Re: Im Rock auf der Arbeit - Wo ist das Problem???
Hallo Collantix,
im Rock bei der Arbeit zu sein ist heute schon unnormal. Bestenfalls ältere Frauen tun das.
Vermutlich assozieren die jungen Mütter (ohne eine Sekunde nachzudenken) mit Dir etwas Unerklärliches, "Ausserirdisches", eine Bedrohung für ihren Nachwuchs. Sie verlieren das Vertrauen in Dich. Es ist eigentlich absurd - aber menschlich. Welche Macht doch Textilien haben
Ich würde an Deiner Stelle keinen "Kampf" anzetteln. Der Klügere gibt nach. Zumindest bis Gras über Dein "Vergehen" gewachsen ist. 
Nichts wird so heiss gegessen wie es gekocht wird!
Deine Wut ist verständlich, aber unnütz.
Ein Gespräch mit den Müttern könnte Klärung bringen und sie beruhigen. Als Leiter des Kindergartens ist es Deine Pflicht das Vertrauen Deiner "Kundinnen" zu haben.
In diesem Jahr wurde einer Lehrerin in Deutschland, ich glaube, vom Verfassungsgericht, offiziell untersagt während der Arbeit ihr Kopftuch zu tragen, was sie aus relegiösen Gründen tun müsse und wolle.
Begründung: Das Recht der Schüler, unbeeinflusst durch irgendwelche relegiösen Eindrücke, lernen zu dürfen hätte Vorrang!!!
Soweit mein rationaler Kommentar.
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Mein emotionaler Kommentar:
Vergiss den Vorfall. Ignoriere die drei Mütter. Lass' über Dritte herangetragene unsachliche Kritik von Dir abprallen.
Zieh' Deinen Job so gut wie immer oder noch besser durch! Überzeuge als Mensch und Mitarbeiter. Lass den Kopf nicht hängen. Sei stolz!
Kümmere Dich um die wichtigen Probleme des Alltagsgeschäftes. Wenn Du Probleme erledigst, die den Müttern schon lange auf den Nägeln brennen, wirst Du auch im Rock akzeptiert werden.
Erkläre den fragenden Kindern die Geschichte der Kleidung. Die Nichtfragenden können auch zuhören.
Und ich hätte noch tausend tolle Tips, wenn ich jetzt nicht ins Bett müsste.
Alles Gute,
Sven Donath.
P.S.: Als ich das erste Mal im knielangen modernen Jeansrock am Arbeitsplatz erschien, gab es folgendes: keine Reaktion, Bewunderung "Heute mal was Luftiges!?", Chef: "Sven im Rock? Ist doch egal, wir haben hier genug Arbeit zu erledigen, das ist wichtiger!" Gelächter von einer Kollegin, die fand ich würde "so lustig" aussehen. Ich sagte: "Freut mich, dass ich Dir eine Freude machen konnte.
Wenn Du morgen in Hosen zur Arbeit kommst, lache ich
", Sie: "So war das nicht gemeint." (Sie kam am nächsten Tag in Hosen, aber ich lachte nicht.)