Re: Nach-Partybegegnung der nicht mehr ganz so netten Art

Ino, Monday, 18.11.2002, 00:00 (vor 8542 Tagen) @ susu

Hallo Susu

Nö, das ist nicht zu viel verlangt - einfach so fahren zu können wie man gerne möchte.

Es ist schon eine beschissene Sache, wenn man in der Bahn angepöbbelt wird und geklaut wird. Aus eigener Erfahrung und auch als zeuge eines ähnlichen Vorfalls möchte ich dir sagen: Die drei hätten dich verdrümmt und sich an deinem Rucksack soundso gerne bedient und bei einem anderen Outfit hätten sie einen anderen "Grund" zum Anpöbbeln gefunden.

Jedoch, - überlege ob du nicht doch noch Anzeige erstattest. Wegen Wandalismus und Übergriffen heben manche Verkehrsbetriebe Videoaufnahmen vom Bahnsteig (Zugabfertigen) oder den Bahn einige Tage auf, bevor sie sie wieder löschen. Es kann sein, dass man das Trio wieder erkennen kann. Nimm einen Freund mit, wenn du wegen dem Outfit blöde Nachfragen befürchtest. letztendlich ist eine "private Kostümparty" nach dem 11.11. nicht ganz so ungewöhnlich, auch wenn diese Party für dich sicher etwas ganz besonderes war.

Grüße Ino

Hallo Zusammen.
Zur Party selbst hat Ferdi eigentlich alles gesagt (anmerken möchte ich trotzdem, daß meine Wangenknochen im Normalfall nich so aussehen, wie auf dem Foto...). In entsprechend guter Stimmung stand ich dann auch am Bahnhof Köln-Deutz und wartete auf den Zug, als sich auf dem außer mir leeren Bahnsteig drei junge Männer einfanden. Diese umringten mich, derjenige der sich jeweils hinter mir befand sprach (warum dieses Verhalten von AI als Folter gewertet wird, wird einem so richtig erst dann klar, wenn man es selbst erlebt hat). Ca. 30 Minuten lang bekam ich zu hören, daß "so was" wie ich, in Russland keine Minute auf der Straße überleben würde, sondern damit rechnen müsse, sofort totgeschlagen zu werden. Nachdem ich der Aufforderung den Rock zu liften, damit sie gucken könnten "was für´n Geschlecht du bist" nicht nachkam, bekam ich von dem, der gerade hinter mir stand einen Schlag in den Nacken und stürzte zu Boden. Die drei nahmen dann meinen Rucksack mit, riefen noch mal, daß ich großes Glück gehabt hätte, weil sie "so Leute" normalerweise "tot machen" und verschwanden.
Ich mag naiv sein, mit meinem Selbstverständnis und meinem demonstrativen non-Passing zu erwarten, daß so etwas nicht passiert. Aber genau diese Naivität leben zu können fordere ich. Ich will in einer Welt leben in der ich ohne Angst Abends noch Bahn fahren kann. Is it too much to ask?
SUSU


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