Ansichten einer Frau

Petra Dalmer, Monday, 21.06.1999, 10:48 (vor 9772 Tagen)

Hallo Ihr Rockträger!

Ich war wirklich etwas erstaunt, was sich hier in diesem Forum so alles an Meinungen zu Thema Herrenrock angesammelt hat. Die Adresse hatte ich von einen Kollegen mit dem ich mal diskutiert hatte und der meine Meinung auch zu diesem Forum hören wollte.
Bevor es Missverständnisse gibt: jeder kann meiner Meinung nach anziehen was er will; aber etwas seltsam finde ich Röcke (Kilts im entsprechenden Umfeld sind ein anderes Thema) an Männern schon.

1. Es mag schon sein dass Frauen Euch nachsehen, wenn Ihr im Rock rumlauft - das täten sie bei einer rot-grünen Hose sicher ebenso, weil es halt auffällt; auffallen ist nicht immer positiv.

2. Ich errege als Frau auch mehr Aufsehen bei Männern wenn ich einen Rock trage, egal welcher Art, als mit Hose. Das liegt aber sicher nicht daran, weil ein Rock besser aussieht, sondern weil ein Rock mit feminin unterbewusst gleichgesetzt wird; grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Personen besonders attraktiv auf das andere Geschlecht wirken, die die Merkmale ihres Geschlechts besonders stark verkörpern.

3. In mir kommt sehr oft der Verdacht auf, wenn ich die einzelnen Beiträge so lese, dass die Schreiber doch ganz gerne etwas femininer wirken möchten, zumal dies wirklich auffallend heftig dementiert wird. Das ist nicht negativ, ich bin mir selbst auch im klaren, dass ich bei entsprechender Kleidungswahl nicht besonders feminin wirke - weil ich es vielleicht zu diesem Zeitpunkt auch nicht will, aber ich stehe dazu und würde es auch von Männern erwarten.

4. Was mir allerdigs am meisten zu denken gibt sind die ständigen Rechtfertigungsversuche - vor allem sich selbst gegenüber. Warum wären sonst HM Röcke so schnell weg? Ich glaube solange man nicht einfach einen Rock tragen - kaufen kann, sondern einen braucht der speziell für Männer gemacht ist - verdrängt man die Teile der eigenen Bedürfnisse, die über das Tragen eines, zu manchen Gelegenheiten praktischen, Kleidungsstücks hinausgehen.

In diesem Sinne, mit einem Hm, tja

Petra

Re: Ansichten einer Frau

elo, Monday, 21.06.1999, 12:37 (vor 9772 Tagen) @ Petra Dalmer

Hallo Petra,

Ich glaube Du hast gewissermaßen recht aber auch unrecht. Hierzu möchte ich Dir von meiner jetztigen Freundin erzählen, als ich sie vor ca 1 1/2 Jahren kennenlernten, war ich mit ihr zusammen in einer örtlichen Discothek, wo zufällig an jenem Tag zwei Rockträger anwesend waren. Ohne dass sie etwas von mir gewusst haben konnten (wir waren ja gerade am einander abchecken) gestand sie mir, dass sie Männer in Röcke "erotisch" finde. Schränkte aber ein, dass man für das tragen von Röcken der Typ sein müsse. D.h. ihrer Meinung nach relativ klapperdürr. Du siehst deine Meinung ist zwar teilweise bestimmt richtig aber nicht alle Frauen denken so.

Ciao
elo

Re: Ansichten einer Frau

Pet, Monday, 21.06.1999, 13:38 (vor 9772 Tagen) @ Petra Dalmer

Hallo Ihr Rockträger!
Ich war wirklich etwas erstaunt, was sich hier in diesem Forum so alles an Meinungen zu Thema Herrenrock angesammelt hat.

1. Es mag schon sein dass Frauen Euch nachsehen, wenn Ihr im Rock rumlauft - das täten sie bei einer rot-grünen Hose sicher ebenso, weil es halt auffällt;

... auf das WIE kommt es an. Stimmt, die rot - grünen Hose wirkt eher lächerlich bzw. belustigend. Da Karneval vorbei ist, reden wir hier auch nicht von VERkleidungen, sondern von Kleidungsstücken ! ( Mein Rock ist nicht rot -grün :-) .

...auffallen ist nicht immer positiv.

Stimmt. Bleibt die Frage, will ich nur auffallen ? ( Ja, ich geb`s zu ;-) )
Könnte diese Auffälligkeit mit den daraus resultierenden Reaktionen der lieben
Mitmenschen vielleicht auch eine Begleiterscheinung und ein anerzogener
Reflex sein ? Wie und wo falle ich negativ auf, nur weil ich einen Rock trage

2. Ich errege als Frau auch mehr Aufsehen bei Männern wenn ich einen Rock trage, egal welcher Art, als mit Hose. Das liegt aber sicher nicht daran, weil ein Rock besser aussieht, sondern weil ein Rock mit feminin unterbewusst gleichgesetzt wird; grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Personen besonders attraktiv auf das andere Geschlecht wirken, die die Merkmale ihres Geschlechts besonders stark verkörpern.

Stimmt auch wieder. Das ist, wie du schon erwähntest, im Unterbewußtsein so
festgelegt und deshalb natürlich ! Auch kann ich es nicht unterbinden, daß
wenn ich im Rock unterwegs bin, mir Frauen auf meine Person gucken und gezielt
mein Hinterteil ins Visier nehmen ! Es Wirkt ! :-))

3. In mir kommt sehr oft der Verdacht auf, wenn ich die einzelnen Beiträge so lese, dass die Schreiber doch ganz gerne etwas femininer wirken möchten, zumal dies wirklich auffallend heftig dementiert wird. Das ist nicht negativ, ich bin mir selbst auch im klaren, dass ich bei entsprechender Kleidungswahl nicht besonders feminin wirke - weil ich es vielleicht zu diesem Zeitpunkt auch nicht will, aber ich stehe dazu und würde es auch von Männern erwarten.

Was ist dagegen einzuwenden, wenn jemand etwas femininer wirken möchte ???
Bekanntlich spiegelt das Äußere doch die Seele des Trägers wider ( Habe ich
mal in einer Frauenzeitschrift gelesen ). Außerdem war es mal die Domäne
des Mannes Röcke zu tragen; die lebt jetzt wieder auf.


Was mir allerdigs am meisten zu denken gibt sind die ständigen Rechtfertigungsversuche - vor allem sich selbst gegenüber. Warum wären sonst HM Röcke so schnell weg? Ich glaube solange man nicht einfach einen Rock tragen - kaufen kann, sondern einen braucht der speziell für Männer gemacht ist - verdrängt man die Teile der eigenen Bedürfnisse, die über das Tragen eines, zu manchen Gelegenheiten praktischen, Kleidungsstücks hinausgehen.

Viele der H&M; - Kunden nutzen vielleicht nur die Tatsache, daß der angebotene
Rock als Männerrock deklariert ist, um gegen dumme Aussagen und blöde
Kommertare besser gewappnet zu sein. Es sind eben nicht alle Menschen gleich
tolerant. Die Aussage, daß es sich bei dem gerade getragenem Rock um einen
H&M; - Männerrock handelt, ist im Prinzip für jeden nachprüfbar. Er braucht sich z.B. nur eine alte Bildzeitung kaufen :-) . Man(n) fühlt sich einfach sicherer.
Gerade jetzt, wo es noch neu ist. Warte erst mal, wenn` Neue ab ist !!

In diesem Sinne, mit einem Hm, tja
Petra

mit einem AaaHaa, und jaaa ;-)

Pet

Re: Ansichten einer Frau/sehr interessant!

Ferdi, Monday, 21.06.1999, 14:53 (vor 9772 Tagen) @ Petra Dalmer

Hallo Petra,
zuerst mal vielen Dank für Deinen Beitrag, den ich sehr sachlich und konstruktiv finde.
Du schreibst, Du findest Röcke bei Männern seltsam. Da hast Du sicher recht. Das Wort "seltsam" kommt ja von selten, und daß Männer Röcke tragen, ist ja (noch) sehr selten.

1.Es mag schon sein dass Frauen Euch nachsehen, wenn Ihr im Rock rumlauft

Nach meiner Erfahrung ist das schon mehr als nachsehen, eine erhebliche Anzahl von Frauen reagieren auf Männer im Rock sehr positiv, ja manchmal sogar begeistert.

2. Ich errege als Frau auch mehr Aufsehen bei Männern wenn ich einen Rock trage, egal welcher Art, als mit Hose.

Aus männlicher Sicht liegt das eher daran, daß der Rock nahezu am Aussterben ist, weil die Mehrzahl der Frauen Hosen trägt. Daher fällt eine Frau im Rock heute mehr auf als früher.

sondern weil ein Rock mit feminin unterbewusst gleichgesetzt wird;

Da liegt m.E. der Kern des Problems. Für mich ist der Rock ein Kleidungsstück. Ein toter Gegenstand, sonst nichts. Daß dem Kleidungsstück Rock das Etikett "feminin" angeheftet wird, ist bedauerlich, habe ich aber nicht zu verantworten. Für mich ist das zunächst mal ein Gegenstand, der mir Komfort und Nutzen bietet. Ein Rock ist für mich genau so wenig feminin wie ein Damenfahrrad oder eine Damentoilette. Daß er dieses Etikett hat, liegt darin begründet, daß er eben bisher ausschließlich von Frauen getragen wurde.

grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Personen besonders attraktiv auf das andere Geschlecht wirken, die die Merkmale ihres Geschlechts besonders stark verkörpern.

Das ist zwar richtig, das bezieht sich aber auf den anatomischen Körperbau.
Du weißt, was ich meine (Brust, Becken, "Kurven" an den richtigen Stellen.) Diese Merkmale kommen aber unabhängig davon zum Ausdruck, was der betreffende Mensch trägt, z. B. ohne weiteres auch bei einer Frau, die Hosen trägt!

3.In mir kommt sehr oft der Verdacht auf, wenn ich die einzelnen Beiträge so lese, dass die Schreiber doch ganz gerne etwas femininer wirken möchten, zumal dies wirklich auffallend heftig dementiert wird. Das ist nicht negativ, ich bin mir selbst auch im klaren, dass ich bei entsprechender Kleidungswahl nicht besonders feminin wirke - weil ich es vielleicht zu diesem Zeitpunkt auch nicht will, aber ich stehe dazu und würde es auch von Männern erwarten.

Ich kann hier nur für mich sprechen, aber ich trage bestimmt keine Röcke, um feminin zu wirken. Wenn diese Wirkung doch so empfunden wird, dann liegt das nicht am Träger, sondern an dem oben erwähnten Etikett, das dem Kleidungsstück Rock anhaftet. Daß Frauen maskulin wirken wollen, sieht man ja sehr häufig, z. B. durch die mit Einlagen verbreiterten Schultern. Ebenso gibt es Männer, die es darauf anlegen, feminin zu wirken. Das ist aber nicht Gegenstand dieses Forums.

4. Was mir allerdigs am meisten zu denken gibt sind die ständigen Rechtfertigungsversuche - vor allem sich selbst gegenüber. Warum wären sonst HM Röcke so schnell weg? Ich glaube solange man nicht einfach einen Rock tragen - kaufen kann, sondern einen braucht der speziell für Männer gemacht ist - verdrängt man die Teile der eigenen Bedürfnisse, die über das Tragen eines, zu manchen Gelegenheiten praktischen, Kleidungsstücks hinausgehen.

Das ist nicht ganz so. Die Röcke in der Damenabteilung sind anders geschnitten als es ein typischer Männerrock (z. B. der Kilt, ich habe zwei!) ist. Der fällt ganz anders und ist der männlichen Körpersilhouette angepaßt. Daher kommt auch die feminine Wirkung, von der ich oben sprach, wenn Männer Damenröcke tragen.
Die Rechtfertigungsversuche, von denen Du schreibst, haben nichts damit zu tun, daß wir uns das Recht nehmen, auch Röcke zu tragen, wenn uns danach ist, sondern haben ihre Ursache in so schwachsinnigen Äußerungen wie "Rocktragende Männer sind schwul" und ähnlichem Unsinn.

Ich habe die Hoffnung, daß Männer, die Röcke tragen, bald keine Seltenheit mehr sind. Emanzipation ist keine Einbahnstraße. Die Frauen haben sich die gesamte Palette aller möglichen Kleidungsstücke einfach angeeignet, bis hin zum Herrenanzug mit Krawatte, die übrigens ebenso ein Etikett trägt, diesmal mit der Aufschrift "maskulin"! Ich habe nichts dagegen. Und ich trage Röcke, wenn ich Lust dazu habe, denn für mich ist ein Rock das bequemste Kleidungsstück, das ich mir vorstellen kann. Deshalb trage ich sie, der Rest der Menschheit ist mir in dieser Beziehung egal!

Schöne Grüße!
Ferdi

In diesem Sinne, mit einem Hm, tja
Petra

Re: Ansichten einer Frau

KtV, Monday, 21.06.1999, 21:43 (vor 9772 Tagen) @ Petra Dalmer

Hallo Petra,

Bevor es Missverständnisse gibt: jeder kann meiner Meinung nach anziehen was er will; aber etwas seltsam finde ich Röcke (Kilts im entsprechenden Umfeld sind ein anderes Thema) an Männern schon.

was ist daran seltsam, wenn Männer Röcke tragen? Dann müßte es doch auch seltsam sein, wenn Frauen Hosen und andere maskuline Accesoires tragen; und das finde ich eigetentlich nicht seltsam... ;-) Nebenbei: Die Hose trägt der Mann erst seit der industriellen Revolution; davor hat er sehr wohl Röcke getragen und tut es auch heute noch (z.B. Asien, Arabien).

1. Es mag schon sein dass Frauen Euch nachsehen, wenn Ihr im Rock rumlauft - das täten sie bei einer rot-grünen Hose sicher ebenso, weil es halt auffällt; auffallen ist nicht immer positiv.

Das ist letztendlich eine Frage des Stils und der Würde, mit der ich die Klamotten trage. Und ich denke, daß tun alle ernsthaften Rock(er). Wir haben nicht die Absicht, den Pausenclown zu spielen... ;-)

2. Ich errege als Frau auch mehr Aufsehen bei Männern wenn ich einen Rock trage, egal welcher Art, als mit Hose. Das liegt aber sicher nicht daran, weil ein Rock besser aussieht, sondern weil ein Rock mit feminin unterbewusst gleichgesetzt wird; grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Personen besonders attraktiv auf das andere Geschlecht wirken, die die Merkmale ihres Geschlechts besonders stark verkörpern.

Kann man drüber streiten, ob das wirklich so ist... Ich glaube kaum, daß ein Breacan (Kilt) die feminine Seite des Mannes betont.

3. In mir kommt sehr oft der Verdacht auf, wenn ich die einzelnen Beiträge so lese, dass die Schreiber doch ganz gerne etwas femininer wirken möchten, zumal dies wirklich auffallend heftig dementiert wird. Das ist nicht negativ, ich bin mir selbst auch im klaren, dass ich bei entsprechender Kleidungswahl nicht besonders feminin wirke - weil ich es vielleicht zu diesem Zeitpunkt auch nicht will, aber ich stehe dazu und würde es auch von Männern erwarten.

Es gibt kein menschliches Wesen, was 100% feminin oder 100% maskulin ist. Die Wirklichkeit liegt irgendwo dazwischen. Jeder Mann hat seine feminine Seite, genauso wie jede Frau ihre maskuline Seite hat. Entscheidend ist, an welcher Stelle der Skala liegt mein Wohlbefinden und das ich die Art meines Wesens mit Würde repräsentiere. Ferdi hat es bereits betont: Ein Rock ist ein Kleidungsstück PUNKT!

4. Was mir allerdigs am meisten zu denken gibt sind die ständigen Rechtfertigungsversuche - vor allem sich selbst gegenüber. Warum wären sonst HM Röcke so schnell weg? Ich glaube solange man nicht einfach einen Rock tragen - kaufen kann, sondern einen braucht der speziell für Männer gemacht ist - verdrängt man die Teile der eigenen Bedürfnisse, die über das Tragen eines, zu manchen Gelegenheiten praktischen, Kleidungsstücks hinausgehen.

Ich denke, den meisten Teilnehmern ist es völlig wurscht, ob der Rock aus einer "Damen"- oder "Herren"-Konfektion stammt. Entscheidend ist, daß er zum eigenen Stil paßt.

In diesem Sinne, mit einem Hm, tja

Na, warum so skeptisch? Sieh es mal als positives Entwicklungspotential, denn du kannst mir nicht erzählen, daß die gängige Herrenmode irgendjemanden vom Hocker reißt. Uniformen trägt man(n) woanders
Gruß

KtV

Re: Ansichten einer Frau

Klaus, Tuesday, 22.06.1999, 00:29 (vor 9772 Tagen) @ Petra Dalmer

Hallo Petra,

erst mal vielen Dank fuer Deinen Beitrag, denn ich denke jeder hier ist insbesondere auch daran interessiert was Frauen denken.

Bevor es Missverständnisse gibt: jeder kann meiner Meinung nach anziehen was er will; aber etwas seltsam finde ich Röcke (Kilts im entsprechenden Umfeld sind ein anderes Thema) an Männern schon.

Du muesstest dann den Ausdruck "seltsam" in diesem Zusammenhang definieren. Koennte das "seltsam" nicht auch ein "ungewohnt" heissen ? Ich denke schon, denn trotz einer fast beginnenden Lawine ist der Mann im Rock im Moment eher der Exot im Strassenbild. Man ists halt einfach nicht gewohnt. Zeit also mal drueber nachzudenken. (Hast Du ja bereits getan).

1. Es mag schon sein dass Frauen Euch nachsehen, wenn Ihr im Rock rumlauft - das täten sie bei einer rot-grünen Hose sicher ebenso, weil es halt auffällt; auffallen ist nicht immer positiv.

Wenns ums reine Auffallen geht schaen Maenner bestimmt genauso nach. Es kommt darauf an WIE geschaut wird. Um bei der Rot-gruenen Hose zu bleiben: Wenn Du so eine anhaettest wuerde man Dir vermutlich aus den gleichen Gruenden nachsehe als wenn ich sie truege. Also eher der Pausenclown-Effekt. Auffallen im negativen Sinne.

Interessant wird es aber wenn einem Nachgeschaut wird ala "Das finde ich ja mutig/toll" bis zur besseren Variante, dass es Frauen sogar erotisch schoen finden.

Natuerlich ist der Rock am Mann kein Allheilmittel, der automatisch alle Frauen schmilzen laesst, aber das ist er bei Frauen gewiss auch nicht !

2. Ich errege als Frau auch mehr Aufsehen bei Männern wenn ich einen Rock trage, egal welcher Art, als mit Hose. Das liegt aber sicher nicht daran, weil ein Rock besser aussieht, sondern weil ein Rock mit feminin unterbewusst gleichgesetzt wird;

und es liegt daran, dass inzwischen auch die Frau im Rock die Minderheit im Strassenbild bildet.

grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Personen besonders attraktiv auf >das andere Geschlecht wirken, die die Merkmale ihres Geschlechts besonders >stark verkörpern.

Korrekt. Nehmen wir als Beispiel also mal eine Hose oder ein t-shirt. Neutral betrachtet Kleidungsstuecke fuer beite Geschlechter.

erst der Schnitt, der Stoff und die Farben betonen Geschlecht und wirken dann attraktiv auf das andere Geschlecht. Wenn ich also eine Frau sehe mit entsprechender Figur die z.B. eine seidenglaenzende schwarze Hose mit engem kurvigen Schnitt sehe denke ich doch auch: Oh la la ;-) Selbst T-Shirts machen da keine Aussnahme, denn sie betonen durch entsprechenden Schnitt und Farbe/Applikationen ebenfalls das Geschlecht.

Warum sollte das nicht auch fuer Roecke gelten ? Welcher der Maenner auf KtVs homepage www.maennerock.de wirkt feminin ?

3. In mir kommt sehr oft der Verdacht auf, wenn ich die einzelnen Beiträge so lese, dass die Schreiber doch ganz gerne etwas femininer wirken möchten, zumal dies wirklich auffallend heftig dementiert wird.

Es gibt nun mal kein schwarz/weiss, kein Null oder Eins beim Menschen und was ist schon feminin ? Z.B. Gefuehle Zeigen ? OK Nicht das Thema. Reden wir ueber Kleidung und Accesoirs. Die heftigen dementi kommen vermutlich wohl eher daher, dass man sich nicht mit TS/TVs gleichstellen will oder in diese Schublade gesteckt werden moechte.(Das bedeutet nat. keine Intolleranz!) Es sind eben auch die ganz "normalen" heteros, die mit Frauen zusammen gehen, die sich das Recht der freuen Kleidungswahl herausnehmen und sich darin wohlfuehlen und darin vielleicht sogar attraktiv wirken.

Das ist nicht negativ, ich bin mir selbst auch im klaren, dass ich bei >entsprechender Kleidungswahl nicht besonders feminin wirke - weil ich es >vielleicht zu diesem Zeitpunkt auch nicht will, aber ich stehe dazu und würde >es auch von Männern erwarten.

Das verstehe ich nicht. Was wuerdest Du von Maennern erwarten ?

4. Was mir allerdigs am meisten zu denken gibt sind die ständigen Rechtfertigungsversuche - vor allem sich selbst gegenüber. Warum wären sonst HM Röcke so schnell weg? Ich glaube solange man nicht einfach einen Rock tragen - kaufen kann, sondern einen braucht der speziell für Männer gemacht ist - verdrängt man die Teile der eigenen Bedürfnisse, die über das Tragen eines, zu manchen Gelegenheiten praktischen, Kleidungsstücks hinausgehen.

Da gebe ich Dir allerdings uneingeschraenkt Recht. Denn das scheint wirklich eine "Macke" von uns Maennern zu sein. Wir brauchen unbedingt die "Ich darf das Card" oder "Der ist von H & M extra fuer Maenner" oder "Das ist ein echter Schottenrock und wird da nur von Maennern getragen".

Wir sollten uns an den Frauen ein Beispiel nehmen und einfach tun was gefaellt. In diesem Sinne: Stuermt die Damenmodegeschaefte und kauft dort die Roecke die euch gefallen/passen den Frauen weg ;-). Es muss nicht H & M sein.

Eine Zeit lang wars ja auch mal in fuer Frauen Herrenhemden zu tragen und auch sonst werden die Damen auch in der Herrenabteilung fuendig. Es sollen sogar Damen die Herren H & M gekauft haben. Also warum nicht sagen: Den hab ich aus der Damenabteilung.

In diesem Sinne, mit einem Hm, tja

In diesem Sinne vielen Dank fuer den Beitrag und Deine ehrliche Meinung dazu. Wir wollen ja auch kein Selbstbeweihraeuchigungsforum sein. Vielleicht denkst Du ja auch mehr drueber nach. Ich habe hier auch sehr viel dazugelernt.

Petra

Klaus

Re: Ansichten einer Frau

AStW, Tuesday, 22.06.1999, 11:43 (vor 9771 Tagen) @ Petra Dalmer

Hallo Ihr Rockträger!
Ich war wirklich etwas erstaunt, was sich hier in diesem Forum so alles an Meinungen zu Thema Herrenrock angesammelt hat. Die Adresse hatte ich von einen Kollegen mit dem ich mal diskutiert hatte und der meine Meinung auch zu diesem Forum hören wollte.
Bevor es Missverständnisse gibt: jeder kann meiner Meinung nach anziehen was er will; aber etwas seltsam finde ich Röcke (Kilts im entsprechenden Umfeld sind ein anderes Thema) an Männern schon.

Da bin ich gleicher Meinung, doch ich würde eher sagen: Ungewohnt (statt seltsam)!

1. Es mag schon sein dass Frauen Euch nachsehen, wenn Ihr im Rock rumlauft - das täten sie bei einer rot-grünen Hose sicher ebenso, weil es halt auffällt; auffallen ist nicht immer positiv.

Das stimmt. Ausser man kleidet sich klassisch: Ich hatte mal einen schwarzen Rock getragen. Doch dies fiel praktisch nicht auf.

2. Ich errege als Frau auch mehr Aufsehen bei Männern wenn ich einen Rock trage, egal welcher Art, als mit Hose. Das liegt aber sicher nicht daran, weil ein Rock besser aussieht, sondern weil ein Rock mit feminin unterbewusst gleichgesetzt wird; grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Personen besonders attraktiv auf das andere Geschlecht wirken, die die Merkmale ihres Geschlechts besonders stark verkörpern.

Ob ein Rock feminin ist oder nicht, da kann man darüber streiten.
Tatsache ist, dass der Rock nicht zu allen Männern passt!
Doch es gibt auch Frauen, zu denen die Hose auch nicht passt!

3. In mir kommt sehr oft der Verdacht auf, wenn ich die einzelnen Beiträge so lese, dass die Schreiber doch ganz gerne etwas femininer wirken möchten, zumal dies wirklich auffallend heftig dementiert wird. Das ist nicht negativ, ich bin mir selbst auch im klaren, dass ich bei entsprechender Kleidungswahl nicht besonders feminin wirke - weil ich es vielleicht zu diesem Zeitpunkt auch nicht will, aber ich stehe dazu und würde es auch von Männern erwarten.

Feminin hat nichts mit Komfort zu tun. Die meisten Männern in Röcken oder Kleider tragen diese des Komfortes willen! Ausserdem könnte eine Frau ohne männliche Geschlechtshormone bzw. umgekehrt gar nicht existieren!

4. Was mir allerdigs am meisten zu denken gibt sind die ständigen Rechtfertigungsversuche - vor allem sich selbst gegenüber. Warum wären sonst HM Röcke so schnell weg? Ich glaube solange man nicht einfach einen Rock tragen - kaufen kann, sondern einen braucht der speziell für Männer gemacht ist - verdrängt man die Teile der eigenen Bedürfnisse, die über das Tragen eines, zu manchen Gelegenheiten praktischen, Kleidungsstücks hinausgehen.

Ganz einfach, dass man sich gegen unzulässige Angriffe verteidigen kann!
Ausserdem haben wir Gleichberechtigung!

In diesem Sinne, mit einem Hm, tja
Petra

AStW

Re: Ansichten einer Frau

Wolfgang, Wednesday, 23.06.1999, 03:13 (vor 9771 Tagen) @ Petra Dalmer

Hallo Petra,

vielen Dank für Deinen Eintrag. Solche Einträge fehlten vielleicht in der letzten Zeit.

Ich möchte nun nicht AUCH noch die einzelnen Punkte auseinandernehmen und meine Meinung dazu schreiben - irgendwie ist ja schon fast alles gesagt worden.

In zwei Punkten gebe ich Dir jedenfalls vollkommen recht:

Manche reizt es wohl, aufzufallen (allerdings wohl die wenigsten) und auffallen ist nicht immer positiv - auch dann nicht, wenn derjenige, der auffällt dieses Gefühl hatte. Wir sollten uns nichts vormachen, daß die positiven Reaktionen längst nicht immer dermaßen positiv gemeint waren, wie sie uns vorkamen. Ich selber badete lange Zeit in diesen positiven Reaktionen, fand es oftmals auch sehr toll z.B. den ein oder anderen Blickkontakt oder sonstigen darüber hinausgehenden Kontakt damit erschlossen zu haben - den ich in Hosen sicherlich so nicht hätte aufbauen können. Doch sicherlich lachte dann die ein oder andere später insgeheim oder vor Freunden doch ein wenig aus. Natürlich empfinden wir die Reaktionen ein Stückchen positiver als sie wohl gemeint sind - so im Schnitt betrachtet. Doch im Laufe der Zeit lernt man es, nach und nach die echtgemeinten und die eher nicht echt gemeinten Reaktionen zu unterscheiden. Und dazu fällt mir ein, daß es genügend echte gibt - und die Zahl steigt - gerade durch die gegenwärtige Medienpräsenz des Männerrockes.

Noch ein Punkt von Dir, dem ich zustimme:

Wir Männer müssen nicht so bedacht darauf sein, daß der Rock, den wir tragen auch tatsächlich für Männer gemacht ist. Mir war es natürlich noch nie dermaßen fundamental wichtig, sonst wäre ich ja nie zu einem Rock gekommen, da ich die schottische Tracht nicht an den Weißwurschtäquator verlegen wollte.

Richtig aber ist der weiter unten geäußerte Einwand, daß in der Damenabteilung längst nicht jeder Rock auch tatsächlich an männlicher Statur zu tragen ist - das merke ich selber, gerade jetzt, wo mein Bauch an manch genossenes Bier beginnt sich zu erinnern. Bis zu mittlerer Statur, denke ich, ist aber auch für gestandenere Männer in der Damenabteilung etwas zu finden, wenngleich man lange, lange u.U. suchen muß. (Problem hierbei: mit steigender Konfektionsgröße verschiebt sich der Stil der Röcke bedrohlich nahe an einer Linie, die das wirklich feminine abgrenzt. In dieser Klammer möchte ich ausdrücken, daß die Modelle in größeren Größen in der Tat sehr damenhaft wirken - im Gegensatz zu der jungen Mode, in der sehr viel androgynes verarbeitet wird; wie z.B. Cargotaschen u.ä.; Klammer zu!)

Neben den gerade geschilderten Einwänden, als Mann in der Damenabteilung doch etwas eingeschränkt fündig werden zu können (zum Glück finde ich noch immer meistens was), ist natürlich auch eine gewisse Geisteshaltung des Mannes gefragt.

Petra, Du forderst: Mann, dann geh' doch in die Damenabteilung! Da forderst Du natürlich sehr viel! Gerade hat Mann den erziehungstechnisch antrainierten inneren Schweinehund überwunden, daß das Röcketragen vielleicht für ihn tatsächlich mal Realität werden könnte, soll er die kläffenden Reste in seinem Innern im selben Handstreich auch noch gänzlich mausetot machen! Das ist zuviel verlangt für die Männer, die schon lange mal gerne wollten und jetzt allmählich sich aus der Reserve locken lassen.

Warum wollten sie innerlich so lange schon, haben dies aber nie getraut, in die Öffentlichkeit zu tragen, warum? Eben darum, weil der Rock feminin besetzt ist in unserer Gesellschaft (kein Wunder!) und weil "Mann" - saisonal schwankend - möglichst männlich wirken muß, um seinen Mitkonkurrenten "Männer" keine Angriffsfläche zu bieten, er sei ja kein richtiger Mann.

Eben genau darum ist es wichtig, den Rock aus seiner feminen Nische im Kaufhaus herauszuholen, um den inneren Schweinehund (oder dessen Reste) nicht noch mehr Argumente zu geben. Ein Mann ist ein Mann, egal was er trägt und egal wohin er geht. Doch geht er (meinetwegen in Hosen) auf die Damentoilette, dann splittert doch schon sein männlicher Lack. Wir alle brauchen abstrakte Gebilde außerhalb unseres Körpers, um uns selbst zu definieren. Und darum brauchen wir Röcke in den HERRENabteilungen!

Mögen die, die es wollen oder können (ich auch) in die Damenabteilung gehen. Wir aber gehen sicherlich genauso gerne in die Herrenabteilung, um uns einen Rock zu erstehen!

Viele Grüße,
Wolfgang

(nun doch wieder so lang geworden)

Sink positive!!

Re: Ansichten einer Frau und Hello!

russie spice, Wednesday, 23.06.1999, 23:46 (vor 9770 Tagen) @ Petra Dalmer

Hallo, ich bin Russie und poste normalerweise in den englischsprachigen
Foren, aber ich musste mal auch hier was tun, seitdem ich auch ein bisschen
mit Michael gemailt habe. Ich wollte auch meine Meinung dazu abgeben, dann wird
Ihr mich auch besser kennenlernen!

Ich stimme Petra nur beschraenkt zu. Gerade über auffällige Klamotten ... es
gilt immer die goldene Regel: schlechte Geschmack ist fast immer schlecht :-)

Kilts, Sarongs oä sehen hierzulande ungewöhnlich aus, jedoch wirken
verstärkend auf die Männlichkeit.

Dagegen wirken etwas "femininere" Röcke auf einem Mann schon seltsam.
Ein Grund dafür: Wir Männer sind in die emotionale Ecke getrieben
worden, müssen ja immer stark und "männlich" sein. Es ist nicht
gesellschaftsfähig als Mann zu dem weiblichen Anteil zu stehen, viele
Männer sowie Frauen machen dieses Spiel leider mit. Viele Männer sind eben durch starke Tabus gegen das Zulassen von etwas Weibliches konditioniert,
eine Art Allergie oder Schuld und Scham Gefühle zu entwickeln.
(Frauen werden auch nie Gleichberechtigung schaffen, ohne dass wir Männer
endlich aufhören "Männer" zu spielen und einfach komplette Menschen werden.)

Es ist auch schwierig als Mann, feminine zu wirken, wenn man so möchte (und
daran habe ich schon Spass), weil wir idR grober gebaut
als die Madels sind. Man(n) muss schon sehr sorgfältig aufpassen, um die
goldene Regel nicht zu verletzen.

viele Gruesse,
Russie

Hallo Ihr Rockträger!
Ich war wirklich etwas erstaunt, was sich hier in diesem Forum so alles an Meinungen zu Thema Herrenrock angesammelt hat. Die Adresse hatte ich von einen Kollegen mit dem ich mal diskutiert hatte und der meine Meinung auch zu diesem Forum hören wollte.
Bevor es Missverständnisse gibt: jeder kann meiner Meinung nach anziehen was er will; aber etwas seltsam finde ich Röcke (Kilts im entsprechenden Umfeld sind ein anderes Thema) an Männern schon.

1. Es mag schon sein dass Frauen Euch nachsehen, wenn Ihr im Rock rumlauft - das täten sie bei einer rot-grünen Hose sicher ebenso, weil es halt auffällt; auffallen ist nicht immer positiv.

2. Ich errege als Frau auch mehr Aufsehen bei Männern wenn ich einen Rock trage, egal welcher Art, als mit Hose. Das liegt aber sicher nicht daran, weil ein Rock besser aussieht, sondern weil ein Rock mit feminin unterbewusst gleichgesetzt wird; grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Personen besonders attraktiv auf das andere Geschlecht wirken, die die Merkmale ihres Geschlechts besonders stark verkörpern.
3. In mir kommt sehr oft der Verdacht auf, wenn ich die einzelnen Beiträge so lese, dass die Schreiber doch ganz gerne etwas femininer wirken möchten, zumal dies wirklich auffallend heftig dementiert wird. Das ist nicht negativ, ich bin mir selbst auch im klaren, dass ich bei entsprechender Kleidungswahl nicht besonders feminin wirke - weil ich es vielleicht zu diesem Zeitpunkt auch nicht will, aber ich stehe dazu und würde es auch von Männern erwarten.
4. Was mir allerdigs am meisten zu denken gibt sind die ständigen Rechtfertigungsversuche - vor allem sich selbst gegenüber. Warum wären sonst HM Röcke so schnell weg? Ich glaube solange man nicht einfach einen Rock tragen - kaufen kann, sondern einen braucht der speziell für Männer gemacht ist - verdrängt man die Teile der eigenen Bedürfnisse, die über das Tragen eines, zu manchen Gelegenheiten praktischen, Kleidungsstücks hinausgehen.
In diesem Sinne, mit einem Hm, tja
Petra