Mann = Arschloch? - Medien - Offtopic?

Johannes, Tuesday, 01.04.2003, 11:01 (vor 8423 Tagen)

In unserer kultur verkommt der mann (oder muß ich besser sagen, das bild des mannes, oder gar das ideal?) zum arschloch.
Nicht nur, daß man als mann (bzw. bereits als männliches neugeborenes) eigentlich schon die arschkarte gezogen hat: Der mann hat zu rackern (am besten noch zusätzlich zum hauptberuf noch in einem nebenjob - weil sonst die kohle nicht reicht) und dann die moneten abzuliefern (ok - bin eigentlich nicht ganz betroffen, da ich das geld wenigstens nicht abliefern muß...) und wenn man dann nicht mehr kann oder will, dann geht möglicherweise noch die beziehung kaputt - das ist dann das von den femiistinnen richtigerweise, aber mit falschen argumenten (und noch viel schlimmer: der falschen schlagrichtung), so geschmähte patriarchat.

Film und fernsehen zeichnen immer intensiver das bild vom mann, der eigentlich mit "arschloch" geleichzusetzen ist - und immer mehr buben und männer machen das nach und meinen, das sei der weg (die filmschauspieler sind ja für weite kreise die idole schlechthin, denen blind nachgeeifert wird).
Wer nicht immer mit mehr oder weniger gewalt sich seinen vorteil holt, die ellenbogen vorne hat, mobt, vordrängelt etc. - und sich natürlich (zugegebenerweise vergleichsweise harmlos, aber umso auffälliger und auf jeden fall auch nicht gerade schön) entsprechend nach biest-muster ausgibt, sich gibt (körpersprache, blick, aufmachung), gilt als weichei bis schwuchtel und wird jedenfalls nicht ernst genommen.
Zum glück gibt es eine kleine minderheit, die anders denkt und handelt - dazu gehören auch wir!
Arbeiten wir daran, daß diese minderheit nicht untergeht, sondern eher noch wächst und an bedeutung gewinnt.
Jede frau, die positiv auf uns reagiert (uns freundlich anlächelt, uns oder unser outfit bewundert) - und noch mehr: Jeder mann, der dazu ein entspr. säuerliches gesicht macht, hilft uns weiter auf diesem weg!

Johannes

Re: Mann = Arschloch? - Medien - Offtopic?

TomC, Tuesday, 01.04.2003, 11:59 (vor 8423 Tagen) @ Johannes

In unserer kultur verkommt der mann (oder muß ich besser sagen, das bild des mannes, oder gar das ideal?) zum a****loch[/b]

Moin, Moin !

Das Bild Mannes ist im Umbruch ! Es sind ja immer mehr Männer die im Herzinfarkt nicht mehr den Beweis für erbrachte Leistung sehen. Zugegeben mancher erst nach dem Infarkt, Bandscheibenvorfall oder was auch immer. Vielleicht ist gerade dieser umbruch der Medien wie Kino und Fernsehen auf die alten Klischees verfallen läßt. Vielen macht ein Umbruch Angst. Die reagieren dann wie einst das biblische Volk Israel. Aus der Gefangenschaft in Ägypten gerettet zogen sie 40 Jahre durch die Wüste. In ihre neue Heimat konnten sie noch nicht gelangen. Da wollten sie dann lieber zurück zu den Röcken ..äh... Fleischtöpfen Ägyptens. das sie dort Sklave waren, schufften mußten und geschlagen wurden hatten sie schon vergessen. Jetzt müßte ich im Wort-zum-Sonntag-Tonfall schreiben. Nein ich tue es nicht. Aber Umrüche brauchen Zeit, Mut und Durchhaltevermögen.

Gruß Tom C.

Re: Mann = Arschloch? - Medien - Offtopic?

Johannes, Wednesday, 02.04.2003, 14:19 (vor 8422 Tagen) @ TomC

...zurück zu den Röcken ..äh... Fleischtöpfen Ägyptens...

meintest Du vielleicht "zurück zu den Hosen ..äh... Fleischtöpfen Ägyptens"? Oder sitze ich da jetzt auf dem schlauch (engl. "hose")?

Johannes

Re: Mann = Arschloch? - Medien - Offtopic?

heinz, Tuesday, 01.04.2003, 12:40 (vor 8423 Tagen) @ Johannes

Hallo Johannes

In unserer kultur verkommt der mann (oder muß ich besser sagen, das bild des mannes, oder gar das ideal?) zum arschloch.

Sagtest du "Kultur"? Diese Blaujeanshosenturnschuht-shirtkultur? Das in meinen Augen das absolut fantasieloseste Modezeitalter (vor allem bei den Herren!) seit Menschengedenken! Und komischerweise machen's die Frauen zum Teil immer noch nach: Sah gestern eine Gestalt, kurze Haare, etwas zerzaust, aufrecht gehend, in Schlabberschlabber-Jeans mit fast mehr Seitentaschen als 10 Harleys, Gebirgsschuhen, die aussahen, als hätten sie gerade einen zweijährigen Wüstenkrieg durchgemacht, eine Art Oberbekleidung wie ein Pullover, war aber nicht genau erkenntlich und ein Baseballkäppi. Nach genauerem Hinschauen entpuppte sich das auf zwei Beinen sich vorwärtsbewegende Wesen als: FRAU
Kam mir so vor, wie ein Schweizersöldner nach 10jährigem Kampfeinsatz.

Film und fernsehen zeichnen immer intensiver das bild vom mann, der eigentlich mit "arschloch" geleichzusetzen ist - und immer mehr buben und männer machen das nach und meinen, das sei der weg (die filmschauspieler sind ja für weite kreise die idole schlechthin, denen blind nachgeeifert wird).


Film und TV-Sendungen sind sowieso zum Teil hundert Jahre zurück. Habe die Konsumation von TV-Sendungen stark reduziert!!!!! (Faru: Hose, Rock / Männer: Immer in Hosen!)

Wer nicht immer mit mehr oder weniger gewalt sich seinen vorteil holt, die ellenbogen vorne hat, mobt, vordrängelt etc. - und sich natürlich (zugegebenerweise vergleichsweise harmlos, aber umso auffälliger und auf jeden fall auch nicht gerade schön) entsprechend nach biest-muster ausgibt, sich gibt (körpersprache, blick, aufmachung), gilt als weichei bis schwuchtel und wird jedenfalls nicht ernst genommen.

So in etwa stimmt das! Ich frage mich manchmal nur, womit sich Männer, rein Aeusserlich oder mit ihrem Gehabe noch von Frauen unterscheiden könnten? (Wenn sie es unbedingt wollen!!!!). Eben zum Beispiel als Rohling aufzutreten, alles kapputt machen, motzen, vergewaltigen, so tun, als wäre man(n) immer noch das starke Geschlecht.
Das geht dann aber meistens buchstäblich in die Hose, dann kommen beim Mann noch die psychischen Aspekte dazu und siehe da: ER dreht völlig durch!
Das GROS der Männerwelt ist nicht nur zum A....Loch gestempelt sondern buchstäblich degeneriert.
Die Frauen fahren Trams, lastwagen, fliegen Kampfjets, sitzen auf Direktionssesseln, machen Politk, Militär.......und........tragen die ganze Kleiderpalette. Männer, die ihre Softwear nicht erneuern könne, sehen sich da bedroht, und zeigen ihre "Männlichkeit" eben noch dort oder so, wo es noch möglich ist: Kraftakte, Blödeleien usw.( Nieveau Z )
Die meisten "Mutigen" Männer sind ja nicht einmal imstande, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und in einen Rock zu schlüpfen. Viel lieber hängen sie mit Kumpels in Baren umher und schlagen, wenn's ganz krumm geht, nach feierabend einander noch die Köpfe ein! Das ist mutig, das ist MANN. Pfui der Teufel!

Zum glück gibt es eine kleine minderheit, die anders denkt und handelt - dazu gehören auch wir!


Danke!!Stimmt

Arbeiten wir daran, daß diese minderheit nicht untergeht, sondern eher noch wächst und an bedeutung gewinnt.
Jede frau, die positiv auf uns reagiert (uns freundlich anlächelt, uns oder unser outfit bewundert) - und noch mehr: Jeder mann, der dazu ein entspr. säuerliches gesicht macht, hilft uns weiter auf diesem weg!

Genau!


Gruss
heinz

Mann = schwaches Geschlecht

B.J., Tuesday, 01.04.2003, 15:15 (vor 8423 Tagen) @ Johannes

Hallo Johannes,

ich habe vor kurzem ein interessantes Geo-Sonderheft "Mann und Frau" (oder so) in die Hand bekommen. Aufgrund von verschiedenen langjährigen wissenschaftlichen Studien kommt man zu folgenden Schlüssen:

- Männer sind eigentlich das schwache Geschlecht. Als Beispiel mögen biologische Unterschiede gelten, die dafür sorgen, dass der Mann im Schnitt nicht so alt werden kann wie die Frau.

- Männer entwickeln sich immer mehr zum Problem unserer Gesellschaft, weil das gesellschaftliche Verhaltenskorsett für sie immer enger wird (und viel Langeweile aufkommt). Zudem gibt es einen nicht zu vernachlässigenden Wettbewerbsfaktor.

In mehreren Artikeln kommen die Wissenschaftler zu dem Schluß, dass unsere Gesellschaft eigentlich nur dann zu retten ist, wenn Männer endlich aus dem Macho-Eck rauskommen und in mancher Hinsicht eher als "weiblich" empfundene Verhaltensweisen annehmen. Aber das setzt schon in der Erziehung an - und wird wohl noch ein paar Generationen brauchen. Gerade gestern abend gab es im Rundfunk (MDR) eine Meldung, dass junge Männer aufgrund der steigenden Gewaltbereitschaft immer mehr zu einem Problem unserer Gesellschaft werden. In besagtem Heft gibt es dazu auch einen Artikel - mit einer Statistik, die nicht gerade Zukunftsoptimismus weckt.

Einfaches Beispiel aus eigener Erfahrung: Gestern war ich mit schwarzem Anzug und Krawatte in einem Schnellrestaurant. Einziger Faux Pas: ich hatte meine Lockenmähne offen. Das blöde Gegrinse und Angestosse ("Guck mal da") der anwesenden Teenies war nicht zu übersehen. Aber gerade die erziehen die nächste Generation - Hoffnung, wo bist Du? In den 70ern war halt alles noch mehr androgyn.

Viel Spaß beim Nachdenken,

B.J.

Re: Mann = schwaches Geschlecht

Miguelito, Wednesday, 02.04.2003, 12:37 (vor 8422 Tagen) @ B.J.

Hallo B.J.,

eigentlich kann ich über die von dir beschriebene Szene nur den Kopf schütteln. Pferdeschwanz für Männer tragen doch schon lange unsere Geschlechtsgenossen, von allen natürlich Karl Lagerfeld, der ihn populär gemacht hat.
Wahrscheinlich wollten die Teenies nur was zum Lästern haben. Liegt schließlich an uns, sich davon beeinflussen zu lassen. Wir müssen uns nicht schwach machen lassen.

Viele Grüße

Michael

Der Fokus war ein bisserl anders :-)

B.J., Wednesday, 02.04.2003, 14:54 (vor 8422 Tagen) @ Miguelito

Hi Michael,

eigentlich kann ich über die von dir beschriebene Szene nur den Kopf schütteln. Pferdeschwanz für Männer tragen doch schon lange unsere Geschlechtsgenossen, von allen natürlich Karl Lagerfeld, der ihn populär gemacht hat.

ich hatte geschrieben, dass ich meine Lockenmähne offen und somit ausnahmesweise mal keinen Pferdeschwanz hatte. Karl mit seinem winzigen, zusammengeklatschten Mikroschwänzchen ist das eine, aber dann gibt es noch das andere. Stell Dir einfach einen blonden Engel mit echt lockigem Haar vor, welches halb den Rücken runtergeht. Dann hast Du eine ziemlich gute Vorstellung von meiner Mähne in ungebändigtem Zustand.

Wahrscheinlich wollten die Teenies nur was zum Lästern haben. Liegt schließlich an uns, sich davon beeinflussen zu lassen. Wir müssen uns nicht schwach machen lassen.

Tja, das ist halt wieder das Problem. Ich werde zuhauf von Frauen angesprochen, die mich beneiden oder sich mehr Männer meiner Art wünschen. Aber für Teenies, die vielleicht gerade die Pubertät hinter sich haben, ist das ein echtes Problem. Und so gut es die einen finden, so schlecht finden es die anderen.

Und wenn ich dann den ebenfalls geschilderten Trend anschaue, dass in unserer Gesellschaft Männer immer mehr in eine Ecke gedrängt werden, dann sehe ich für unser Ansinnen, den Rock gesellschaftsfähig zu machen, echte Probleme auf uns zukommen.

Keep on rocking,

B.J.

P.S.: Ich will jetzt hier nicht schwarzmalen, aber es ist doch komisch, dass wir als angeblich starkes Geschlecht
a) biologisch benachteiligt sind
b) gesellschaftlich viel weniger Spielräume haben.
Da stimmt doch irgend etwas nicht

Re: Der Fokus war ein bisserl anders :-)

Hes, Wednesday, 02.04.2003, 15:55 (vor 8422 Tagen) @ B.J.

Tja, das ist halt wieder das Problem. Ich werde zuhauf von Frauen angesprochen, die mich beneiden oder sich mehr Männer meiner Art wünschen. Aber für Teenies, die vielleicht gerade die Pubertät hinter sich haben, ist das ein echtes Problem. Und so gut es die einen finden, so schlecht finden es die anderen.

Die Jugendlichen müssen es nicht unbedingt schlecht finden, sie können nur noch nicht dazu stehen, daß sie selbst, als Individuum, es gut finden, denn viele Jugendliche verstehen sich noch nicht als Individuum, sondern als gruppenzugehörig. Der Mechanismus ist also ganz einfach: Ich beweise, wie stark ich zu meiner Gruppe gehöre, in dem ich alles brandmarke, von dem ich erkennen kann, daß es offensichtlich konträr zur Gruppe läuft, und mich gleichzeitig höchst mögliche an das Gruppenbild anpasse. Mit eigener Meinung hat das ganze dann nur noch wenig zu tun. Im Grunde sind diese Jugendlichen aus meiner Sicht sehr unsicher und fühlen sich deshalb außerhalb des Schutzes der Gruppe nicht wohl. Auf die Meinung solcher Leute, die noch nicht über den Tellerrand geschaut haben und alleine kaum lebensfähig sind, gebe ich nichts.

Hes

Re: Der Fokus war ein bisserl anders :-)

Ferdi, Wednesday, 02.04.2003, 16:42 (vor 8422 Tagen) @ B.J.

Hi BJ

Und wenn ich dann den ebenfalls geschilderten Trend anschaue, dass in unserer Gesellschaft Männer immer mehr in eine Ecke gedrängt werden, dann sehe ich für unser Ansinnen, den Rock gesellschaftsfähig zu machen, echte Probleme auf uns zukommen.

Nein, da bin ich anderer Ansicht! Wenn jemand in eine Ecke gedraengt wird, dann gehoeren dazu immer zwei: Der, der draengt und der, der sich draengen laesst. Ich bin absolut nicht derjenige, der sich von irgendeiner Figur, egal was sie auch darstellen mag und welchen Status sie auch haben mag, in irgendeine Ecke draengen laesst. Hier liegt naemlich das Problem: die meisten Maenner lassen das mit sich machen. Der Maennerrock ist laengst gesellschaftsfaehig. Diese Tatsache ist nur viel zu wenig bekannt, weil viel zu wenige Maenner Roecke tragen. Komisch, dass es mir in meinem gesamten Umfeld gelungen ist, den Rock gesellschaftsfaehig zu machen. Und nicht nur mir, fragt Wolfgang, der ist genau so konsequent dran. Und Collantix, KtV, Schorsch, nur um auf die Schnelle mal einige zu nennen.

Ich will jetzt hier nicht schwarzmalen, aber es ist doch komisch, dass wir als angeblich starkes Geschlecht
[quote]a) biologisch benachteiligt sind
b) gesellschaftlich viel weniger Spielräume haben.
Da stimmt doch irgend etwas nicht...
[/quote]

Ja, da stimmt was nicht. Wir wollen das "starke Geschlecht" sein, sind aber zu schissig, uns die gesellschaftlichen Spielraeume einfach zu nehmen, die uns zustehen. Dabei macht es vor allem bei Frauen einen gewaltigen Eindruck, wenn Maenner nicht nur outfitmaessig gut aussehen, sondern auch dazu stehen, was sie machen. Das hinterlaesst den Eindruck eines willensstarken, selbstbewussten Mannes, eines echten Vertreters des "starken Geschlechtes" und verstaerkt noch die gewisse Erotik, die ein Rock - richtig getragen - haben kann.

Nicht dass ich jetzt missverstanden werde: ich plaediere keineswegs dafuer, dass jetzt alle Maenner, die keine Roecke tragen wollen, als nicht stark usw. angesehen werden muessen, aber diejenigen, die das wirklich wollen, die sollten sich nicht von - wie Hes schreibt - unsicheren, vom Gruppenzwang drangsalierten, pubertierenden Jugendlichen beeinflussen lassen, die sollten kilometerweit darueber stehen.

Noch was zur biologischen Benachteiligung: Die ist nicht von vorneherein von der Natur so gewollt, sondern das ist IMHO eine Folge der gesellschaftlichen Einengung der Spielraeume. Menschen, die Herzenswuensche permanent lebenslang unterdruecken, weil sie nicht die Kraft finden, sie durchzusetzen, werden leichter krank als andere. Darauf deutet die Tatsache hin, dass Frauen, die in aufreibende Maennerberufe gehen, wo sie kaempfen muessen wie die Maenner, zum Beispiel in Konzernspitzen, nunmehr auch dieselben Krankheitsbilder entwickeln. Wer sich so richtig wohlfuehlt, wer gluecklich und unbeschwert lebt, der ist auch staerker gefeit vor Krankheiten. Es ist schon was dran an dem Spruch: "mens sana in corpore sano" - Ein gesunder Geist in einem gesunden Koerper. Abgewandelt moechte ich sagen: Ein gesunder Mann in einem gesunden Rock. Denn gesund sind die Roecke fuer uns ja allemal.

Schoene Gruesse!
Ferdi

Re: Mann = ...? - Wer den Teufel an die Wand malt, spart die Tapete. ;)

Sven Donath, Wednesday, 02.04.2003, 02:40 (vor 8422 Tagen) @ Johannes

Hallo Johannes,

nicht, dass Du Unrecht hättest mit Deinen Beobachtungen, aber Frauen haben's auch nicht besser.