Re: Rockertreffen
Hallo Beobachter
Ich finde deine Beobachtung und das Posting gut und kann sagen, dass einige Aussagen mit meinen Erfahrungen oder Anhörungen anderer Personen übereinstimmen.
Auch ich habe Hinweise oder sogenannte Stillernlektionen über meine Outfits erhalten und bin heute und wahrscheinlich noch lange Zeit am Verändern, Verbessern oder Überarbeiten meines Stils. Glücklicherweise habe ich dabei grosse Hilfen aus der Modebranche. Ich war selber schon auf dem Laufsteg und habe da Einiges dazugelernt.
Wenn ich im Rockoutfit, sei es alleine oder mit meiner Freundin, einkaufen oder in den Ausgang gehe, stehe ich tatsächlich sehr viel länger vor dem Spiegel, als früher, als ich einfach ein paar Hosen und ein Hemd oder einen Pullover anzog! Dazu kommt immer noch der Meinungsaustausch mit meiner Freundin!
Ob das Outfit dann jedem gefällt, das glaube ich kaum; Geschmäcker sind verschieden!
Die Renaissance des Rockes für den Mann braucht Zeit, denn Röcke an Männern ist in unseren Breitengraden selten oder dann eher als Tracht oder Uniform zu sehen. Dass mal alle Menschen Röcke oder rockähnliche Gewänder trugen ist zwar eine Tatsache, doch das liegt weit zurück und wird in unseren Köpfen einfach als Geschichte betrachtet!
Die heutigen Röcke sehen anders aus. "Männerröcke" gibt es zwar, sind aber enorm teuer und werden kaum in gewöhnlichen Schaufenstern gesehen (LEIDER!!!!!!). Da bemächtigen wir Rockträger uns eben der Röcke in der Damenabteilung, da diese heutzutage ja meist auch einen "männlichen" Schnitt aufweisen (gerade geschnitten). Für's ungewohnte Auge sind da eben hie und da noch gewisse Verzierungen dran oder der Rock ist aus einem "unmännlichen" Stoff. Und da sind wir, glaube ich, bei einem Punkt, der für die "normale" Kleiderzuteilung Mann, Frau generell zu Diskussionen führt, insbesondere auch deswegen, weil die "männliche" Bekleidung in den letzten paar Jahrzehnten in Bezug auf Auswahl, Formen, Farben, Accessoirs, Kombinationen usw. usw. dermassen unter den "Gefrierpunkt" gesunken ist, dass selbst ein Mann in Hosen ohne Taschen bereits in die Schwulenecke oder als irgend etwas Ausgeflipptes , Exotisches bezeichnet wird.
Die heutige Erziehung (bin beruflich damit verbunden!)führt ja den heranwachsenden Mann geradewegs zum 0815 Typ! Bei den heutigen Jugendlichen (zum Teil auch schon bei Mädchen!!!)und ihren Gangs würde ja wohl kein Rudelführer im Rock und Rüschenhemd vor die Gruppe stehen. Dafür tragen sie Baseballschläger, Gummiknüppel und Stellmesser und bekämpfen sich gegenseitig aus irgendwelchen Gründen, die keine sind!
Nun, dein Posting ist, wie Ferdi sagt, sicher sehr aufschlussreich und entspricht manchen Tatsachen. Ich habe mir bei uns leider auch schon über manche Outfits Gedanken gemacht. Trotzdem, jeder soll das tragen, was ihm gefällt, sonst rennen wir ja wieder in eine NORM hinein. Und genau dieses Wort, höre ich eben bei solch kritischen Berichten überhaupt nicht gerne. Was ist normal? Dass der Mann einfach wie ein Computergesteuertes Gerät morgens in die Hose steigt? Dass Frauen Röcke und Hosen tragen "dürfen"!!!!!
Vor gut 50 jahren, war es noch nicht "normal", dass Frau Hosen trug!
Eines finde ich aber richtig: Gedanken machen über die Zusammenstellung der Outfits, über die Farben und die Accessoirs sollten wir uns schon! Denn man(n) sollte mit dem Rocktragen und dem Drum und Dran nicht mit dem Kopf durch die Wand rennen! Ein "sorgfältiges" Vorgehen, kann unserem Interesse dienlicher sein!
Ich weiss, ich weiss, ich habe mich auch schon "überrissen" gekleidet, hab's dann aber gemerkt und sofort umgestellt.
Schöne Grüsse
heinz