Re: Anmerkungen eines Fachmannes
Verehrter Herr Kollege,
Sie sind sicher nicht der einzige Beobachter dieser hochinteressanten Spezies. Ich befasse mich mit dieser Thematik auch schon relativ lange.
Ich teile jedoch nicht Ihre Auffassung, dass es sich hierbei um eine frühkindliche Störung der sexuellen Identität handelt. Dieser Freud'sche Ansatz gilt in Fachkreisen längst als überholt.
Vielversprechender ist meiner Auffassung nach eine Interpretation der anglo-amerikanischen Forschungsgruppe für Neurologie James und Weeks, die sich zwar generell mit exzentrischern Verhaltensweise befasst, jedoch auch in diesem Zusammenhang gesehen werden kann.
Kernergebnis dieser Untersuchungen ist, dass Menschen mit exzentrischer Veranlagung offensichtlich psychisch stabiler und damit glücklicher und zufriedener sind, als der sogenannte "Normale".
Der US-amerikanische Kollege Bowen White geht noch einen Schritt weiter, indem er Normalität als ungesunde Lebensform bezeichnet.
Mit kollegialen Grüssen
Dr. Moritz Eitel Freiherr von Börrewitz
Institut für Neurologie der Universität Oyten
Therapeut für Sexualidentitätsintervemtitionen
Berlin-Nikolskoe, 31.1.03
Seit langem beobachte ich mit großem Interesse ihr Forum. Sie handeln sich sozusagen um mein Fachgebiet, die Störung der sexuellen Identität. Die Ursachen hierfür liegen meist in der frühen Kindheit, deren Folgen bis in Ihre Gegenwart reichen. Die etwa einhundert Fälle, die wir hier jährlich behandeln gleichen sich jedoch in vielen Punkten.
Um die Frage zu klären, warum Männer Röcke und andere Damenkleider tragen wollen, lassen Sie mich eine typische Geschichte erzählen. Es begann mit einer dominanten Mutter und den vielen Sätzen 'Du darfst dieses und jenes nicht tun'. Immer verbietet Mutter, ermahnt 'mach die nicht schmutzig, mach deine Hausaufgaben' und so weiter. Natürlich regelt die Mutter auch was der Junge anziehen soll. Im Teenageralter gibt es dann Streit, weil die Mutter die modische Kleidung nicht erlaubt und beschimpft. Junge, wie siehst Du denn aus !", wird zu einem der Standartsätze. Der Junge schwört innerlich Rache für die ertragene Schmach. Zur gleichen Zeit - in der Pubertät - probiert der junge Mann heimlich Kleider seiner Mutter an. Eigentlich nichts ungewöhnliches in diesem Alter der Suche und Findung. Alles scheint vergessen, das Leben nimmt seinen Lauf - es wird geheiratet. Die Ehefrau - wieder dominant wie die Mutter - legt ihrem Mann morgens die Sachen zurecht und berät ihn in Stilfragen. Wieder gibt es Streit, weil der nun erwachsene Mann andere Vorstellungen von Kleidung hat. Im konkreten fall ging es nur" um die passende Krawatte.
An dieser Stelle setzten dann die unterbewußten Strukturen wieder ein - Mutter - Verbote - innere Verletzung - Racheschwur. Das Unterbewußte zielt sehr genau und zeigt wie Rache an Mutter und der als verlängerten Arm der Mutter empfundenen Ehefrau genommen werden kann. Ihr habt etwas von meiner Persönlichkeit genommen, jetzt nehme ich etwas von euch !" Seither trug der Mann Röcke und Strumpfhosen, zum Gespött seiner Umgebung. Aber sein Erfolg bleibt auch nicht aus, denn Mutter und Ehefrau leiden.
Ich bin mir sicher, daß sich der größte Teil ihrer Runde sich hier wiedererkennt. Durchbrechen Sie den Kreis - Sie schaden nur sich selbst, denn die Liebe und Wärme die Sie suchen, werden sie in Damenkleidern nicht finden !
Ich stehe ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Besonders gerne würde ich die Herren Ferdi" und KtV" einmal in meiner Praxis begrüßen. Wir bieten auch mehrmonatige Kuren für besonders schwere Fälle an.
In der Hoffnung Sie zum Nachdenken bewegt zu haben,
mit freundlichen Grüßen
Albrecht Weidenau von Wedell