Re: Kleidung und Geschlecht
Hallo Wolfgang,
danke für Deine "nächtlichen Ergüsse", sowas kann ruhig öfter kommen!
Daß Kleidung an sich geschlechtsneutral ist, ist womöglich auch nur ein Marketingspruch aus der Ecke der "röckchentragenden Männer" (so wie sicherlich einige gesellschaftsbildende Menschen über uns denken).
So mag zwar vielleicht der eine oder andere denken, die Geschichte und auch heute noch viele andere Nationen lehren uns da jedoch eines besseren.
Naja, ich gebe Dir recht, sofern keine geschlechtsspezifische Funktion zu erfüllen ist, erscheint Kleidung für sich grundsätzlich geschlechtsneutral. Doch um dies zu ergründen, müßte man einen tiefgehenden philosophischen Diskurs führen.
Für mich zumindest erscheint sie nicht nur so, sondern sie ist es auch. Die Philosophen lasse ich die beanspruchen, die darin etwas anderes sehen wollen als es wirklich ist.
Wenn einer aus der Gewohnheit ausbricht, dann ist er KEIN Vorreiter. Sondern: Er ist Ausreißer! Ob er Vorreiter wird, hängt davon ab, inwieweit er andere inspiriert.
Stimmt fast: beschränke die Aussage auf den Singular, denn einer der mitmacht reicht schon um den Begriff grundsätzlich zu rechtfertigen.
... Ich tendiere eher dazu, daß Möglichkeit 1) die effektivere ist. Meiner Meinung nach ist es leichter, jemanden für nur einen kleinen Schritt von seiner Gewohnheit wegzubewegen und ihm diesen vorzuführen.
... und ich tendiere eher zu Deiner Nr. 2, nach der eigenen Erfahrung, daß man viel von anderen verlangen muß um ein wenig zu erreichen. Letztendlich bin ich von der Aussage "Die Mischung macht's ..." überzeugt, will sagen, daß der eine den extremen Schubs braucht um sich angesprochen zu fühlen, beim anderen reicht schon ein kleiner Wink. Deswegen ist es gut daß wir hier im Forum so viele verschiedene Typen sind, denn jeder spricht mit seiner Art wieder andere an.
Wir propagieren, jeder soll das anziehen, in dem er sich wohlfühle. Das ist richtig. Aber das ist auch Wunschgedanke.
"Jeder" ist sicherleich das Idealziel, aber 100 %-ige Deckung halte ich nicht nur hier für unmöglich. Einiges jedoch haben wir schon erreicht.
Wollen wir dauerhaft von unseren Mitmenschen, der Gesellschaft (dem Kollektiv unserer Mitmenschen) anerkannt werden (d.h. wollen wir auf Dauer keine Exoten bleiben), dann sollten wir einen Kompromiss finden zwischen dem, was wir gerne tragen würden, und dem, was die Gesellschaft ertragen kann.
Exot war ich nicht und bin ich nicht, lassen wir es doch lieber bei dem Begriff "Individuum". Und genau das möchte ich auch bleiben! Anerkannt werde ich zumindest in meinem Umfeld mit Rock oder Hose gleichermaßen - von dem einen mehr, von dem anderen weniger, aber ohne nennenswerten Unterschied. Und wenn ich Deine bisherigen Postings so lese, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß es Dir nicht anders ergeht.
P.S.: "was die Gesellschaft ertragen kann" meint, daß einzelne der Gesellschaft in uns nachvollziehbare Beipiele sehen, um auch sich ein wenig aus der Gewohnheit herauszubewegen. Der Kompromiss, den ich ansprach, ist also ein Kompromiss zwischen dem, was wir gerne tragen würden, und dem aus Möglichkeit Nummer 1) (also: von der "Gewohnheit" nur ein Schrittchen entfernt)
Kompromißbereit bin ich anderen gegenüber. Da ich keine gespaltene Persönlichkeit habe, brauche ich mir selber gegenüber auch keine Kompromisse eingehen.
Etwas undeutlich war insgesamt vielleicht meine Aussage "Vorreiter". Nein, ich will nicht Vorreiter oder Leithammel für andere sein. Aber ehe ich anderen hinterherlaufe, laufe ich meinen eigenen Weg. Wenn einer nachläuft, dann ok, wenn nicht, dann auch ok!
Gruß
JürgenB