlebnis aus dem Flieger ablesen kannst, gibt es da sehr konträre Ansichten - so bekommen wir wenigstens etwas "Vielfalt".
> Muss ein Mann immer so aussehen, als käme er gerade von einer Baustelle?
Bingo!!! Eben weil hier alles so stockkonservativ ist, kann ich z.B. meine Locken nur in meiner Freizeit "freilassen".
> Ich mag Männer mit langen Haaren sehr, und in meinem engeren Freundeskreis gibt es auch einige, deren Haarpracht so manche Frau erblassen lassen. Ebenso kenne ich Männer, die haben schönere Beine als weibliche Models.
Zu den Beinen: da hatten wir ein super Beispiel bei unserem Stammtisch dabei. Da kann wirklich manche Frau nicht mithalten.
Nach landläufiger Meinung "darf er" dies aber eigentlich nicht haben. Oder sagen wir besser: er darf es nicht zeigen.
Es gibt also Dinge, die kann ich für das "offizielle" Alltagsleben verstecken, während dies bei anderen eben nicht geht. Muss halt jeder selbst entscheiden, wie wichtig einem das eine oder andere Feature ist. Aber solange unsere Gesellschaft dem Mann keine Zugeständnisse macht, ist etwas m.E. schwer im Ungleichgewicht.
In einem Artikel über Transsexualität wurde die Geschichte eines Verzichts beschrieben, in der ein Mann FSH und Damenwäsche unter seiner Herrenwäsche trug und sich nach außen betont männlich gab. Eigentlich wollte er aber lieber eine Frau sein und hat dies mit vielen männlichen Elementen kaschiert (Bart, Tarnsocken), weil er sich seiner Umwelt untergeordnet hat.
Darauf aufbauend nun eine vielleicht gewagte These: der Mann wird in seiner Erscheinungsform und seiner Verhaltensweise in ein sehr enges Korsett gezwängt - bedeckte Farben und Macho-mässig. Der Frau steht das komplette Spektrum von "weich" bis "hart" offen. Wenn ein Mann nun seine Ecke des Spielfeldes verlassen will, fällt er sofort aus dem Normenrahmen und sieht sich z.T. mit Ablehnung konfrontiert. Ein Mann, der also etwas als weich oder weiblich Empfundenes in Anspruch nehmen möchte, sieht sich sofort einem enormen Druck ausgesetzt. Wäre dies nicht so, dann hätten wir vermutlich auch viel weniger Transsexuelle, eben weil das "Spielfeld" größer wäre. Aber das war jetzt in etwas plakativer Schwarz-/Weiss-Malerei ein philosophischer Exkurs
Ich sehe schon, Ferdi, wir sollten uns mal persönlich kennenlernen
Gruss aus München,
B.J.
P.S.: Kennt Ihr eigentlich den Begriff "gender fucking"? Den habe ich mal in einem Internet-Glossar gelesen, das versucht hat, die ganzen Begriffe zwischen "normal", "Transvestit" und "transsexuell" auseinanderzuhalten. Mit "gender f." wurden da alle Ansätze bezeichnet, bei der Männer (oder Frauen) mit dem Gegengeschlecht assoziierte Elemente für sich bewusst aufgreifen und sich herzlich wenig (deswegen das f-Wort) darum scheren, dass dieses Element ja eigentlich nicht für ihr Geschlecht gedacht war. Röcke, FSH und lange Haare passen also ziemlich gut unter diesen Überbegriff