Re: Freiheit der Mode

Ferdi, Tuesday, 19.11.2002, 14:55 (vor 8537 Tagen) @ HMW

Hallo Manfred,

schön, auch von Dir mal wieder hier zu lesen. Wir hatten ja schon mal vor längerer Zeit einen netten Mailaustausch. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich auch bei all den anderen bedanken, die sich bisher mit meinem Artikel befasst haben und ihre Meinung dazu geäussert haben. Ich habe diesen Artikel ja auch deswegen noch nicht auf die Männerrockseite gesetzt sondern inoffiziell zur Diskussion gestellt, weil Beiträge auf der Männerrockseite so sein sollten, dass möglichst viele, die hinter dieser Bewegung stehen, sich damit identifizieren können. Selbstverständlich werde ich die geäusserten Bedenken berücksichtigen und entsprechende Änderungen vornehmen.

Zunächst ist Dein Text in einigen Passagen - bei allem Verständnis für den Frust, der da offensichtlich hochkommt - leider etwas aggressiv geraten.

Was mich ein wenig frustet ist nicht, dass der rocktragende Mann manchmal Zielscheibe von Frozzeleien o. ä. ist, sondern es ist die Tatsache, dass Frauen nicht nur in dieser Hinsicht von der Allgemeinheit viel mehr zugestanden wird als Männern. Damit bin ich nicht einverstanden und weil ich mich sehr wortgewaltig und auch drastisch auszudrücken pflege, deshalb habe ich diesen Text ja erstmal Euch zur Begutachtung vorgelegt. Denn Ihr macht mich auf Dinge aufmerksam, die nicht sein sollten und die ich beim Abfassen eines solchen Textes einfach erstmal nicht sehe. Es fliesst zu sehr meine persönliche fundamentalistische Einstellung hinein, und deshalb brauche ich solche korrigierenden Hinweise. Selbstverständlich werde ich mich bemühen, den aggressiven Unterton herauszubekommen.

Sie könnten sich nicht nur freiere Kleidung leisten, sie sollten dies auch tun. Rückblickend betrachtet hat sich sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Spermien in den letzten 100 Jahren dramatisch verringert bzw. verschlechtert. Dies ist einerseits sicher auf mehr Umweltgifte, die teilweise wie weibliche Hormone wirken, andererseits aber auch auf die Hosen zurück zu führen, die, der Herrenmode folgend, immer enger wurden

Auch das werde ich noch hineinarbeiten. Das hat mir übrigens mal ein Urologe in einem Restaurant beim gemeinsamen Kaffeetrinken bestätigt. Das ist ein ganz wichiger Grund für Männerröcke. Vorausgesetzt natürlich, dass bei der Unterwäsche nicht wieder der gleiche Fehler gemacht wird.

Ich gehe hier noch weiter. Emanzipation ist keine Einbahnstraße, also selbst wenn Röcke und Kleider weibliche Kleidungsstücke wären, haben sich Frauen bei den Hosen emanzipiert, also müßten sie Männern das gleiche Recht in der anderen Richtung zugestehen.

Jetzt muss ich die Frauen mal ein wenig in Schutz nehmen. Gerade Frauen, auch und vor allem die emanzipierten, stehen dem rocktragenden Mann sehr positiv gegenüber. Ganz seltene Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Jedenfalls habe ich, der nur noch Röcke trägt, diese Erfahrung gemacht. Wenn es dennoch Berichte von Männern gibt, deren Ehefrauen dem eigenen Mann keinen Rock zubilligen wollen, dann könnte das daran liegen, dass diese Frauen genau wissen, dass ihr Mann - schick mit Rock bekleidet - das Interesse anderer Frauen erwecken könnte, und welche Ehefrau hat das schon gerne? Hinzu könnte eine Scheu vor dem unvermeidlichen Auffallen kommen.

Oder sollten am Ende doch die Spötter Recht haben, die der Emanzipationsbewegung unterstellen, sie wolle zwar dieselben Rechte wie die Männer haben, die Männer sollten sich aber ja nicht wagen, in „weibliche Domänen“ einzudringen.

Das glaube ich nicht. Ganz vereinzelt mag es das geben, aber im Allgemeinen wird das nicht der Fall sein.

...... kann ich mir gerade deswegen die Empfehlung nicht verkneifen, vielleicht etwas mehr auf Aussehen und Auftreten zu achten. Es sieht lächerlich aus, wenn unten ein Rock getragen wird, durch die gesamte übrige Kleidung und das Verhalten die "Männlichkeit" dann aber so stark betont werden muß, daß nur noch Unverständnis übrig bleibt.

jedes "zuviel" halte ich für schädlich. Deshalb halte ich selbst es ja auch so, dass ich mich wie schon immer kleide und nur die Hosen durch Röcke ersetze. Das hat zur Folge, dass ich mich viel intensiver als früher damit befasse, welche Kleidungsstücke am besten zusammenpassen. Ich muss mir vor dem Spiegel 100%ig selber gefallen, dann kann nichts schiefgehen. Im übrigen ist die Kombination der Kleidung persönliche Geschmackssache eines jeden einzelnen, und über Geschmack kann man sich nicht streiten.

Deine Hinweise zur Geschichte der Röcke werde ich auch noch einarbeiten, andere haben ja auch auf geschichtliche Fakten, die interessant sind, hingewiesen. Die Seite soll aber keine Abhandlung über die Geschichte der Röcke werden, da hat ja smeargol schon einen schönen Artikel zu geschrieben.

Ich werde in den nächsten Tagen weiter an dem Text feilen und Eure Anregungen mit einarbeiten. Zunächst einmal vielen Dank für das Feedback.

Viele Grüsse,
Ferdi


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