Selbstdarstellung
Hi Folks,
ich soll Ende April Thema des KultuCafés in Bonn sein, so vor allem als Aktuer im interreligiösen Dialog und Schriftsteller. Aber ich habe auch vor, die Gelegenheit zu benutzen, um etwas Werbung für den Rock am Mann zu machen. So schrieb ich folgende Selbstdarstellung, die ich den Leuten zumuten möchte, mit nach Hause zu nehmen.
KulturCafé-Gedanken
Es ist mir nichts Neues, einem Publikum gegenüber zu stehen bzw. zu sitzen, doch normalerweise tue ich dies, wenn ich einen Vortrag halte, an einer Gesprächsrunde teilnehme oder etwas auf der Flöte vorspiele. Im Mittelpunkt steht dann immer der Text oder das Flötenspiel, aber nicht ich als Person. Dieses Interesse an meiner Person ist mir ungewohnt, aber nicht unangenehm. Ich muß mich vor Narzißmus und Egozentrismus hüten.
Im KulturCafé geht es um Kultur und kulturschaffende Menschen. Da ich weiß, dass es jede Menge kulturschaffender Menschen gibt, die den Massenmedien gänzlich unbekannt sind, von erziehenden Eltern die am wesentlichsten Teil von Kultur arbeiten, nämlich an der Primärsozialisation von Menschen, bis zu Musikern und Schriftstellern, die gutes spielen und schreiben, ohne davon leben zu können, reihe ich mich gerne in diese Reihe ein, ohne es als überheblich zu empfinden. Es gehört eigentlich zum Wesen des Menschen, kulturschaffend zu sein, es ist so normal, dass die Medien nur das Außergewöhnliche wahrnehmen, die akrobatischen Leistungen oder die schrägen Mißtöne. Aber es gibt sehr wohl Unterschiede innerhalb der Spanne von Individual- und Kollektivkultur und von Tradierung und Reproduktion einer- und eigensinniger Neuproduktion andererseits. Ich idealisiere dabei einen sozialverantwortlichen Eigensinn, das heißt eine konstruktiv-kritische Betrachtung der Kultur die ich vorfinde, eine Pflege der Wurzeln, und zugleich ein Beschneiden der Triebe. Ich sehe eine Möglichkeit, ja eine Notwendigkeit, das zu tun, was ich will, und gerade dadurch, den Mitmenschen zu nützen. Voraussetzung ist natürlich, dass ich das Richtige will.
Ich wurde am 12. Januar 1965 geboren, wuchs als jüngstes von vier Kindern wohlbehütet auf, verdingte mich nach der Schule für drei Jahre bei der Bundeswehr, versuchte darauf fünf Jahre lang Förster zu werden, bis ich mit 27 Jahren endlich meinen Beruf fand. Den mußte ich aber erst noch studieren, und es dauerte noch ein paar Jahre, bis ich Magister Artium der Vergleichenden Religionswissenschaft wurde, ein vorläufiger Abschluß. 1998 heiratete ich meine liebe Frau Petra, Kinder haben wir (noch) keine. Mancher Mensch braucht mehr Zeit als andere, lebt aber nicht unbedingt länger.
Eine besondere Beziehung zur Kultur pflege ich hauptsächlich in drei Bereichen:
1. Religion, 2. Musik, 3. Röcke.
1. Religion:
Ich pflege besonders drei Zugänge zu Religion:
1.1. Vergleichende Religionswissenschaft:
Es ist das Bemühen, das religiöse Leben und Schaffen der Menschen mit geistes- oder kulturwissenschaftlichen Methoden zu erforschen, zu beschreiben, zu erklären, verstehbar zu machen, frei von apologetischen Absichten, die aus der eigenen Religiosität oder Religionszugehörigkeit erwachsen können. Das tut Not in unserer Zeit, die von so vielen Kollektivinteressen der verschiedenen Religionen und anderen Gesellschaftsteilen in teils unerträgliche Spannung gesetzt wird.
Das ist mein Beruf im engeren Sinne. So habe ich eine Studie über buddhistisch orientierte Gemeinschaften in Bonn angefertigt, helfe bei einer Studie über Religionsgemeinschaften in Köln und Bonn mit, werde in den nächsten drei Jahren in einem Forschungsprojekt zur Mitgliedschaft in neuen religiösen Bewegungen mitarbeiten, schreibe Essays, Aufsätze, Buchrezensionen, Tagungsberichte und halte hin und wieder Vorträge über Buddhismus, Islam oder anderes.
1.2. Interreligiöser Dialog:
Es ist ein Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher religiöser Überzeugungen und Zugehörigkeiten mit dem Ziel, voneinander zu lernen und trotz der Unterschiede an gemeinsamen Aufgaben, wie z.B. der Friedensförderung, zu arbeiten.
Auch das zähle ich zu meinem Beruf, wenn ich dem auch nur ehrenamtlich nachgehe. Vor allem im Rahmen der WCRP-Gruppe Köln / Bonn organisiere ich Gesprächsrunden und Vorträge mit, informiere aber auch per E-Mail in Interreligiösen Rundbriefen über Veranstaltungen in der Region.
1.3. Meditation:
Es ist ein Rückzug vom Lärm der Welt in den Lärm des eigenen Inneren. Die Aufgabe besteht darin, den Lärm wahrzunehmen, zu akzeptieren und loszulassen mit dem Ziel, Achtsamkeit, Mitgefühl und Weisheit zu entwickeln. Es ist Friedensarbeit an der grundlegendsten Basis, an mir selbst.
Meistens meditiere ich zu Hause, aber auch in der Zen-Gruppe von Klaus Wansleben.
2. Musik:
Ein Musiker bin ich nicht, auch wenn ich etwas Flöte spiele. Aber ich liebe Musik, besonders aus dem Bereich den man Volks- oder Folk- und Weltmusik nennt. Es sind Musikrichtungen, in denen unterschiedliche ethnische Wurzeln gepflegt und betont werden, aber mit den Trieben bisweilen sehr phantasievoll und spielerisch umgegangen wird. Meistens wird sie abseits der großen Musikbranche gespielt, in Bonn z.B. beim Bonner Folktreff im Anno Tubac jeden zweiten Sonntag im Monat, wo ich meistens die Ansagen mache und bei der Fiddlers Session im Fiddlers Irish Pub jeden ersten Mittwoch im Monat, wo ich gelegentlich mitspiele. Zu empfehlen ist auch die Radiosendung Matinée der Liedersänger auf WDR 5 sonntags um 11.05 Uhr.
Per E-Mail informiere ich in Folkigen Rundbriefen über Veranstaltungen in der Region.
3. Röcke:
Ich trage gerne Röcke. Global und menschheitsgeschichtlich ist es gar nichts besonderes, dass Männer Röcke tragen, in der besonderen kulturellen Situation unserer hiesigen und heutigen Gesellschaft aber kommt es einem Paradigmenwechsel gleich, dass Männer jetzt wieder damit anfangen. Es spielt vieles mit hinein: Wohlbefinden, Gleichberechtigung, Abwechslung, vielleicht auch Erotik, jedenfalls eine Bereicherung des Lebens. Ich hoffe, dass der Mann im Rock bald ebenso selbstverständlich ist, wie die Frau in der Hose, denn beide Kleidungsstücke sind für beide Geschlechter gleichermaßen geeignet. Dazu ist es aber notwendig, dass Männer den Mut haben, etwas aufzufallen, auch wenn es vielleicht unangenehm ist. Und je mehr Männer Röcke tragen, desto weniger fällt es auf. Ich möchte da jedenfalls als gutes Beispiel voran gehen. Kulturen verändern sich ständig, und man kann sich aussuchen, ob man hinterher hechelt oder voran geht. Der Hosenzwang gehört jedenfalls nicht zu den tradierten Kulturgütern, die es wert wären, beibehalten zu werden.
Innerhalb dieser drei Bereiche schreibe ich viel und gerne, aber auch darüber hinaus hin und wieder ein Gedicht oder sonst was Belletristisches. Und ich fotografiere gerne und viel, denn die Welt ist so schön.
Was ich in allen drei Bereichen merke ist, dass sie nicht zum Mainstream unserer Gesellschaft gehören. Vielmehr sind hier Individualisten aktiv. Was mich betrifft, gehören sie zu meinem Leben, und jeder Mensch hat sein eigenes Leben. Man sollte sich austauschen, aber niemandem etwas aufzwingen, solange die Grundwerte des Zusammenlebens gewahrt sind, über die man freilich auch diskutieren kann. Auch wenn ich niemandem etwas aufzwingen will, möchte ich doch gerne Werbung für die Dinge machen, die mir wichtig sind und zwar nicht nur für die Grundwerte wie Menschenrechte, Demokratie und Umweltschutz, sondern auch für Religionswissenschaft, interreligiösen Dialog, Meditation, Folkmusik und auch für das Röcketragen, wobei ich mit all diesen Punkten, besonders aber mit der Religionswissenschaft und dem interreligiösen Dialog, auch den Grundwerten dienen möchte. Deshalb nutze ich das KulturCafé schamlos aus, um Ihnen diese Selbstdarstellung mitzugeben.
Internetbenutzer mache ich darauf aufmerksam, dass es möglich ist, von mir kostenlos und unverbindlich die Interreligiösen und die Folkigen Rundbriefe zu beziehen.
Und wer gerne im Internet surft, mag sich vielleicht folgende Seiten ansehen:
Religionswissenschaft im deutschsprachigen Raum: http://www.religionswissenschaft.de
Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst: http://www.remid.de
Religionswissenschaftliches Seminar der Univ. Bonn:
http://www.uni-bonn.de/Religionswissenschaft/
Sakrament und Sakrileg, Studentische Zeitschrift für Religionswissenschaft:
http://www.uni-bonn.de/religionswissenschaft/sshome.htm
Religionen für den Frieden, WCRP International: http://www.wcrp.org
Religionen für den Frieden, WCRP Deutschland: http://www.wcrp.de
Deutsche Buddhistische Union: http://www.dharma.de
Aktion Littleway: http://www.littleway.de
Folker, das Musikmagazin: http://www.folker.de/menu/index.htm
Till Nine mit Veranstaltungskalender für Irish Folk in der Region Köln / Bonn:
http://www.till-nine.de/
Anno Tubac: http://www.annotubac.de
Fiddlers Irish Pub: http://www.fiddlers-bonn.com/
Folkclub Frankfurt a.M.: http://www.folkclubfrankfurt.de/
Bordun e.V.: http://www.bordun.de/
Old Songs New Songs, erstklassiger CD-Versand: http://www.oldsongsnewsongs.de/
Drei erstklassige Folkgruppen:
Norland Wind: http://www.thomasloefke.de/
Laïs: http://www.lais.be/
Flook: http://www.flook.co.uk/
Der Mann im Rock... Revolution oder Renaissance?: http://www.maennerrock.de
Abkürzung zum Männerrock-Forum: http://www.f6.parsimony.net/forum6585/
Mundus bracatus? Nein danke! Ein Essay von mir: http://www.stormpages.com/antares/michael0.htm
Ferdis Homepage: http://skirtman.virtualave.net/skirtman.htm
Gruß,
Michael