Re: Nach-Partybegegnung der nicht mehr ganz so netten Art
Die drei hätten dich verdrümmt und sich an deinem Rucksack soundso gerne bedient und bei einem anderen Outfit hätten sie einen anderen "Grund" zum Anpöbbeln gefunden.
Das ist tatsächlich sehr wahrscheinlich - es scheint wirklich leute zu geben, die (zumindest zeitweise) einfach nur lust am pöbeln, schlägern, randalieren haben und dazu auch wirklich nichtige "anlässe" oder begründungen suchen.
Gehört vielleicht nicht ganz hierher, aber trotzdem:
Noch bevor ich den mut hatte, alternative kleidung zu tragen (ich erinnere mich nicht irgendwas getragen zu haben, was mich in eine dieser bescheuerten schubladen befördern könnte - hatte auch keine außergewöhnliche haartracht), war ich wie so oft in meinem heimatstadtteil einmal beim geldautomaten meiner bank, um eine überweisung zu tätigen.
Im vorraum der bank war noch ein junger mann anwesend, der aussehen und ausstrahlung nach eher unteren gesellschaftsschichten zuuzuordnen war. Ich machte mir darüber aber keine weiteren gedanken, sondern vielmehr mit dem buchungsautomaten zu schaffen.
Der verweigerte mir aber seinen dienst. Nicht besonders darüber erfreut brummelte ich vor mich hin: "scheiß teil" und versetzte mit der flachen hand dem automaten einen leichten schlag auf die kunststoff-seitenwand, bevor ich den raum verlassen wollte.
Dies löste die lavine aus.
Jedenfalls wurde ich von dem erwähnten jungen mann daraufhin aufs übelste angepöbelt mit zielrichtung, mir eine sachbeschädigung unterschieben zu wollen.
Da ich einen gewissen stolz habe, wollte ich daraufhin mich nicht einfach verpissen, mich also nicht von so einer canaille ohne ersichtlichen grund beleidigen lassen - das hatte sich als fehler erwiesen.
Der mann bot nach lautstarkem wortgefecht an, mit mir zur polizei zu gehen, was ich ohne zu zögern annahm, a) um zu beweisen, daß ich keine angst vor ihm habe (zumindest nicht vor seinem vorwurf der sachbeschädigung) und b) um die unsinnigkeit seiner anschuldigung offenzulegen, und so gingen wir los richtung polizeidienststelle.
Nach einer nicht besonders langen wegstrecke mußte ich die für mich unangenehme tendenz des mannes feststellen, nicht neben mir, sondern hinter mir zu gehen. Als ich mich deshalb umdrehte, um dies zur sprache zu bringen (und daß ich dieses verhalten für unfair halte), war plötzlich einer seiner kumpel mit dabei, der mich fieserweise auf eine weise ansprach, als wolle er mir gegen dan anderen jungen mann helfen (daß es sein kumpel war, mußte ich erst kurz später feststellen).
Ich war so naiv, dies zu glauben, und fühlte mich soweit in sicherheit, daß ich mich zu äußerungen hinreißen ließ, die mir eine wirklich saftige (wußte gar nicht daß saft so hart sein kann) ohrfeige einbrachten (mir hatte noch tage danach die schläfe geschmerzt!).
Daraufhin zog ich es doch vor, mit "eingezogenem schwanz" den platz zu räumen, um einer weiteren eskalation zu entgehen.
Hatte leztlich noch einmal glück gehabt. Ich bin sicher, wenn ich alternative kleidung getragen hätte, wäre dies der anlaß gewesen, und der mann hätte meinen wirklich lächerlichen und harmlosen klapps auf das gerät nicht als anlaß gebraucht.
Johannes