Re: Männerröcke sind in der Tat wichtig
Hallo Robert,
Das wirft die Frage auf: Ist es wirklich so wichtig, dass viele Männer
Röcke tragen? Es ist doch eigentlich unwichtig, ob es wenige oder viele sind.
Nicht ganz, denn wenn man zu den wenigen gehört, dann kann es ganz schön
nervig sein, dauernd die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Deshalb wollte
ich auch kein Star sein.
Ist die Aufmerksamkeit wirklich so groß? Ich mache selber die Beobachtung
und lese hier auch immer wieder, dass die meisten Leute überhaupt nicht
darauf reagieren, dass man einen Rock trägt. Deswegen frage ich mich, ob
es mehr die Angst vor möglicher Aufmerksamkeit ist, die Deine Sorge ist.
Damit sind wir wieder beim alten Thema: Welches Rock-Outfit überzeugt am
besten? Oder: Selbstverwirklichung ohne Rücksicht auf den Mainstream-
Geschmack oder zumindest Anpassung um der Werbung willen?
Das ist doch etwas, das jeder selbst wissen muß. Vor allem geht es um die
Frage: verstehe ich mich als Repräsentant einer "Vereinigung", die gewisse
Ziele durchsetzen will? Oder ist Kleidung einfach nur Selbstverwirklichung,
Experiment, Spiel, etwas, das ich für mein eigenes Wohlbefinden tue, egal
was andere davon halten (und egal ob andere "mitmachen")?
Gruß,
Marc
Na klar, ist die Aufmerksamkeit groß.
Sie ist bedeutend geringer als die "Angsthasen" immer befürchten, sie ist zugleich aber größer als die hartgesottensten Selbstverwirklicher immer wieder behaupten und auch empfinden.
Warum prallen hier immer wieder die beiden Extreme aufeinander? Wir röcketragenden Männer sind kein Organismus mit fest umrissenen Eigenschaften, Wünschen und Zielen. Wir sind eine Horde einzelkämpfender Männer, die im wesentlichen nur eines verbindet: das leider normunübliche Tragen von Röcken.
Sicher, ich brauche keinen Tischtennisverein, um Tischtennis spielen zu können. Ich brauche auch keine Männerrock-Gemeinschaft, um meine Röcke tragen zu können.
Wieso aber scheint es den scheinbar Hartgesottenen unter uns so schwer zu fallen, daß letztlich auch sie davon profitieren, wenn das Tragen von Röcken durch Männer auf eine breitere Basis gestellt wäre. Mehr noch, das ewige Individualistenselbstbeteuerungsgeblabber schadet ihnen sogar. Scheinbar brauchen das aber einige von ihnen als Schutz ihres letzen Individualistenrefugiums.
Entschuldigt die ungewohnt harten Worte. Ich empfehle aber mehr Einfühlungswillen bei all jenen, die glauben mehr Mut und Kraft als all die "Angsthasen" zu besitzen.
Marc, es ist nur Zufall, daß meine Ausführung als Antwort auf ein Posting von Dir steht. Es ist keineswegs ein Angriff auf Dich, sondern eher als allgemein bezogenes Statement zu werten.
Gruß,
Wolfgang
UNEINGESCHRÄNKTES JA ZU MÄNNERRÖCKEN
(von einem, der ebenso immer und überall seine Röcke trägt)