Re: @B.J.: Keine Sorge, ich bin kerngesund!
Hallo B.J.!
Und das von einem "Modeexperten". Mann, so können wir niemals aus unserer grauen Langweiligkeit herauskommen!!! (Ferdi, mich wundert, dass Du dieses Mal so sehr konform gehst - bist Du krank???
Also mal ganz klar: Ich bin nicht krank und habe auch nicht die "Seiten gewechselt". Meine Einstellung hat sich nicht im geringsten geändert. Ich gehe auch nicht "konform" mit den Ansichten von Beobachter über Mode. Ich habe die ganze Sache lediglich von dem Standpunkt der Werbung und Neugewinnung hinzukommender Interessenten beleuchtet. Über diese Dinge habe ich nämlich schon öfters mit kompetenten Leuten aus unserer Community diskutiert (u. a. mit Schorsch). Dort wurden - was die Werbung anbetrifft - in etwa dieselben Bedenken geäussert. Ich habe auch keinerlei Probleme, mich mit "exotisch" gekleideten Leuten an einen Tisch zu setzen, denn auch wenn ich mich selbst nicht so kleide (steht mir wohl auch nicht), so setze ich mich nach wie vor für die Freiheit eines jeden Einzelnen ein, sein Outfit so zusammenzustellen, wie allein ihm es gefällt. Also bitte, nicht, dass hier jetzt falsche und völlig unbegründete Befürchtungen über mich die Runde machen. Ich wäre höchstens als krank anzusehen, wenn ich wieder Hosen tragen würde. Ich sitze übrigens in einem langen Jeansrock mit Gehschlitz hinten und Pullover drüber bei der Arbeit (für Beobachter: ich gehe schon zwei Jahre lang in Röcken arbeiten, ohne Probleme).
Ich habe natürlich als Co-Admin heute morgen sofort in die Protokolldatei des Forums gesehen. Das mache ich immer, wenn neue Teilnehmer auftauchen, deren Nick ich noch nicht kenne. Ich weiss daher genau, wer geschrieben hat. Ich respektiere aber die Anonymität des Schreibers, denn sonst hätte er sich ja selbst mit seinem Namen gemeldet. Aber eines kann ich ganz allgemein sagen: Es handelt sich um ein nicht ganz unbekanntes Unternehmen der Modebranche. Also um Fachleute.
Ein ganz anderes Thema ist die Frage, warum Fachleute und Fachfirmen der Modebranche so konservativ denken und sich neuen Ideen, Strömungen und Richtungen in der Modewelt der Männer so verschliessen. Ich meine jetzt weniger die Extremoutfits bei den Accessoirs, sondern mehr die Einstellung zu Männern mit langen Haaren, mit Haar- und anderem Schmuck, mit lackierten, gepflegten Nägeln und all diese Dinge. Muss ein Mann immer so aussehen, als käme er gerade von einer Baustelle? Ich mag Männer mit langen Haaren sehr, und in meinem engeren Freundeskreis gibt es auch einige, deren Haarpracht so manche Frau erblassen lassen. Ebenso kenne ich Männer, die haben schönere Beine als weibliche Models. Und trotzdem sind es Männer. Ich kann das Wort "Männlichkeit" schon nicht mehr hören. Wer spricht denn von "Weiblichkeit"? Frauen werden als Frauen hingenommen, auch wenn sie im Herrenanzug mit Krawatte rumlaufen. Warum gesteht man das umgekehrt nicht auch den Männern zu? Also ich mache das alles nicht mit! Lasst doch die Männer sich so geben wie sie sind. Hauptsache ist doch nur, dass sie gepflegt wirken. Mit solchen Einstellungen wird doch nur vielen Männern erst mal jeder Mut genommen, auch mal schönere, andere Wege zu gehen. Und für Firmen der Modebranche könnten sich neue Absatzmärkte eröffnen. Eine Firma hat das erkannt und hat gehandelt: Der Feinstrumpfwarenhersteller Levèe. Mit seiner Unisex-Strumpfhosenlinie WoMan stürmt er offenstehende Scheunentore und wird die erste Firma sein, die mit Alternativer Herrenmode den Markt aufmischt und richtig Geld verdienen wird.
Also weg mit dem Muff von tausend Jahren unter den Talaren! Neue Wege braucht der Mann!
Freundliche Grüsse,
Ferdi