Die Geschichte des Rockes im europaischen Raum

Hes, Monday, 13.01.2003, 16:42 (vor 8491 Tagen)

Um mit den Worten Michael Mittermeiers zu sprechen: die Geschichte des Rockes ist eine Geschichte voller Mißverständnisse
Oder kurz in meinen Worten: Warum es einfach nicht stimmt, daß der Rock a) vor der Hose entwickelt wurde und b) dies der Fall sei, weil er ja viel praktischer, wärmer im Winter und kühler im Sommer, als die Hose sei. Diesen Irrglauben werde ich für den europäischen Raum, denn für den kann ich sprechen, endgültig aus der Welt schaffen.

Als erstes schlage ich vor, sich auf zwei Zeiten und drei Kulturen für dieses Unterfangen zu einigen: die Antike, hier Griechenland sowie später Italien und das Mittelalter in Deutschland. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, denn in der Antike war schlichtweg der Mittelmeerraum das Kulturzentrum. Hier hatten Sprache und Geschichtsschreibung eine lange und für den europäischen Raum konkurrenzlose Blütezeit. Auch die meisten Berichte über das Aussehen und die Kleidung der damaligen Germanen stammen deshalb aus römischer Feder, da das Gebiet des heutigen Deutschlands ja bekannter Maßen eine lange Grenze, den sogenannten Limes, zum römischen Reich aufwies.

Deutschland im Mittelalter habe ich gewählt, weil sich etwa um diese Zeit in unserer Region das Schneiderhandwerk entwickelte, d.h. zum ersten mal körpernahe Schnitte aufkamen und damit auch die Notwendigkeit ganzer Nähte, statt einzelner Verbindungsstiche bestand.

So, jetzt kann es losgehen. Kleidung, bevor und nachdem das Schneiderhandwerk erfunden war
Bei den Griechen setzen sich die Kleidungsstücke ausschließlich aus Rechtecken zusammen. Eines der Bekanntesten ist wohl jenes, daß die Römer später Tunika nannten. Im Grunde werden dafür zwei rechteckige Stoffstücken übereinander gelegt und an einer der schmaleren Seiten an mindestens zwei Stellen, Abstand war etwa 30-35 cm, verbunden. Durch den entstandenen Zwischenraum wurde der Kopf gesteckt, dadurch kamen die Fixierungen auf den Schultern zu liegen. Noch ein Gürtel um die Taille und an den Seiten die Tücher etwas übereinander gelegt - voila. Fertig ist die Tunika. Sie hieß bei den Griechen eben nur etwas anders (hab’ ich leider vergessen). Die Ausführung für die Damen war zumeist nur etwas länger als die der Herren, ansonsten unterschieden sich nur die verwendeten Stoffarten, Gürtel und Spangen. Die rechteckige Form liegt hierbei einfach darin begründet, daß Stoffe gestern wie heute in Bahnen gewebt werden. Erst bei den Römern taucht eine neue Form auf: das Oval. Im Gegensatz zum griechischen Himation, eine Art Wickelmantel, hatte die Toga nämlich eine ovale Grundform.

Wir halten fest: In der Antike gab es also eine gewisse Wickeltuchmode, die bei den Herren so etwas wie ein langes Hemd und bei den Frauen eine Art Kleid hervorbrachte, wobei der überflüssige Stoff als Scheinärmel die Schultern herabhing. Die Fixierung der Stoffteile erfolgte durch Gürtel und Spangen (Fibeln). Da die Bekleidung einteilig war, lief also praktisch niemand im Rock bzw. Wickeltuch rum, denn im allgemeinen wurde mindestens eine Schulter bedeckt. Außer bei den Athleten, die ja nun komplett nackt rumwetzen.

An dieser Stelle sei gesagt: Wer schon das Umschnallen eines Tierfells mittels eines Stricks als kleidungs- und gestaltungsbewußtes Rocktragen sieht, kann aus meiner Sicht genauso gut behaupten, die Zahnmedizin hätte ihre Wurzeln im ersten Faustkampf der Steinzeit.

Und nun weiter zum Mittelalter. Im Mittelalter tauchten erstmalig Schnitte auf, das heißt die Kleidung wurde körpernaher und setzte sich nicht mehr ausschließlich aus Rechtecken zusammen. Es entwickelte sich eine Art Abnäher in Schnürform, aber auch schon mehrbahnige Schnitte bei den Kleidern und Aufkeilungen. Schon im frühsten Mittelalter wurde, angeblich bei den Kelten, eine Art Hose entwickelt. In der einfachen Form zwei Tunnel, die dann am Untergewand festgenestelt (festgeschnürt) wurden. Die Hose war also in gewisser Weise zwei bzw. dreiteilig und wurde genau wie die Ärmel vieler Kleider und Hemden angeschnürt, damit sie nicht entfleuchen konnte.

Wirft man einen Blick in Bücher zum Thema, findet man jede Menge Abbildungen dieser Hosen, Abbildungen der aufgekeilten Kleider und von Kleid + Unterkleid Kombinationen. Ich persönlich erinnere mich aber an überhaupt keine Rockabbildungen, halte Röcke aber in der Unterschicht zumindest für möglich.
Fazit: Hose und Rock sind etwa zur gleichen Zeit entstanden. Wobei sich die Hose vermutlicht aus den Wadenwickeln bzw. Beinschienen und sich der Rock aus der Teilung des Kleides entwickelt hat. Ich nehme mir das Recht, das zu behaupten, weil die reine Kiltform heute weniger als zwei Prozent ausmachen dürfte und eben seinerzeit eine "Notlösung" und keine aktive Wahl war, da sich die Schnittkonstruktion erst viel später entwickelte.

Abschließend wäre zu sagen: Die wenigsten Ritter hatten einen Bürojob. Da es zu Pferde eben doch praktischer und der Stoffverbrauch für den gleichen Wärmeeffekt doch um einiges geringer ist, erklärt sich der Siegeszug der Hose in der Männerwelt von selbst. Im übrigen, wer unterm Rock eine Strumpfhose trägt und mir sagt, dass ihm ja 1) so wunderbar warm ist und 2) er sich bei Hitze die Beine nicht wund scheuert, mogelt. Schließlich trägt er eine Hose drunter. Ja, meine Herren, die Strumpfhose ist kein Rock und hat sich sicherlich auch nicht aus ihm entwickelt *ätsch*!

Hes - das mußte mal gesagt werden!

Re: Die Geschichte des Rockes im europaischen Raum

Joe, Monday, 13.01.2003, 20:53 (vor 8491 Tagen) @ Hes

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Der erste Ritter

Hes, Monday, 13.01.2003, 21:02 (vor 8491 Tagen) @ Joe

Hat sich tapfer durch meinen "Roman" gearbeitet. Was für ein großes, gemütliches und zufriedenes Lächeln. Da hat sich die Arbeit ja gelohnt.

Hes

Re: Der erste Ritter

Joe, Monday, 13.01.2003, 21:06 (vor 8491 Tagen) @ Hes

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Naja, klingt Logisch und der Schluss ist doch auch nett gesagt

[image]

Wie passen die Schotten in diese Geschichte

Ino, Monday, 13.01.2003, 23:21 (vor 8491 Tagen) @ Hes

Hallo liebe Hes,
Hallo liebe anderen Leser,

Bei deiner ganzen Geschichte frage ich mich, wie es denn da die Schotten in die Sammlung mitteleuropäischer Missverständnisse passen. Bekanntermaßen haben die Engländer es vor einigen Jahrhunderten den Schotten verboten, Kilts zu tragen, was dazu führte, dass die reisenden Männer in einem Gasthaus an der Grenze regelmäßig Kilt gegen Hose bzw. umgekehrt tauschten, um mit der englischen Obrigkeit klar zu kommen. Eine Erlösung waren die Hosen also nicht, sondern ein Zeichen der Untergebenheit bzw. Erniedrigung des Siegers. Bekanntermaßen wird der Kilt auch heutzutage in Schottland als ein normales Kleidungsstück des Mannes gesehen und erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance. Nicht nur bei folkloristischen Festen, sondern auch im Alltag wird von vielen schottischen Männern getragen und zwar nicht als Notlösung, sondern bewusst und mit Stolz und auch im Winter, wenn die Temperaturen um Null Grad und auch schon mal darunter sind, die Winde an der Küstenlinie oft stürmisch und das Land voll nebliger Nässe.

Pardon, wollen wir das Volk in seiner Geschichte und Kultur als eins voller Mißverständnisse abtun? Wollen wir behaupten, dass es unpraktisch sein muß und noch heute nur einer "Notlösung" gehorchend? Warum tragen dann diverse Schotten ihre Kilts - und die zumeist ohne Strumpfhosen?!

Hallo Hes ! Du schriebst selbst "Ich nehme mir das Recht, das zu behaupten, weil die reine Kiltform heute weniger als zwei Prozent ausmachen dürfte und eben seinerzeit eine "Notlösung" und keine aktive Wahl war, da sich die Schnittkonstruktion erst viel später entwickelte."

Nimmst du dir das Recht, die Schotten so zu bevormunden, wie es früher die Engländer taten?!

Verallgemeiner doch nicht deine persönlichen Vorlieben. Ich gönne dir ja deine Hosen. Aber gönne anderen doch ihren Rock. Vor allem, wenn sie sich darin wohl fühlen.

Grüße
Ino

Gar nicht, denn es geht um den deutschsprachigen Raum

Hes, Tuesday, 14.01.2003, 00:14 (vor 8491 Tagen) @ Ino

Hallo Ingo,

ich habe ausschließlich das deutsche Mittelalter angesprochen und in einem anderen Posting bereits klargestellt, daß ich den deutschsprachigen Raum meine, da ich in einem deutschsprachigen Form von einem entsprechend hohem Anteil in dieser Richtung ausgehe. Das "europäische" ist mir nur in den Titel geraten, weil ich außerdem ja noch über Griechenland und Italien gesprochen habe, um kurz anzureißen, warum ich die Geburt des Rockes für den deutschen Sprachraum im Mittelalter und nicht in der Antike ansiedele. Der Titel war falsch gewählt, das gebe ich gerne zu.

Meine Aussage von einer "Art Röcke, die der Not gehorchten", bezog sich ausschließlich auf die Zeit vor dem Schnitt (Schneiderhandwerk) und auch auf die Zeit bevor Stoffe gewebt wurden. Ich meinte also nur Felle in ihrer Ursprungsform + Gürtel zum umschlingen. Der Rock im Mittelalter und späteren Epochen im deutschen Raum entwickelte sich sicherlich nicht aus einem Notstand heraus, sonst hätte er nicht so eine Vielfalt an Variationen hervorgebracht.

Nimmst du dir das Recht, die Schotten so zu bevormunden, wie es früher die Engländer taten?!

Verallgemeiner doch nicht deine persönlichen Vorlieben.

Mein Text hat überhaupt keine politische Dimension, deshalb finde ich es auch nicht gerechtfertig, mir sofort Intoleranz oder sogar bösen Willen zu unterstellen. Ein so persönlicher Angriff wäre nun wirklich nicht nötig gewesen, vor allem nicht bevor ich mich erläutern konnte. Ich habe ein sechs monatiges Schneiderpraktikum absolviert, drei Semester Modedesign studiert, inklusive: Schnittkonstrukiton, Modegeschichte und Verarbeitungslehre, außerdem nähe ich selbst Kleidungsstücke aller Art mit dem Schwerpunkt auf mittelalterlicher Gewandung. Ich habe also lediglich mein Wissen und meine Erfahrungswerte zur Verfügung gestellt - nichts weiter. Ich habe in keiner Weise vor, hier Werbung für die Hose oder gar den Rock mies zu machen. Ich versuche nur einen etwas objektiveren Blick auf die Dinge zu ermöglichen, der mir an einigen Stellen verloren gegangen zu sein schien.

Verallgemeiner doch nicht deine persönlichen Vorlieben. Ich gönne dir ja deine Hosen. Aber gönne anderen doch ihren Rock. Vor allem, wenn sie sich darin wohl fühlen.

Bitte erläutere mir doch die Bereiche, in denen Du das Gefühl hast, ich würde meine persönlichen Vorlieben verallgemeinern. Falls Du den letzten Absatz meints, so ist er räumlich und inhaltlich vom restlichen Text ausreichend abgehoben und stellt natürlich meine Meinung dar. Aber zum einen habe ich ein Recht auf meine Meinung und zum anderen ändert das nichts an der Richtigkeit der sachlichen Aussagen des modegeschichtlichen Textteils. Vermutlich hätte ich an diesen Teil auch lieber: "Achtung, Meinung mit einem kleinen Augenzwinkern" schreiben sollen.

Aber so politisch, wie Du das Thema auffaßt, ist es vermutlich kein Bereich (für Dich) um Witze zu machen. Nun, mit 150 kg bin ich selbst auch eine diskriminierte Minderheit und kann sagen: Humor ist für mich Waffe und Integrationsmotor zugleich gewesen. Natürlich kann man die Diskriminierung von Dicken auch zum Politikum machen, doch das war eben nicht mein Weg. Wahrscheinlich unterwandere ich Systeme gern von innen: Erst durch Humor einschleichen und dann nach und nach das Weltbild meines Umfeldes ändern, weißt Du [image].

Nun, diese Methode werde ich nicht ändern, denn sie hat sich erstens bewährt, macht mir zweitens Spaß und sorgt drittens dafür, daß ich manches im Leben nicht so verkrampft sehe.

Salü - Hes

Re: Gar nicht, denn es geht um den deutschsprachigen Raum

Johannes, Tuesday, 14.01.2003, 14:29 (vor 8490 Tagen) @ Hes

Hallo Hes,

mir kommt übrigens noch was:
bezog sich ausschließlich auf die Zeit vor dem Schnitt (Schneiderhandwerk) und auch auf die Zeit bevor Stoffe gewebt wurden

Meinst Du wirklich einen präzisen zeitpuhnkt erkennen zu können, an dem schnitte bzw. der schneiderhandwerk aufgekommen sind.

Wie steht es mit den alten äyptern: Hatten die nicht schon eine recht ausgefeilte mode (zumindest für die damen) bzw. textil-technik noch bevor es die griechen überhaupt gegeben hat, bzw. auch als diese sich mit zusammengeclipsten rechtecken zufriedengegeben hatten (von den minirocktragenden soldaten - die es meines wissens auch bei den griechen gegeben hat - abgesehen)?

Johannes

Re: Die Geschichte des Rockes im europaischen Raum

heinz, Tuesday, 14.01.2003, 13:07 (vor 8490 Tagen) @ Hes

Um mit den Worten Michael Mittermeiers zu sprechen: die Geschichte des Rockes ist eine Geschichte voller Mißverständnisse>Oder kurz in meinen Worten: Warum es einfach nicht stimmt, daß der Rock a) vor der Hose entwickelt wurde und b) dies der Fall sei, weil er ja viel praktischer, wärmer im Winter und kühler im Sommer, als die Hose sei. Diesen Irrglauben werde ich für den europäischen Raum, denn für den kann ich sprechen, endgültig aus der Welt schaffen.
Als erstes schlage ich vor, sich auf zwei Zeiten und drei Kulturen für dieses Unterfangen zu einigen: die Antike, hier Griechenland sowie später Italien und das Mittelalter in Deutschland. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, denn in der Antike war schlichtweg der Mittelmeerraum das Kulturzentrum. Hier hatten Sprache und Geschichtsschreibung eine lange und für den europäischen Raum konkurrenzlose Blütezeit. Auch die meisten Berichte über das Aussehen und die Kleidung der damaligen Germanen stammen deshalb aus römischer Feder, da das Gebiet des heutigen Deutschlands ja bekannter Maßen eine lange Grenze, den sogenannten Limes, zum römischen Reich aufwies.
Deutschland im Mittelalter habe ich gewählt, weil sich etwa um diese Zeit in unserer Region das Schneiderhandwerk entwickelte, d.h. zum ersten mal körpernahe Schnitte aufkamen und damit auch die Notwendigkeit ganzer Nähte, statt einzelner Verbindungsstiche bestand.
So, jetzt kann es losgehen. Kleidung, bevor und nachdem das Schneiderhandwerk erfunden war>Bei den Griechen setzen sich die Kleidungsstücke ausschließlich aus Rechtecken zusammen. Eines der Bekanntesten ist wohl jenes, daß die Römer später Tunika nannten. Im Grunde werden dafür zwei rechteckige Stoffstücken übereinander gelegt und an einer der schmaleren Seiten an mindestens zwei Stellen, Abstand war etwa 30-35 cm, verbunden. Durch den entstandenen Zwischenraum wurde der Kopf gesteckt, dadurch kamen die Fixierungen auf den Schultern zu liegen. Noch ein Gürtel um die Taille und an den Seiten die Tücher etwas übereinander gelegt - voila. Fertig ist die Tunika. Sie hieß bei den Griechen eben nur etwas anders (hab’ ich leider vergessen). Die Ausführung für die Damen war zumeist nur etwas länger als die der Herren, ansonsten unterschieden sich nur die verwendeten Stoffarten, Gürtel und Spangen. Die rechteckige Form liegt hierbei einfach darin begründet, daß Stoffe gestern wie heute in Bahnen gewebt werden. Erst bei den Römern taucht eine neue Form auf: das Oval. Im Gegensatz zum griechischen Himation, eine Art Wickelmantel, hatte die Toga nämlich eine ovale Grundform.
Wir halten fest: In der Antike gab es also eine gewisse Wickeltuchmode, die bei den Herren so etwas wie ein langes Hemd und bei den Frauen eine Art Kleid hervorbrachte, wobei der überflüssige Stoff als Scheinärmel die Schultern herabhing. Die Fixierung der Stoffteile erfolgte durch Gürtel und Spangen (Fibeln). Da die Bekleidung einteilig war, lief also praktisch niemand im Rock bzw. Wickeltuch rum, denn im allgemeinen wurde mindestens eine Schulter bedeckt. Außer bei den Athleten, die ja nun komplett nackt rumwetzen.
An dieser Stelle sei gesagt: Wer schon das Umschnallen eines Tierfells mittels eines Stricks als kleidungs- und gestaltungsbewußtes Rocktragen sieht, kann aus meiner Sicht genauso gut behaupten, die Zahnmedizin hätte ihre Wurzeln im ersten Faustkampf der Steinzeit.
Und nun weiter zum Mittelalter. Im Mittelalter tauchten erstmalig Schnitte auf, das heißt die Kleidung wurde körpernaher und setzte sich nicht mehr ausschließlich aus Rechtecken zusammen. Es entwickelte sich eine Art Abnäher in Schnürform, aber auch schon mehrbahnige Schnitte bei den Kleidern und Aufkeilungen. Schon im frühsten Mittelalter wurde, angeblich bei den Kelten, eine Art Hose entwickelt. In der einfachen Form zwei Tunnel, die dann am Untergewand festgenestelt (festgeschnürt) wurden. Die Hose war also in gewisser Weise zwei bzw. dreiteilig und wurde genau wie die Ärmel vieler Kleider und Hemden angeschnürt, damit sie nicht entfleuchen konnte.
Wirft man einen Blick in Bücher zum Thema, findet man jede Menge Abbildungen dieser Hosen, Abbildungen der aufgekeilten Kleider und von Kleid + Unterkleid Kombinationen. Ich persönlich erinnere mich aber an überhaupt keine Rockabbildungen, halte Röcke aber in der Unterschicht zumindest für möglich.
Fazit: Hose und Rock sind etwa zur gleichen Zeit entstanden. Wobei sich die Hose vermutlicht aus den Wadenwickeln bzw. Beinschienen und sich der Rock aus der Teilung des Kleides entwickelt hat. Ich nehme mir das Recht, das zu behaupten, weil die reine Kiltform heute weniger als zwei Prozent ausmachen dürfte und eben seinerzeit eine "Notlösung" und keine aktive Wahl war, da sich die Schnittkonstruktion erst viel später entwickelte.
Abschließend wäre zu sagen: Die wenigsten Ritter hatten einen Bürojob. Da es zu Pferde eben doch praktischer und der Stoffverbrauch für den gleichen Wärmeeffekt doch um einiges geringer ist, erklärt sich der Siegeszug der Hose in der Männerwelt von selbst. Im übrigen, wer unterm Rock eine Strumpfhose trägt und mir sagt, dass ihm ja 1) so wunderbar warm ist und 2) er sich bei Hitze die Beine nicht wund scheuert, mogelt. Schließlich trägt er eine Hose drunter. Ja, meine Herren, die Strumpfhose ist kein Rock und hat sich sicherlich auch nicht aus ihm entwickelt *ätsch*!
Hes - das mußte mal gesagt werden!


Hallo Hes und alle anderen

Was ich jetzt schreibe, betrifft nicht unbedingt dein Bericht. Es ist mehr allgemein gemeint. Manchmal habe ich das Gefühl, dass bei solchen Postings (Hose - Rock - Erklärungen - Beziehungen - Bedeutungen usw.), mit aller "Gewalt" die Hose verteidigt wird und als D A S Allerweltskleidungsstück vergöttert wird [image] .

Ich habe auch viele Texte über die Modegeschichte in Europa gelesen. Ich besitze ein Buch: "Christine Gardner" : Die Kulturgeschichte der Herrenmode! Darin sind aber viele Abblidungen aus dem Altertum, dem Rock ziemlich entsprechen. Vielleicht ist der Stoff anders oder...oder...oder
Für mich ist es eigentlich egal, ob und wie die Bekleidung früher hiess oder war. Ich trage einfach gerne Röcke. Und heute sehen eben die Röcke etwas anders aus als im Mittelalter oder in der Antike (auch die "echten Männerröcke" [image] ) oder sie hatten einen anderen Namen. Das ist mir aber noch einmal schnorz, denn ich lebe jetzt (2003) hier in der Schweiz, in Europa und nicht in der Antike.

Die Hose der Frauen sind auch einfach Hosen im heutigen Stil. Vielleicht sind die Schnitte bei diesen Hosen ein klein wenig anders als bei uns Männern. Aber das könnte man ja ebensogut bei den Röcken für Männer machen: Gleiche Röcke wie bei den Frauen mit etwas anderem Schnitt; basta, oder [image]


Die meisten Frauen, die ich kenne, tragen am liebsten Hosen. Ich weiss noch....vor ca 40 Jahren, wie meine Schwester oder sogar meine Mutter mit einem mulmoigen Gefühl in die Hose stiegen und sich darin nur an gewissen Orten zu gewissen Anlässen zeigten oder bewegten. Die Männer waren nicht gerade erbaut darüber,, dass jetzt auch Frauen Hosen tragen (Nun diese Geschichte kennen wir ja! Aber ich halte sie eben gerne von zeit zu Zeit gewissen leuten vor die Nase!)Und siehe heute.......???!!!
Jede Frau, jeder Altersgruppe läuft mit aller Selbstverständlichkeit in allen möglichen Varianten von Hosen umher. Es gibt Frauen, die sprechen in Sachen Bekleidung NUR noch von Hosen, wie wenn es für sie gar nichts anderes mehr gäbe!
Solche könne dann manchmal auch komische und erstaunte Blicke senden, wenn ich im Rock auftrete.

Na ja Das sind eben verschiedene Welten....scheinbar. [image] .


Gruss
heinz

Re: Die Geschichte des Rockes im europaischen Raum

Rainer, Wednesday, 15.01.2003, 08:41 (vor 8489 Tagen) @ heinz

Hallo Hes und alle anderen
Was ich jetzt schreibe, betrifft nicht unbedingt dein Bericht. Es ist mehr allgemein gemeint. Manchmal habe ich das Gefühl, dass bei solchen Postings (Hose - Rock - Erklärungen - Beziehungen - Bedeutungen usw.), mit aller "Gewalt" die Hose verteidigt wird und als D A S Allerweltskleidungsstück vergöttert wird [image] .
Ich habe auch viele Texte über die Modegeschichte in Europa gelesen. Ich besitze ein Buch: "Christine Gardner" : Die Kulturgeschichte der Herrenmode! Darin sind aber viele Abblidungen aus dem Altertum, dem Rock ziemlich entsprechen. Vielleicht ist der Stoff anders oder...oder...oder>Für mich ist es eigentlich egal, ob und wie die Bekleidung früher hiess oder war. Ich trage einfach gerne Röcke. Und heute sehen eben die Röcke etwas anders aus als im Mittelalter oder in der Antike (auch die "echten Männerröcke" [image] ) oder sie hatten einen anderen Namen. Das ist mir aber noch einmal schnorz, denn ich lebe jetzt (2003) hier in der Schweiz, in Europa und nicht in der Antike.
Die Hose der Frauen sind auch einfach Hosen im heutigen Stil. Vielleicht sind die Schnitte bei diesen Hosen ein klein wenig anders als bei uns Männern. Aber das könnte man ja ebensogut bei den Röcken für Männer machen: Gleiche Röcke wie bei den Frauen mit etwas anderem Schnitt; basta, oder [image]

Die meisten Frauen, die ich kenne, tragen am liebsten Hosen. Ich weiss noch....vor ca 40 Jahren, wie meine Schwester oder sogar meine Mutter mit einem mulmoigen Gefühl in die Hose stiegen und sich darin nur an gewissen Orten zu gewissen Anlässen zeigten oder bewegten. Die Männer waren nicht gerade erbaut darüber,, dass jetzt auch Frauen Hosen tragen (Nun diese Geschichte kennen wir ja! Aber ich halte sie eben gerne von zeit zu Zeit gewissen leuten vor die Nase!)Und siehe heute.......???!!!
Jede Frau, jeder Altersgruppe läuft mit aller Selbstverständlichkeit in allen möglichen Varianten von Hosen umher. Es gibt Frauen, die sprechen in Sachen Bekleidung NUR noch von Hosen, wie wenn es für sie gar nichts anderes mehr gäbe!
Solche könne dann manchmal auch komische und erstaunte Blicke senden, wenn ich im Rock auftrete.
Na ja Das sind eben verschiedene Welten....scheinbar. [image] .

Gruss
heinz

Hallo Heinz und die Anderen,

da kann ich Dir nur Recht geben.[image][image] Das ganze erinnert mich an die Debatte "Was war zu erst da, das Huhn, oder das Ei?"
Brauchen wir denn eine solche Rechtfertigung ? Ich denke nein. Und wenn wir sie doch brauchen, dann kann sie doch nur heisen: Frau trägt Rock, warum Mann denn nicht auch.

Gruss

Rainer

Re: Die Geschichte des Rockes im europaischen Raum

MAS, Wednesday, 15.01.2003, 10:35 (vor 8489 Tagen) @ Rainer

"Was war zu erst da, das Huhn, oder das Ei?"


Ganz klar das Ei! Denn Eier gab es schon, als sich Hühner noch gar nicht entwickelt hatten: Insekteneier, Fischeier, Amphibieneier, Reptilieneier,

MrG [image]

Michael

Rechtfertigung???

Hes, Wednesday, 15.01.2003, 15:03 (vor 8489 Tagen) @ Rainer

Das ganze erinnert mich an die Debatte "Was war zu erst da, das Huhn, oder das Ei?"

Brauchen wir denn eine solche Rechtfertigung ? Ich denke nein. Und wenn wir sie doch brauchen, dann kann sie doch nur heisen: Frau trägt Rock, warum Mann denn nicht auch.

Es ging überhaupt nicht um eine Rechtfertigung, denn nur weil eins von beiden zu erst "erfunden" wurde, muß es nicht per se besser sein. Ich hatte nur in einem Posting gelsen, daß es doch soooo sonnenklar sei, daß der Rock zuerst da war und das allein schon für ihn spreche. Da war es doch nur logisch, die Frage aufzuwerfen, ob der Rock den für unsere Region tatsächlich vor der Hose entwickelt wurde und ob man sich dafür auf einen Zeitpunkt einigen kann.

Ich habe aber inzwischen eingesehen, daß für eine geschichtliche Betrachtung kaum Bedarf besteht bzw. das Disskussionschema einiger nicht geeignet ist. Ergüsse in der Richtung, für die ich eine Stunde meiner Zeit aufbringe, werde ich mir also künftig sparen und eher über eine modegeschichtliche Ecke + Schnittkonstruktion auf meiner Webseite nachdenken. Falls ich diese Rubrik in die Tat umsetze, stelle ich Interessierten dann den Link gerne zur Verfügung, Diskussionen werden dann bei Bedarf per Email geführt, und Du wirst künftig von diesem überflüssigen Thema verschont bleiben.

Hes

Entschuldigung

Rainer, Thursday, 16.01.2003, 09:10 (vor 8488 Tagen) @ Hes

Das ganze erinnert mich an die Debatte "Was war zu erst da, das Huhn, oder das Ei?"
Brauchen wir denn eine solche Rechtfertigung ? Ich denke nein. Und wenn wir sie doch brauchen, dann kann sie doch nur heisen: Frau trägt Rock, warum Mann denn nicht auch.

Es ging überhaupt nicht um eine Rechtfertigung, denn nur weil eins von beiden zu erst "erfunden" wurde, muß es nicht per se besser sein. Ich hatte nur in einem Posting gelsen, daß es doch soooo sonnenklar sei, daß der Rock zuerst da war und das allein schon für ihn spreche. Da war es doch nur logisch, die Frage aufzuwerfen, ob der Rock den für unsere Region tatsächlich vor der Hose entwickelt wurde und ob man sich dafür auf einen Zeitpunkt einigen kann.
Ich habe aber inzwischen eingesehen, daß für eine geschichtliche Betrachtung kaum Bedarf besteht bzw. das Disskussionschema einiger nicht geeignet ist. Ergüsse in der Richtung, für die ich eine Stunde meiner Zeit aufbringe, werde ich mir also künftig sparen und eher über eine modegeschichtliche Ecke + Schnittkonstruktion auf meiner Webseite nachdenken. Falls ich diese Rubrik in die Tat umsetze, stelle ich Interessierten dann den Link gerne zur Verfügung, Diskussionen werden dann bei Bedarf per Email geführt, und Du wirst künftig von diesem überflüssigen Thema verschont bleiben.
Hes

Hallo Hes,

bitte entschuldige, wenn ich dich gekränkt habe. Das wollte ich auf keinen Fall.
Ich finde Deinen Beitrag sehr gut, und würde es auch bedauern, wenn Du dieses Thema nicht mehr ansprechen würdest. Da ich ab und zu geschichtlich tätig bin (Computergeschichte), weiss ich wie viel Zeit dahinter steckt. Wenn das Wort "Rechtfertigung" von mir gefallen ist, so hat das in keinster weise was mit Deinem Beitrag zu tun.

Bitte verzeihe mir, wenn ich mich vieleicht etwas falsch ausgedrückt habe.[image][image]

Gruss

Rainer

Entschuldigung angenommen

Hes, Thursday, 16.01.2003, 13:22 (vor 8488 Tagen) @ Rainer

Hallo Rainer,

scho recht, mir ist nur wichtig aufzuzeigen, wie manches Mißverständnis zustandekommt. Ist dann aber auch aus der Welt. Viel Spaß bei Deiner Jagd auf bzw. bei H & M. Ich werd' mich dann mal zurücklehnen und auf optische Ergebnisse warten.

Hes *lümmel*

höre ich da Worte aus meiner Region ?

Rainer, Thursday, 16.01.2003, 14:13 (vor 8488 Tagen) @ Hes

Hallo Rainer,
scho recht, mir ist nur wichtig aufzuzeigen, wie manches Mißverständnis zustandekommt. Ist dann aber auch aus der Welt. Viel Spaß bei Deiner Jagd auf bzw. bei H & M. Ich werd' mich dann mal zurücklehnen und auf optische Ergebnisse warten.
Hes *lümmel*

Hallo Hes,

darf ich mal Deine Worte in unserer Sprache schreiben ?

scho recht, mir isch nur wichdig ufzuzaige...

kann es sein, dass Du von unserer Region kommst, wenn ja woher ?

Rainer

Was ist denn so Deine Region?

Hes, Thursday, 16.01.2003, 14:34 (vor 8488 Tagen) @ Rainer

Hallo Rainer,

klär mich auf und zeig' mir Dein Wappen, dann zeige ich Dir auch meins *frech grins*. Wobei ich mir allerdings sicher bin, daß Du dann etwas verdutz schauen wirst *dumdidum*. Aber ich bin einfach zu neugierig, was Deine Vermutung bzw. Wappen ist.

Hes

Re: Was ist denn so Deine Region?

Rainer, Thursday, 16.01.2003, 15:13 (vor 8488 Tagen) @ Hes

Hallo Rainer,
klär mich auf und zeig' mir Dein Wappen, dann zeige ich Dir auch meins *frech grins*. Wobei ich mir allerdings sicher bin, daß Du dann etwas verdutz schauen wirst *dumdidum*. Aber ich bin einfach zu neugierig, was Deine Vermutung bzw. Wappen ist.
Hes

Hallo Hes,

also ich komme aus der deutschen Toskana, liegt in dem Bundesland, von dem in TV-Werbespot zu hören ist : "Mir kenne alles, auser hochdeutsch" . Ob das stimmt, wage ich zu bezweifeln. Es wird aber immerhin das Land der Tüftler genannt und tüfteln kann ich besser wie schreiben. Ein Wappen habe ich leider nicht parat.

Gruss

Rainer

Deutsche Toskana???

Hes, Thursday, 16.01.2003, 15:24 (vor 8488 Tagen) @ Rainer

Hallo Rainer,

in der Richtung bin ich nicht ganz fit, aber Google hat dafür Sachsen / Sachsenanhalt Elb'region ausgespuckt. Damit bist Du, was mich betrifft, nicht wirklich weit weg, aber auch nicht wirklich nah dran:

[image] [image]

Hes [image]

Re: Deutsche Toskana???

Marc, Thursday, 16.01.2003, 15:38 (vor 8488 Tagen) @ Hes

Hallo Rainer,
in der Richtung bin ich nicht ganz fit, aber Google hat dafür Sachsen /
Sachsenanhalt Elb'region ausgespuckt.

ich kenne den Begriff "Deutsche Toskana" zwar auch nicht, aber den
Werbespot "Alles außer Hochdeutsch"... er meinte also das da:

[image]

Wenn ich das richtig sehe....

Hes, Thursday, 16.01.2003, 19:10 (vor 8488 Tagen) @ Marc

Wäre das dann Baden-Württemberg?

Hes - Beherrscht die Kunst, ein Wappen nach "den Regeln" zu erstellen, aber bei weitem nicht die Kunst, jedes zu erkennen *hüstel*.

ein Bild sagt manchmal mehr als tausend Worte

Rainer, Friday, 17.01.2003, 09:13 (vor 8487 Tagen) @ Hes

Wäre das dann Baden-Württemberg?
Hes - Beherrscht die Kunst, ein Wappen nach "den Regeln" zu erstellen, aber bei weitem nicht die Kunst, jedes zu erkennen *hüstel*.

Hallo Hes,

Das Bundesland stimmt schon mal. Und die Region ? Hier:

[image]

Gruss

Rainer

Re: Deutsche Toskana???

Wolfgang, Thursday, 16.01.2003, 20:07 (vor 8488 Tagen) @ Marc

Hallo Rainer,
in der Richtung bin ich nicht ganz fit, aber Google hat dafür Sachsen /
Sachsenanhalt Elb'region ausgespuckt.

ich kenne den Begriff "Deutsche Toskana" ... auch nicht

Also, DIE Deutsche Toskana, die ich kenne, liegt in einem anderen Bundesland!

Gruß,
Wolfgang

Re: Deutsche Toskana???

Wolfgang, Thursday, 16.01.2003, 20:32 (vor 8488 Tagen) @ Marc

Hallo Rainer,
in der Richtung bin ich nicht ganz fit, aber Google hat dafür Sachsen /
Sachsenanhalt Elb'region ausgespuckt.

ich kenne den Begriff "Deutsche Toskana" ... auch nicht

Also, DIE Deutsche Toskana, die ich kenne, liegt in einem anderen Bundesland!

Gruß,
Wolfgang

Re: Die Geschichte des Rockes im europaischen Raum

PTR, Wednesday, 15.01.2003, 13:33 (vor 8489 Tagen) @ heinz

Hallo Heinz.

Gut gebrüllt Löwe :-) dem kann ich nicht's mehr hinzufügen *blinzel*
Aber bin ganz deiner Meinung.

Gruss PTR

Re: Die Geschichte des Rockes im europaischen Raum

Johannes, Tuesday, 14.01.2003, 14:10 (vor 8490 Tagen) @ Hes

Hallo Hes,

Im übrigen, wer unterm Rock eine Strumpfhose trägt und mir sagt, dass ihm ja 1) so wunderbar warm ist und 2) er sich bei Hitze die Beine nicht wund scheuert, mogelt. Schließlich trägt er eine Hose drunter

Sicher: Eine strumpfhose ist nicht so bequem wie keine hose und die gefahr, daß die keimdrüsen zu warm bekommen, ist auch größer als ohne - trotzdem im winter wohl eher gering.
Aber: Eine strumpfhose ist - ähnlich wie leggings - bei weitem nicht so unbequem wie das, was sonst den herren üblicherweise als hosen angedreht wird. Wundscheuern tut man sich in einer strumpfhose jedenfalls nix.

Auch ich habe strumpfhosen, die ich hin und wieder im winter unter dem rock anziehe - ich habe aber seit kürzerem einen wunderbar warmen rock, bei dem es schon sehr kalt sein muß, daß ich da was drunter brauche.

Wenn ich keinen rock trage, trage ich meist elastische, gestrickte hosen also - jazzpants, jerseyhosen, leggings (ich finde die übrigens auch bequemer als strumpfhosen).

Johannes

Re: Die Geschichte des Rockes im europaischen Raum

MAS, Tuesday, 14.01.2003, 21:58 (vor 8490 Tagen) @ Hes

Hi Hes,

wenn man die vorkeltischen Bewohner des Gebietes, das wir heute Deutschland nennen, außer Acht lassen, und auch außer Acht lassen, dass die Germanen ein Kleidungsstück kannten, dass von den Schultern bis zu den Knien herab hing und das sie "Roc" nannten, und wenn man überdies einen Rock nur dann "Rock" nennt, wenn er nicht mit einem Oberteil zusammengenäht ist, magst Du für besagtes Land Recht haben.

So manche heutige Rockform, z.B. alle Röcke mit Reißverschuss und Knopf vorne, sind sogar von Hosen inspiriert, folgen diesen also historisch nach.

Aber was besagt das schon, wenn man sich die Frage so formuliert stellt: Gab es auf dem Gebiet des heutigen Deutschland für Männer oder überhaupt für Menschen früher einröhrige oder zweiröhrige Beinkleider?

So formuliert behaupte ich voll überzeugt, dass die Einröhrigen früher da waren.

MrG

Michael

Röhren

Hes, Tuesday, 14.01.2003, 22:55 (vor 8490 Tagen) @ MAS

Hallöle,

wenn man die vorkeltischen Bewohner des Gebietes, das wir heute Deutschland nennen, außer Acht lassen, und auch außer Acht lassen, dass die Germanen ein Kleidungsstück kannten, dass von den Schultern bis zu den Knien herab hing und das sie "Roc" nannten, und wenn man überdies einen Rock nur dann "Rock" nennt, wenn er nicht mit einem Oberteil zusammengenäht ist, magst Du für besagtes Land Recht haben.

Der erste Teil Deiner Aussage war mir unbekannt. Der zweite Teil war tatsächlich mein Ansatz, der aber mir Sicherheit diskutabel ist, wie Du ja auch selbst erkannt hast:

Aber was besagt das schon, wenn man sich die Frage so formuliert stellt: Gab es auf dem Gebiet des heutigen Deutschland für Männer oder überhaupt für Menschen früher einröhrige oder zweiröhrige Beinkleider?

So formuliert behaupte ich voll überzeugt, dass die Einröhrigen früher da waren.

Was ist dann mit Fellwadenwickeln und Beinschienen? Kälte und Brombeersträuche sind ja keine Erfindung der Neuzeit.

So manche heutige Rockform, z.B. alle Röcke mit Reißverschuss und Knopf vorne, sind sogar von Hosen inspiriert, folgen diesen also historisch nach.

Gut möglich, wobei ich "vorne" für den entscheidenden Punkt halte und nicht den Reißverschluß.

Hes

Re: Röhren

MAS, Wednesday, 15.01.2003, 09:52 (vor 8489 Tagen) @ Hes

Hi Hes,

Was ist dann mit Fellwadenwickeln und Beinschienen? Kälte und Brombeersträuche sind ja keine Erfindung der Neuzeit.

Sicher sind das auch sehr frühe Erfindungen, aber ich nehme an, dass sie erst entwickelt wurden, als man merkte, dass einröhrige Beinkleider nicht genug Schutz bieten. Demzufolge waren die Einröhrigen früher da. Historische beweisen lässt sich das nicht, aber es ist eine begründete Spekulation.

Diese historischen Begründungssuchereien haben ja auch nur den Zweck, durch sie aufzuzeigen, dass das Röcketragen für Männer nichts Neues ist, sondern eigentlich immer schon da war.

Ich polemisiere aber auch nciht über das Hosentragen, sondern trage gerade selber eine. Nur soll es eben auf Freiwilligkeit beruhen, und nicht auf Kleidungsvorschriften.

Beste Grüße,

Michael

Ganz Deiner Meinung

Hes, Wednesday, 15.01.2003, 19:54 (vor 8489 Tagen) @ MAS

Hallo Michael,

Sicher sind das auch sehr frühe Erfindungen, aber ich nehme an, dass sie erst entwickelt wurden, als man merkte, dass einröhrige Beinkleider nicht genug Schutz bieten. Demzufolge waren die Einröhrigen früher da. Historische beweisen lässt sich das nicht, aber es ist eine begründete Spekulation.

Und zu einer Spekulation läßt sich auch immer eine Gegenspekulation finden *ggg*, doch das ist zwar ein lustiger Zeitvertreib, bringt aber tatsächlich keine Ergebnisse.

Diese historischen Begründungssuchereien haben ja auch nur den Zweck, durch sie aufzuzeigen, dass das Röcketragen für Männer nichts Neues ist, sondern eigentlich immer schon da war.

Dafür verwenden es einige hier im Form, mir ging es darum in meinem Text nicht - sorry!

Ich polemisiere aber auch nicht über das Hosentragen, sondern trage gerade selber eine. Nur soll es eben auf Freiwilligkeit beruhen, und nicht auf Kleidungsvorschriften.

Ganz Deiner Meinung, Politik hat im Kleiderschrank nichts mehr zu suchen, nur die eigenen Wohlfühlklamotten.

Grüßerle - Hes

Re: Die Geschichte des Rockes im europaischen Raum

MAS, Tuesday, 14.01.2003, 21:58 (vor 8490 Tagen) @ Hes

Hi Hes,

wenn man die vorkeltischen Bewohner des Gebietes, das wir heute Deutschland nennen, außer Acht lassen, und auch außer Acht lassen, dass die Germanen ein Kleidungsstück kannten, dass von den Schultern bis zu den Knien herab hing und das sie "Roc" nannten, und wenn man überdies einen Rock nur dann "Rock" nennt, wenn er nicht mit einem Oberteil zusammengenäht ist, magst Du für besagtes Land Recht haben.

So manche heutige Rockform, z.B. alle Röcke mit Reißverschuss und Knopf vorne, sind sogar von Hosen inspiriert, folgen diesen also historisch nach.

Aber was besagt das schon, wenn man sich die Frage so formuliert stellt: Gab es auf dem Gebiet des heutigen Deutschland für Männer oder überhaupt für Menschen früher einröhrige oder zweiröhrige Beinkleider?

So formuliert behaupte ich voll überzeugt, dass die Einröhrigen früher da waren.

MrG

Michael

Re: Die Geschichte des Rockes im europaischen Raum

TomC, Friday, 17.01.2003, 18:58 (vor 8487 Tagen) @ Hes

Moin, Moin !

Dein Beitrag wäre als Satire echt nett, aber ich fürchte
Gruß Tom C.

Ich fürchte...

Hes, Friday, 17.01.2003, 19:33 (vor 8487 Tagen) @ TomC

Ich verstehe nicht ganz, was Du meinst.

Hes