Re: Freiheit der Mode
Hallo Ferdi,
ein schöner Text, der auf jeden Fall auf die Männerrockseite passen würde.
Ich hätte zwei Kritikpunkte. Zum einen springst Du von der Antike mit ihren
Gewändern und der kurzen Erklärung, wie und wofür Hosen erfunden wurden,
sofort ins 20. Jahrhundert - diesen Bruch empfand ich als sehr stark, es
klingt fast, als ob es dazwischen gar nichts gegeben hätte.
Was mir noch auffiel (und auch ein bisschen mit der Anmerkung oben
zusammenhängt): Du betrachtest die Kleidung ausschliesslich unter ihren
technisch-praktischen Gesichtspunkten. Kleidung hatte aber immer auch
die Funktion, gesellschaftlichen Status zu präsentieren oder eine
spezielle Aufgabe oder Gruppenzugehörigkeit ihres Trägers erkenntlich
zu machen. Es gab lange Zeit Kleidungsvorschriften, in denen klar geregelt
war, wer welche Stoffe und Farben tragen durfte. Ich bin mir ziemlich sicher,
dass da auch die Art der Kleidungsstücke für die einzelnen Stände geregelt
war. Und da wäre es interessant zu erfahren, welche Kleidungsstücke im
Lauf der Zeit den höchsten "Statuswert" hatten, also z.B. dem Adel vorbehalten
waren.
Ich kenne mich in dem Bereich nicht aus, aber wenn es z.B. einmal ein
soziales Privileg war, eine Hose tragen zu dürfen, würde das einen
wichtigen und interessanten Aspekt auf die Argumentation werfen.
Und beim Schlusssatz habe ich in Gedanken sofort ergänzt "...das tragen,
was sie wollen".
Gruss,
Marc