Re: WDR-Fernsehen: Männer in Röcken und FSH
Hi Ralf,
der WDR sortiert "War is?" doch tatsächlich selber als Comedy ein. Ich habe ihnen eben folgendes geschrieben:
Sehr geehrte Damen und Herren,
mich erstaunt, die Sendung "Wat is? Jetzt neu!" auf ihrer Homepage
http://www.wdr.de/comedy/sendungen/watis.phtml
als Comedy bezeichnet zu sehen.
Ich sortiere "Wat is?" nicht als Comedy ein, sondern als eine unterhaltsame Talkshow, in der interessante Menschen vorgestellt werden. Der unterhaltsame Unterschied zu anderen Talkshows ist nur der, dass der Talkmaster (also JvdL) nicht weiß, welche Gäste er zu interviewen hat und um welche Themen es geht. Die Gäste präsentieren zwar zum Teil lustige, zum großen teil aber auch sehr ernsthafte Themen. Ich denke, es ist unangebracht, da von Comedy zu reden.
Comedy aber ist etwas anderes, wie z.B. "Ladykracher", "Axel", "Was guckst Du?", "Hausmeister Krause" oder sowas. Da werden Witze erzählt, Sketche aufgeführt oder es sind Seifenopern.
Entschuldigung, dass ich als Beispiele für Comedy unten nur Sat1-Sendungen genannt habe. Das ist nicht böse gemeint. "Nightwash" ist ein WDR-Beispiel, das mir sehr gut gefällt.
Aber wie gesagt: "Wat is?" (egal ob neu oder alt) ist m.E. keine Comedy, sondern eine Talkshow, deren Gäste ihre Themen ernst nehmen. Und ich habe den Eindruck, dass Jürgen von der Lippe seine Gäste nicht auf die Schippe nimmt und dem Hohn der Zuschauer zuführt, was manche seiner Kollegen (zur Ehrenrettung der öffentl. rechtl. Sender ja meistens oder ausschließlich bei den Privatsendern) ja leider tun.
Der Sinn von Comedy oder Kabaret ist es doch, den Zuschauern etwas zu bieten, worüber sie lachen können. Man mag bei "Wat is?" als Zuschauer zwar schon mal schmunzeln, und JvdL tut das auch, aber ich meine, er nimmt seine Gäste doch ernst. Ich finde die Sendung deshalb so sehenswert, weil sie Menschen vorstellt, die aus dem 0815-Rahmen fallen und Originalität beweisen. Wenn ich lache, denn selten über sie, sondern eher mit ihnen, oder eben aus Freude darüber, dass es solche Menschen gibt.
Herzliche Grüße,
Michael A. Schmiedel