Re: Anmerkungen eines Fachmannes
Sehr geehrter Herr Albrecht Weidenau von Wedell!
Mit grösster Genugtuung habe ich Ihr Interesse an meiner Person und an der meines besten Freundes KtV, Laird of John O`Groats, zur Kenntnis genommen. Ich bin mir der ausserordentlichen Ehre bewusst, die mir dadurch zuteil werden soll, dass Sie mich und den hochwohlgeborenen Laird of John O`Groats in den heiligen Hallen ihres hehren Wissenschaftstempels auf der Goldenen Couch der Erkenntnis flachlegen wollen. Welch herausragende Persönlichkeiten müssen wir beide wohl sein, dass sie über den brennenden Wunsch, unsere intimsten Geheimnisse zu ergründen, vergessen, dass in Ihrer nächsten Nachbarschaft ein Träger roter Armani-Anzüge seine verborgenen und unerforschten Probleme mit Schnellen Eingreifpuppen an einem ganzen Volk ausleben will. Aber da dieses Problem wahrscheinlich morgen abend einen grossen Teil seines Schreckens verlieren wird, haben Sie den weisen Ratschluss gefasst, uns und unseren in Ihren Augen sicher unheimlich und geradezu galaktisch wirkenden Erfolg zu erforschen und wissenschaftlich zu begleiten.
Für Seine Hochwohlgeborene Lairdschaft kann ich natürlich nicht sprechen, sondern nur für mich. Grundsätzlich bin ich als Freund und Förderer der akademischen und akadämlichen Wissenschaften immer bereit, diese zu fördern. Daher erwäge ich, mich Ihnen als Forschungsobjekt zur Verfügung zu stellen. Jedoch pflege ich nur mit Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten, die ihre wissenschaftliche Qualifikation in Form von nachvollziehbaren und hieb- und stichfesten Arbeitsergebnissen belegen können. Diese Qualifikation haben Sie in meinen Augen noch nicht erbracht. Ich möchte Ihnen daher, um Ihnen Gelegenheit zu geben, Ihre Qualifikation unter Beweis zu stellen, eine Aufgabe stellen, von deren positiver Erfüllung ich meine Mitarbeit abhängig mache.
In diesem Land leben rund 40 Mio Frauen, davon tragen ca. 90 % Hosen. Ich fordere Sie auf, mit Hilfe Ihrer psychologischen Fähigkeiten die These stichhaltig zu beweisen, dass diese Frauen, immerhin die überwältigende Mehrheit der weiblichen Bevölkerung, die Hosen aufgrund einer sexuellen Aberration tragen. Insbesondere möchte ich in Ihrer Arbeit den Grund dieser sexuellen Perversion erfahren, der wahrscheinlich auch in ihrer Kindheit zu suchen ist. Waren es die Mütter, die in einer Art lesbisch-pädophiler Anwandlung ihre kleinen Töchter in die Kunst weiblicher Sexualität einweihen wollten und damit bei ihnen den Wunsch erweckt haben, Hosen zu tragen wie ihr Vater, "die Hosen anzuhaben" oder mit anderen Worten sich zu emanzipieren? Oder entstand das in der verletzten Mädchenseele heranwachsende begierige Verlangen nach Hosen deswegen, weil die Mutter den Vater ihrer Tochter mit Hilfe geldgeiler Scheidungsanwältinnen und Jugendamts-Quotenfrauen aus der Familie herauskatapultiert hat? Könnte es sein, dass die kleinen Mädchen unter dem Eindruck der hilflos im Wildwasser dubioser Aufdeckungsvereine davontreibenden Väter ihre seelischen Traumen durch das trotzige Tragen von Hosen zu kompensieren suchten?
Zugegeben eine schwere, anspruchsvolle Aufgabe, die ich Ihnen da stelle. Ich erlaube Ihnen aber fairerweise, sich bei einer sehr erfahrenen Kollegin in Kiel, nach einer Theorie von Erich von Däniken eine direkte Nachfahrin der legendären Königin der Azteken, deren Reich auf dem heutigen Gebiet von Peru lag, Unterstützung zu holen.
Wenn Sie diese Aufgabe zu meiner Zufriedenheit gelöst haben und somit bewiesen ist, dass Ihre Qualifikation Sie als würdig erscheinen lässt, sich mit meiner Person zu beschäftigen, wäre ich bereit, Ihnen als Studienobjekt zur Verfügung zu stehen. Selbstverständlich werde ich diese Sitzungen in Hosen absolvieren, denn meine intimsten Geheimnisse möchte ich doch lieber für mich behalten.
Um die Gunst Seiner Lordschaft, Laird of John O`Groats, mögen Sie sich bitte höchstpersönlich selbst bemühen.
Mit kratzfüßigster Hochachtung
Sir Ferdi, Ritter zu Feinstrumpf of Maennerrock