Re: Der Blick von der anderen Seite des Zauns

Wolfgang, Wednesday, 23.10.2002, 12:30 (vor 8570 Tagen) @ B.J.

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Wozu eine falsche Scheinheiligkeit aufbauen?
Seien wir mal ehrlich: Wieviel von den sogenannte Beweggründen und Argumenten für das Tragen "weiblicher" Kleidungsstücke (also Rock, FSH) sind:
- als Rechtfertigung gegenüber Dritten,
- als Rechtfertigung vor dem eigenen Gewissen?
Ich vermute, dass vieles in die zweite Kategorie fällt, auch wenn mancher es nicht wahrhaben will>Sorry für die Deutlichkeit, aber irgendwie ist mir in letzter Zeit bei manchen Postings die Hutschnur ziemlich hochgegangen.
B.J.

Hallo B.J.,

ist ja in Ordnung, wenn bei Dir manchmal die Hutschnur ziemlich hochgeht.

Natürlich wäre es schön, das Röcketragen oder artverwandtes frei von irgendwelchen Ideologien zu sehen. Und wir (als Gemeinschaft betrachtet) haben uns ja aufgerafft auf den Weg dorthin.

Weshalb aber ständig sich an irgendwelchen Rechtfertigungsthesen geklammert wird, ergibt sich doch aus dem Spannungsfeld, in dem wir uns tagtäglich bewegen. Nämlich zwischen unseren wie auch immer gearteten inneren Ansprüchen und dem Wahrnehmen in der Gesellschaft. Wie ständig berichtet wird, ist es unter den meisten Zeitgenossen eher problemlos mit der Erweiterung unseres Kleidergebahrens aufzutreten, aber es gibt immer wieder Menschen, zum Teil sehr nahestehende, die wohl doch intensiver nachfragen und unser Tun zu ergründen suchen.

Und genau hier ist es sinnvoll und wichtig mehr sagen zu können als "Ich mach das halt so". So schön diese Antwort auch ist, so wenig wird sie akzeptiert und sowenig kann sie helfen, bestehende Schubladenfächer einzureißen.

Ich finde es gut, wenn hier Rechtfertigungen gesucht, gefunden, bemüht und diskutiert werden. Denn das braucht die Gesellschaft von uns, um sich weiterzuentwickeln.

Gruß,
Wolfgang


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