Re: Metrosexualität
Hi Jürgen!
Ich sehe meine Kleidungsvorliebe nämlich nicht als "ausleben der weiblichen Seite", sondern ich nehme mir ganz einfach das Recht auf freie Entfaltung meiner Persönlichkeit, das Recht also mich auch so zu zeigen wie ich bin.
Ja sicher, das sollst Du, das steht Dir zu wie jedem anderen. Aber das wird alles in der Definition des Wortes mitgemeint. Ist eigentlich nur eine Frage der Definition. Der eine sagt "weibliche Seite ausleben", der andere sagt "Persönlichkeit entfalten". Das Zweite schliesst das Erste in sich ein. Sehen wir es andersherum. "Metrosexualität" bedeutet dann, die starre Geschlechterrolle des Mannes verlassen und sich zwischen den Geschlechterrollen frei bewegen (entfalten). So ähnlich wurde es in einer Fernsehsendung definiert. Das propagandistisch Wertvolle daran ist ja gerade diese Definition, wobei ausdrücklich betont wird, dass die sexuelle Orientierung davon nicht betroffen wird. Es ist leider so, dass die Menschen alles Ungewöhnliche irgendwie einsortieren wollen. Für mich als männlicher Rockträger gab es bisher keinen Ordner, in den man mein Verhalten einordnen konnte. Da nahm man bequemerweise den nächstliegenden, und das war der Ordner "Fetischismus, Transvestitismus". Das passt mir nun gar nicht. Nun haben Aussenstehende einen neuen, leeren Ordner, wo ich besser reinpasse: "Metrosexualität". Das ist für mich immer noch besser, weil dabei die sexuelle Ausrichtung aussen vor bleibt und nicht mehr in Frage gestellt wird. Daher empfinde ich den Ausdruck als durchaus positiv. Besser wäre es natürlich, die Menschen würden ganz darauf verzichten, andere Menschen in so Ordner zu katalogisieren. Da ich das den Menschen aber nicht abgewöhnen kann (sie sind nunmal so), finde ich es besser, wenn ich in so einem Ordner lande als in einem total falschen. Meine Meinung, andere mögen es anders sehen.
Gruss,
Ferdi