Re: Der Fokus war ein bisserl anders :-)
Hi BJ
Und wenn ich dann den ebenfalls geschilderten Trend anschaue, dass in unserer Gesellschaft Männer immer mehr in eine Ecke gedrängt werden, dann sehe ich für unser Ansinnen, den Rock gesellschaftsfähig zu machen, echte Probleme auf uns zukommen.
Nein, da bin ich anderer Ansicht! Wenn jemand in eine Ecke gedraengt wird, dann gehoeren dazu immer zwei: Der, der draengt und der, der sich draengen laesst. Ich bin absolut nicht derjenige, der sich von irgendeiner Figur, egal was sie auch darstellen mag und welchen Status sie auch haben mag, in irgendeine Ecke draengen laesst. Hier liegt naemlich das Problem: die meisten Maenner lassen das mit sich machen. Der Maennerrock ist laengst gesellschaftsfaehig. Diese Tatsache ist nur viel zu wenig bekannt, weil viel zu wenige Maenner Roecke tragen. Komisch, dass es mir in meinem gesamten Umfeld gelungen ist, den Rock gesellschaftsfaehig zu machen. Und nicht nur mir, fragt Wolfgang, der ist genau so konsequent dran. Und Collantix, KtV, Schorsch, nur um auf die Schnelle mal einige zu nennen.
Ich will jetzt hier nicht schwarzmalen, aber es ist doch komisch, dass wir als angeblich starkes Geschlecht
[quote]a) biologisch benachteiligt sind
b) gesellschaftlich viel weniger Spielräume haben.
Da stimmt doch irgend etwas nicht...[/quote]
Ja, da stimmt was nicht. Wir wollen das "starke Geschlecht" sein, sind aber zu schissig, uns die gesellschaftlichen Spielraeume einfach zu nehmen, die uns zustehen. Dabei macht es vor allem bei Frauen einen gewaltigen Eindruck, wenn Maenner nicht nur outfitmaessig gut aussehen, sondern auch dazu stehen, was sie machen. Das hinterlaesst den Eindruck eines willensstarken, selbstbewussten Mannes, eines echten Vertreters des "starken Geschlechtes" und verstaerkt noch die gewisse Erotik, die ein Rock - richtig getragen - haben kann.
Nicht dass ich jetzt missverstanden werde: ich plaediere keineswegs dafuer, dass jetzt alle Maenner, die keine Roecke tragen wollen, als nicht stark usw. angesehen werden muessen, aber diejenigen, die das wirklich wollen, die sollten sich nicht von - wie Hes schreibt - unsicheren, vom Gruppenzwang drangsalierten, pubertierenden Jugendlichen beeinflussen lassen, die sollten kilometerweit darueber stehen.
Noch was zur biologischen Benachteiligung: Die ist nicht von vorneherein von der Natur so gewollt, sondern das ist IMHO eine Folge der gesellschaftlichen Einengung der Spielraeume. Menschen, die Herzenswuensche permanent lebenslang unterdruecken, weil sie nicht die Kraft finden, sie durchzusetzen, werden leichter krank als andere. Darauf deutet die Tatsache hin, dass Frauen, die in aufreibende Maennerberufe gehen, wo sie kaempfen muessen wie die Maenner, zum Beispiel in Konzernspitzen, nunmehr auch dieselben Krankheitsbilder entwickeln. Wer sich so richtig wohlfuehlt, wer gluecklich und unbeschwert lebt, der ist auch staerker gefeit vor Krankheiten. Es ist schon was dran an dem Spruch: "mens sana in corpore sano" - Ein gesunder Geist in einem gesunden Koerper. Abgewandelt moechte ich sagen: Ein gesunder Mann in einem gesunden Rock. Denn gesund sind die Roecke fuer uns ja allemal.
Schoene Gruesse!
Ferdi