Hallo liebe Hes!
bei den Dingen, wo wir heute von Mißbrauch sprechen, gehen wir immer davon aus, daß die Personen, die diesen Mißbrauch begehen, wissen, daß das was sie tun falsch, abscheulich und wider den normalen Menschenverstand ist. Nur weil sich die Historie eines Kleidungsstückes nicht in Deine Richtung entwickelt hat, wird dieses Kleidungsstück noch lange nicht mißbraucht!
Ich habe nirgendwo geschrieben, dass das Kleidungsstueck als solches missbraucht wird. Ich meinte damit, dass das Kleidungsstueck als Symbol fuer Weiblichkeit missbraucht wird. Das Symbol fuer Weiblichkeit ist ein Ring mit einem nach unten weisenden Kreuz, das fuer Maennlichkeit ein Ring mit einem nach rechts oben weisenden Pfeil. Wenn man stattdessen Kleidungsstuecke als Symbol dafuer nehmen wuerde, dann muesste man fuer das maennliche Symbol eine Hose nehmen. Das wuerde dann explizit bedeuten, dass Hosen eben nur von Maennern getragen werden sollten, da Hosen symbolisch "unweiblich" waeren. Aber Kleidungsstuecke sind Industrieprodukte, Gebrauchsgegenstaende, genau wie Autos, Fernseher, Haarbuersten, Kaffeetassen, Schuhe und was weiss ich sonst was. Ausserdem war es in der Historie keineswegs so, dass der Rock schon immer ein nur fuer Frauen vorgesehenes Kleidungsstueck war. Hierzu zwei Beitraege, einmal smeargols Geschichte der Roecke und Michaels Plaedoyer wider den Hosenzwang.
Außerdem ist es ganz normal, daß ein und das selbe Kleidungsstück je nach Träger oder Trägerin vollkommen anders wirkt.
Das ist mein Reden seit ueber drei Jahren, seitdem ich dabei bin. Die Gesamterscheinung praegt das Bild, also die Kombination der einzelnen Kleidungsstuecke zu einem Gesamtoutfit. Wenn jemand - wie ich - sich gewoehnlich kleidet und nur die Hose durch einen passenden Rock ersetzt, dann wirkt er auf seine Umgebung zwar ungewohnt, aber immer noch maennlich. Ebenso kann ein Mann sehr weiblich wirken, trotzdem er eine Hose anhat. Viele Transvestiten und Transgender-Leute machen das erfolgreich vor.
Streckenweise habe ich das Gefühl, daß Du wesentlich "härter" rüberkommst, als Du es meinst, aber so ganz ohne Emoticons wirkt dieses Satz schon ein bißchen Frauenfeindlich in meinen Augen.
"Frauenfeindlich"! Das wird mir sehr oft vorgeworfen. Dabei bin ich das nicht. Ich trete lediglich dafuer ein, dass Maenner sich dieselben Rechte nehmen wie Frauen sie haben. Ich weiss jetzt genau, was kommen wird: "Ja, Frauen sind aber in so vielen anderen Gebieten benachteiligt....usw.". Ich bin auch in verschiedenen Gleichberechtigungsforen aktiv, uebrigens bin ich durch diese Symbolproblematik dahin gekommen. Dort wird jede Kritik an Frauen, an Frauenpolitik und am Staatsfeminismus von weiblicher Seite sofort sehr massiv als "frauenfeindlich" gebrandmarkt. Das lasse ich nicht gelten. Ich sage, was ich denke und ich schreibe Klartext. Wenn ich dann als "frauenfeindlich" bezeichnet werde, dann zeigt mir das, dass meine Aeusserungen Wirkung haben. Wenn ich wirklich frauenfeindlich waere, dann wuerde ich das auch glasklar ausdruecken.
Das ganze scheint mir eher ein Problem mit eingefahrenen, zementierten Geschlechterrollen zu sein. Hierzu einen Verweis auf einen in diesem Zusammenhang interessanten Beitrag in einem Gleichberechtigungsforum.
So für mich als zerbrechliches, irrational emotionales, vielleicht künftig auch mal einen Rock "mißbrauchen" wollendes, weibliches Wesen.
Du kannst kein Kleidungsstueck missbrauchen, denn sie sind fuer alle da. Trage, was Dir gefaellt, ich trage auch, was ich will und mir gefaellt, z. Z. einen weiten langen Jeansrock.
Freundliche Gruesse,
Ferdi
(absolut nicht frauenfeindlich, jedoch sehr freiheitsliebend)