Re: Im Rock auf der Arbeit IV
wenn man sich als arbeitsloser Alleinstehender um einen Arbeitsplatz bewirbt, das Glück hat, eingeladen zu werden und erschiene zu einem Vorstellungsgespräch sauber und in einem gepflegten Rock, würde man sofort eine diffuse Distanz um Arbeitgeber schaffen und seine Chancen gen Null bringen. In der Regel vermutet ein Gesprächspartner aus dem bekannten Klischeedenken heraus, daß dieser Bewerber im Rock Schwierigkeiten für den Betrieb mitbringt und ein persönliches Umfeld, das so einen Bewerber als ungeeignet hinstellt.
Über die Qualität einer so irrationalen Einstellung müssen wir hier nicht reden, aber jeder, der nicht in abgegrenzten Zirkeln lebt, weiß, daß man zu 99,9% mit der dargestellten Vermutung rechnen muß.
Hallo Werner,
das ist Deine Vermutung, und damit Dein Klischeedenken! Ich bin der Meinung (also mein Klischeedenken), daß das, je nach Arbeitsplatz um den man sich bewirbt, zwischen 5% und 99% variiert.
Natürlich kann man diesem Risiko aus dem Weg gehen, indem man sich unauffällig kleidet. Damit hat man aber auch die Chance vertan, sich mit so einfachen Mitteln (positiv) aus der Masse der Bewerber hervorzuheben:
Jeder, der sich irgendwo bewirbt, muß versuchen sich in irgendeiner Form positiv darzustellen. Zu welcher Lücke der einzelne den Mut hat, was er richtig verkaufen kann, das muß jeder für sich selber entscheiden. Wüßtest Du schon vorher wie das jeweils beim anderen ankommt, wäre jede Bewerbung ein Treffer. Sicher gibt es gängige Mittel, die erfahrungsgemäß gut ankommen, aber die setzen andere auch ein. Was nützt es, wenn von 400 Bewerbern auf eine Stelle 100 sich in der gleichen Form von den anderen positiv abheben? Du mußt Dich auch von den verbleibenden 99 Konkurrenten dann noch einmal anders distanzieren.
Selbst wenn man sich nach einiger Zeit etabliert hat und im Rock zur Arbeit erscheint, kann es für den Arbeitgeber ein Anlass sein, einen Grund zu finden, den Mann im Rock loszuwerden.
Kein Wunder, wenn dem Entscheider bei der Bewerbung falsche Tatsachen vorgespielt werden.
So gerne ich Röcke trage, muß ich auf Kompromisse eingestellt sein.
Das ganze Leben ist ein Kompromiß, denn das ist die Grundlage eines gesunden Miteinander.
Gruß
JürgenB