Proletentum/Spott/Anpassung
Immer wieder fällt mir auffallendes proletengehabe unserer heutigen jugendlchen auf. Hatte gestern dazu eine kurze unterhalten mit einer guten bekannten: Wir stellten dazu unsere (recht ähnliche - sie ist aus dem kölner raum, ich aus münchen) jugend gegenüber.
Die 5.essenz:
Proletentum hatten wir damals verabscheut - allenfalls karrikiert.
Auch wir waren keine engel - haben allerhand schabernack getrieben und lehrer genervt - aber vor allem die, die auch uns das leben schwer gemacht hatten.
Gewitztelt, gespottet, uns lustig (darüber) gemacht etc. hatten wir auch - offen taten wir das aber in der regel nur bei maximal gleichaltrigen (und vielleicht auch noch bei lehrern - allerdings dann mit der gebotenen vorsicht und dann vor allem bei solchen, die uns eben das leben über das nöltige maß hinaus schwer machten - siehe oben) - vor allem taten wir das aber dann bei leuten, die sich auffallend anpaßten, konservativen eindruck hinterließen, mit der masse schwammen - eben gerade nicht bei solchen, die individualismus zeigten, sich von der breiten masse abhoben - diese wurden im gegenteil von uns hoch geachtet (es mag ausnahmen gegeben haben).
Jetzt sind ja offensichtlich die angepaßten die helden!
Daß ich als rockträger (wer weiß, vielleicht ist ja irgendwann auch mein bart dran?) hin und wieder von jugendlichen oder gar kindern verspottet werde, finde ich zwar nicht gerade aufbauend, aber auch nicht so massiv störend, daß ich damit nicht leben könnte, es mich dazu bewegen könnte, von solchen gewohnbheiten abstand zu nehmen. Da kann man schon drüberstehen.
Aber:
Den derzeitigen anpassungzwang, gekoppelt mit den drang, alles auch im geringsten abweichende niederzumachen, empfinde ich als beängstigend - sowas hatten wir ja schon einmal (wenn auch vor meiner zeit): 1933 - 1945!
Wird wieder alles gleichgeschaltet? Versinkt bald wieder alles in einer einheutssouce? Landen die, die derzeit noch mit größtem vergnügen verspottet werden, irgendwann wieder in kz´s?
Johannes