Freiheit der Mode

Ferdi, Tuesday, 19.11.2002, 09:14 (vor 8539 Tagen)

Hallo gutren Morgen zusammen.

Ich habe einen Text entworfen, den ich vielleicht auf die Männerrockseite stellen werde. Bitte schaut Euch diesen Text einmal an. Konstruktive Kritik, Verbesserungsvorschläge, Ergänzungen, Abänderungen und andere Anregungen sind ausdrücklich erwünscht. Es ist ein erster Rohentwurf und ich würde gerne Eure Anregungen einfliessen lassen.

Viele Grüsse,
Ferdi

Re: Freiheit der Mode

MAS, Tuesday, 19.11.2002, 09:31 (vor 8539 Tagen) @ Ferdi

Lieber Ferdi,

ein prima Text!

Ergänze bei den Tätigkeiten, für die Hosen ursprünglich konzipiert wurden, noch das Reiten. Hosen waren bei den Skythen zu Anfang vornehmlich Reitkleidung.

Da Menschen aber nun mal nicht durchweg nur rationale Wesen sind, sondern Symbole brauchen, hat sich die Bedeutung von Hose und Rock verändert. Das führte ja auch dazu, dass Bäuerinnen auf dem Feld in langen Röcken arbeiteten, obwohl da Hosen viel praktischer gewesen wären. Wenn Du heute einer Bäuerin sagen würdest, sie soll im Rock aufs Feld, würde sie Dir mit Recht einen Vogel zeigen.

Symbole können sich auch wieder ändern, und daran arbeiten wir.

Also ein guter Text! Stell ihn ruhig ins Netz.

MrG

Michael

Re: Freiheit der Mode

Johannes, Tuesday, 19.11.2002, 10:33 (vor 8538 Tagen) @ MAS

sehr gut, Michael,

auch ich hatte beim lesen von Ferdis texte die gleichen gedanken: a) Reiten und b) bäeuerinnen in langen kleidern bei der feldarbeit und "ob das so praktisch war?"

Johannes

Re: Freiheit der Mode

JürgenB, Tuesday, 19.11.2002, 10:29 (vor 8538 Tagen) @ Ferdi

Hallo Ferdi,

den Text finde ich vom Grundsatz her ganz gut. Lediglich etwas mißfällt mir: Die Angriffe gegen anders Denkende.

Mir persönlich würde es besser gefallen, wenn lediglich zum Nachdenken angeregt würde. Diese Menschen anzugreifen haben wir nicht nötig. Entgegne ihnen mit der gleichen Toleranz die Du von ihnen erwartest, sie diffamieren sich mit ihrer Denkweise kurzfristig selber.

Gruß
JürgenB

Re: Freiheit der Mode

Ralph, Tuesday, 19.11.2002, 10:54 (vor 8538 Tagen) @ JürgenB

Hallo Ferdi,
ich muß Jürgen da Recht geben, ein bischen freundlicher wäre schön [image].
Ausserdem waren es eigentlich die Trümmerfrauen, die nach dem Krieg der Hose so richtig zum Durchbruch verholfen haben, aus rein praktischen Gründen.
Ausserdem war es in dieser Phase natürlich besonders leicht Veränderungen durchzusetzen, weil sich zum einen kaum jemand für solche Banalitäten interessiert hat, sich zum anderen die gesellschaftliche Ordnung und Kontrolle aufgelöst hatte. 10 Jahre später war´s eher wieder schwieriger mit der Hose.
- So zumindest nach den Erzählungen meiner Großmutter.

Re: Freiheit der Mode

RockIngo, Tuesday, 19.11.2002, 11:37 (vor 8538 Tagen) @ Ralph

Hallo Ferdi,
ich muß Jürgen da Recht geben, ein bischen freundlicher wäre schön [image].
Ausserdem waren es eigentlich die Trümmerfrauen, die nach dem Krieg der Hose so richtig zum Durchbruch verholfen haben, aus rein praktischen Gründen.
Ausserdem war es in dieser Phase natürlich besonders leicht Veränderungen durchzusetzen, weil sich zum einen kaum jemand für solche Banalitäten interessiert hat, sich zum anderen die gesellschaftliche Ordnung und Kontrolle aufgelöst hatte. 10 Jahre später war´s eher wieder schwieriger mit der Hose.
- So zumindest nach den Erzählungen meiner Großmutter.

Hallo Ralph!

Als wir hier hoch in Schweden offiziell ( wir haben Deutsche Soldaten durch das Land reisen lassen nach Norwegen und zum selben Zeit Kugellager an die Briten verkauft die mit Kleinflugzeuge durch der Deutsche Blockade in Skagerak geflogen wurden )auf dem Aussenseite des Zweiten Weltkrieges standen so haben wir da auch etwas was uns unterschiedet von euch in Deutschland und alle andere kriegsbetroffene Länder Europas. Unsere Männer waren ja selbstverständlich auch im Feld und die Frauen musste das Arbeit zu hause machen und das besonders auf die Bauernhöfer. Da hat der "Revolution" angefangen hier hoch. Nach der Krieg so gingen die meisen Bauernfrauen nicht von die Hose zurück sondern unsere Firma Fristads hat schon im Mitte die 40´ern angefangen Arbeitshosen in Frauenmodell zu nähen.

Grüsse aus Göteborg

RockIngo

Re: Freiheit der Mode

Johannes, Tuesday, 19.11.2002, 10:43 (vor 8538 Tagen) @ Ferdi

Hallo Ferdi,

ich finde den text sehr gut und er gehört m.m. nach durchaus auf die männerrockseite.

Und doch ein paar amnerkungen:
<ul><li>Aber dennoch waren Männer und Frauen durchaus auch an ihrer Kleidung zu unterscheiden. Ist es denn so wichtig, daß sich männer und frauen an ihrer kleidung unterscheiden? Gibt es nicht genug andere kriterien? Bist Du Dir auch sicher, daß das in allen kulturen und allen epochen so ist/war?
<li>"angeblich nachdenkende", "Nicht-Nachdenkern". Diese stichworte tauchen im zweiten teil (behandlung von these 2) auf. Das scheint eine spitze auf den "nachdenklichen" zu sein. Ich dachte erst, ob das nicht zu viel des guten ist; aber irgendwie gefällt es mir, das ist die würze Deiner beiträge<li>Galilei schreibt sich mit 'e'</ul>

Johannes

Re: Freiheit der Mode

Ferdi, Tuesday, 19.11.2002, 21:24 (vor 8538 Tagen) @ Johannes

Hallo Johannes!

Der "Nachdenkliche" war auch letztlich der Anlass für mich, diesen Artikel zu schreiben. Ich habe lange darüber nachgedacht (siehste, ich bin auch ein nachdenklicher;-)), warum er so stur darauf besteht, dass Röcke, Kleider FSH etc Frauenkleidung sind und warum er andere Definitionen und Zweckbestimmungen ablehnt. Er ist einer der Transvestiten, die nur dann Freude empfinden, wenn die Kleidung, die sie tragen, exklusiv Frauenkleidung ist, die Freude nicht aber aus der Kleidung und ihren Eigenschaften selbst schöpfen. Wenn dann einer wie ich kommt und sagt: Es gibt nur Kleidung und die wird erst durch ihre Träger und Trägerinnen zu Männer- und Frauenkleidung, dann verderbe ich ihm nur mit diesem Statement die Lust. Ich nehme ihm zwar nicht die Kleidung weg, aber die Definition dieser Kleidung und damit den Quell seiner Freude. Die Transvestiten, die ich am Samstag auf der Gender-Change-Party kennengelernt habe, beziehen ihre Freude aber in erster Linie aus der Darstellung der Frauenrolle, wobei die Kleidung ein Mittel zur Darstellung ist. Ich halte ihn eher für einen Kleidungsfetischisten. Das ist jetzt nicht abwertend und herablassend gemeint, sondern ich finde das ist auch eine persönliche Freiheit eines jeden einzelnen. Er kann offenbar nur solange Freude an seiner Kleidung empfinden, so lange die anderen Menschen seine Kleidung als Frauenkleidung ansehen. Daher die panische Angst vor einer anderen Definition dieser Kleidung. Daher kann ich auch mit ihm niemals einen gemeinsamen Nenner finden. Ist nur schade, dass er sich durch andere Ansichten über Zweckbestimmung von Kleidung (eigentlich ein sehr sachliches Thema) so sehr angegriffen fühlte. Dabei wollte niemand hier ihn persönlich angreifen.

Seht mal hier:

Klick!

Klick!

Gruss,
Ferdi

Re: Freiheit der Mode

Marc, Tuesday, 19.11.2002, 10:43 (vor 8538 Tagen) @ Ferdi

Hallo Ferdi,

ein schöner Text, der auf jeden Fall auf die Männerrockseite passen würde.
Ich hätte zwei Kritikpunkte. Zum einen springst Du von der Antike mit ihren
Gewändern und der kurzen Erklärung, wie und wofür Hosen erfunden wurden,
sofort ins 20. Jahrhundert - diesen Bruch empfand ich als sehr stark, es
klingt fast, als ob es dazwischen gar nichts gegeben hätte.

Was mir noch auffiel (und auch ein bisschen mit der Anmerkung oben
zusammenhängt): Du betrachtest die Kleidung ausschliesslich unter ihren
technisch-praktischen Gesichtspunkten. Kleidung hatte aber immer auch
die Funktion, gesellschaftlichen Status zu präsentieren oder eine
spezielle Aufgabe oder Gruppenzugehörigkeit ihres Trägers erkenntlich
zu machen. Es gab lange Zeit Kleidungsvorschriften, in denen klar geregelt
war, wer welche Stoffe und Farben tragen durfte. Ich bin mir ziemlich sicher,
dass da auch die Art der Kleidungsstücke für die einzelnen Stände geregelt
war. Und da wäre es interessant zu erfahren, welche Kleidungsstücke im
Lauf der Zeit den höchsten "Statuswert" hatten, also z.B. dem Adel vorbehalten
waren.

Ich kenne mich in dem Bereich nicht aus, aber wenn es z.B. einmal ein
soziales Privileg war, eine Hose tragen zu dürfen, würde das einen
wichtigen und interessanten Aspekt auf die Argumentation werfen.

Und beim Schlusssatz habe ich in Gedanken sofort ergänzt "...das tragen,
was sie wollen".

Gruss,

Marc

Re: Freiheit der Mode

HMW, Tuesday, 19.11.2002, 13:23 (vor 8538 Tagen) @ Ferdi

Hallo Ferdi,

nach langer Abstinenz (was neue Postings angeht) regt mich Dein Artikel doch zu einigen Anmerkungen an:

Zunächst ist Dein Text in einigen Passagen - bei allem Verständnis für den Frust, der da offensichtlich hochkommt - leider etwas aggressiv geraten. Die ein oder andere Passage könnte durchaus eine etwas sachlichere Formulierung vertragen. Ich bin mir sicher, daß Dir dies in einer stillen Stunde auch gelingen wird.

Nun zu den Details:

Da die Hosen für die Tätigkeiten, die Männer auszuüben pflegten (handwerkliche Produktion, Jagen und Anbau von Nutzpflanzen, Hausbau und vieles mehr), praktischer waren, trugen Männer fortan Hosen. An dieser Stelle ist ganz deutlich hervorzuheben, dass die Hosen aus praktischen Gründen getragen wurden, und nicht weil die Träger Männer waren oder weil sie nur durch diese neumodischen Hosen als Männer betrachtet wurden und ohne diese Hosen keine richtigen Männer mehr sein könnten.

Das ist so nur bedingt richtig. Hosen waren in erster Linie Kleidung für den Kampf (als Extrem: man stelle sich einen Ritter auf seinem Pferd im Damensitz vor), wobei der Durchbruch erst mit dem Kampf zu Pferde kam (die römischen Legionäre trugen keine Hosen, sie verachteten diese sogar), besonders überzeugend in bezug auf Hosen waren z.B. die diversen Einfälle der östlichen Reitervölker. Fortan galt es als Privileg, wenn jemand keine Hosen tragen mußte, entsprechende Gewänder waren Zeichen einer herausgehobenen Stellung, die sich teilweise bis in die heutige Zeit in Form der Talare und Roben z.B. von Richtern, Pfarrern und Professoren erhalten hat. Von daher muß ganz klar festgestellt werden, daß die Hosen nicht zur Unterstreichung der Männlichkeit eingeführt wurden, sondern eben schlichtes Zugeständnis an die Notwendigkeit waren.

Der Pöbel tobte sich gegen die weiblichen Hosenpioniere aus, dennoch beharrten die Frauen auf ihrem Wunsch und ihrem Recht, auch Hosen zu tragen und liessen sich nicht von wildgewordenen Macho-Männern beirren. Das Ergebnis sehen wir heute, am Beginn des 21. Jahrhunderts. Weitaus die Mehrheit der Frauen tragen Hosen. Das ist soweit ok. Auch dass sie Röcke und Kleider tragen, wenn sie Lust dazu haben oder wenn die sommerliche Witterung es nahelegt, ist ok.

Hier ist anzumerken, daß (Legende oder Realität?) es Frauen gegeben haben soll, die beim Anblick des ersten Mannes mit Zylinder in Ohnmacht gefallen sein sollen, was polizeiliche Maßnahmen nach sich gezogen haben soll; trotzdem war der Zylinder schon wenige Jahre später nicht mehr aus dem Bild der Öffentlichkeit weg zu denken. Dies belegt eindeutig, daß jegliche Veränderung erst einmal auf mehr oder weniger starken Protest stößt. Und nach den vielen Jahrhunderten, in denen Männer (scheinbar) nur Hosen trugen, scheint es sich wieder um eine massive Änderung zu handeln. Nebenbei: Ganz so selbstverständlich waren Hosen für Männer dann wiederum doch nicht. Über viele Jahrhunderte war es Brauch, daß Jungen erst etwa im Konfirmationsalter ihre erste Hose bekamen, vorher trugen sie selbstverständlich Röcke (es gab halt noch keine Pampers). Später verkürzte sich dieser Zeitraum, aber selbst im Zeitraum um etwa 1950 trugen Jungen in jüngeren Jahren allenfalls kurze Hosen. Erich Kästner schreibt in seinem Buch „Als ich ein kleiner Junge war“ davon, daß er als kleines Kind Matrosenkleidchen trug (ist auch auf einem Foto überliefert), was seinerzeit noch ganz normal war.

Die Männer jedoch verharrten weiter auf dem Stand von vor etlichen 100 Jahren, obwohl durch den technischen und industriellen Fortschritt bedingt viele Männer die Tätigkeiten, die zur Erfindung der Hosen führten, nicht mehr auszuüben brauchten. Immer mehr Männer leisten Kopfarbeit an Schreibtischen und Computern, sie könnten sich von daher legerere, freiere Kleidung spielend leisten.

Sie könnten sich nicht nur freiere Kleidung leisten, sie sollten dies auch tun. Rückblickend betrachtet hat sich sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Spermien in den letzten 100 Jahren dramatisch verringert bzw. verschlechtert. Dies ist einerseits sicher auf mehr Umweltgifte, die teilweise wie weibliche Hormone wirken, andererseits aber auch auf die Hosen zurück zu führen, die, der Herrenmode folgend, immer enger wurden (warum hat die Natur wohl - übrigens nicht nur beim Menschen - die Hoden außerhalb des Körpers angebracht, verbunden mit der genialen Eigenschaft, diese abhängig von der Temperatur wieder näher an den Körper ziehen zu können, um so stets die optimale Temperatur gewährleisten zu können?).

Der Wunsch von Männern, auch Röcke und Kleider zu tragen, ist legitim und verständlich. Er stört niemanden und nimmt niemandem Rechte und Freiheiten, die er vorher hatte. Die einzige Forderung, die ultimativ an die Allgemeinheit zu richten ist, lautet:

Ich gehe hier noch weiter. Emanzipation ist keine Einbahnstraße, also selbst wenn Röcke und Kleider weibliche Kleidungsstücke wären, haben sich Frauen bei den Hosen emanzipiert, also müßten sie Männern das gleiche Recht in der anderen Richtung zugestehen. Es kann doch nicht sein, daß die Emanzipationsbewegung am laufenden Meter „Neue Männer braucht das Land“ fordert, diese Neuigkeit aber auf die wenigen Teilbereiche beschränkt sehen möchte, die ihr in den Kram passen. Gelegentlich bekommt man sogar das Gefühl, Frauen fürchten die Konkurrenz, betrachten sie den Glanz mit Schönheit doch als ihr ureigenes Domizil und sehen Röcke und Kleider als originäres Mittel, sich schön zu machen; dies unterstellt Männern eine bestimmte, wohl nur selten zutreffende Motivationslage, zugleich bleibt es verwunderlich, warum so viele Frauen dann nur so selten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Oder sollten am Ende doch die Spötter Recht haben, die der Emanzipationsbewegung unterstellen, sie wolle zwar dieselben Rechte wie die Männer haben, die Männer sollten sich aber ja nicht wagen, in „weibliche Domänen“ einzudringen.

Zum Schluß noch ein persönliches Wort:
Obwohl ich der Männerrock-Bewegung durchaus positiv gegenüber stehe (eine aktive Selbstteilnahme scheidet derzeit aus diversen persönlichen Gründen leider aus, hierüber bin ich auch nicht bereit zu diskutieren) und ich vereinzelt auch schon Mitglieder gesehen habe, kann ich mir gerade deswegen die Empfehlung nicht verkneifen, vielleicht etwas mehr auf Aussehen und Auftreten zu achten. Es sieht lächerlich aus, wenn unten ein Rock getragen wird, durch die gesamte übrige Kleidung und das Verhalten die "Männlichkeit" dann aber so stark betont werden muß, daß nur noch Unverständnis übrig bleibt. Im Gegenzug will ich aber gerne bestätigen, schon andere Fälle gesehen zu haben (live, nicht nur auf Fotos), die ein sehr passables Gesamtbild abgeben, ohne in irgend einer Form "weibisch" zu wirken (Frage am Rande: Was wäre eigentlich in einer wirklich emanzipierten Gesellschaft da so schlimm dran?).

Viele Grüße,

HMW (Manfred)

Re: Freiheit der Mode

Ferdi, Tuesday, 19.11.2002, 14:55 (vor 8538 Tagen) @ HMW

Hallo Manfred,

schön, auch von Dir mal wieder hier zu lesen. Wir hatten ja schon mal vor längerer Zeit einen netten Mailaustausch. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich auch bei all den anderen bedanken, die sich bisher mit meinem Artikel befasst haben und ihre Meinung dazu geäussert haben. Ich habe diesen Artikel ja auch deswegen noch nicht auf die Männerrockseite gesetzt sondern inoffiziell zur Diskussion gestellt, weil Beiträge auf der Männerrockseite so sein sollten, dass möglichst viele, die hinter dieser Bewegung stehen, sich damit identifizieren können. Selbstverständlich werde ich die geäusserten Bedenken berücksichtigen und entsprechende Änderungen vornehmen.

Zunächst ist Dein Text in einigen Passagen - bei allem Verständnis für den Frust, der da offensichtlich hochkommt - leider etwas aggressiv geraten.

Was mich ein wenig frustet ist nicht, dass der rocktragende Mann manchmal Zielscheibe von Frozzeleien o. ä. ist, sondern es ist die Tatsache, dass Frauen nicht nur in dieser Hinsicht von der Allgemeinheit viel mehr zugestanden wird als Männern. Damit bin ich nicht einverstanden und weil ich mich sehr wortgewaltig und auch drastisch auszudrücken pflege, deshalb habe ich diesen Text ja erstmal Euch zur Begutachtung vorgelegt. Denn Ihr macht mich auf Dinge aufmerksam, die nicht sein sollten und die ich beim Abfassen eines solchen Textes einfach erstmal nicht sehe. Es fliesst zu sehr meine persönliche fundamentalistische Einstellung hinein, und deshalb brauche ich solche korrigierenden Hinweise. Selbstverständlich werde ich mich bemühen, den aggressiven Unterton herauszubekommen.

Sie könnten sich nicht nur freiere Kleidung leisten, sie sollten dies auch tun. Rückblickend betrachtet hat sich sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Spermien in den letzten 100 Jahren dramatisch verringert bzw. verschlechtert. Dies ist einerseits sicher auf mehr Umweltgifte, die teilweise wie weibliche Hormone wirken, andererseits aber auch auf die Hosen zurück zu führen, die, der Herrenmode folgend, immer enger wurden

Auch das werde ich noch hineinarbeiten. Das hat mir übrigens mal ein Urologe in einem Restaurant beim gemeinsamen Kaffeetrinken bestätigt. Das ist ein ganz wichiger Grund für Männerröcke. Vorausgesetzt natürlich, dass bei der Unterwäsche nicht wieder der gleiche Fehler gemacht wird.

Ich gehe hier noch weiter. Emanzipation ist keine Einbahnstraße, also selbst wenn Röcke und Kleider weibliche Kleidungsstücke wären, haben sich Frauen bei den Hosen emanzipiert, also müßten sie Männern das gleiche Recht in der anderen Richtung zugestehen.

Jetzt muss ich die Frauen mal ein wenig in Schutz nehmen. Gerade Frauen, auch und vor allem die emanzipierten, stehen dem rocktragenden Mann sehr positiv gegenüber. Ganz seltene Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Jedenfalls habe ich, der nur noch Röcke trägt, diese Erfahrung gemacht. Wenn es dennoch Berichte von Männern gibt, deren Ehefrauen dem eigenen Mann keinen Rock zubilligen wollen, dann könnte das daran liegen, dass diese Frauen genau wissen, dass ihr Mann - schick mit Rock bekleidet - das Interesse anderer Frauen erwecken könnte, und welche Ehefrau hat das schon gerne? Hinzu könnte eine Scheu vor dem unvermeidlichen Auffallen kommen.

Oder sollten am Ende doch die Spötter Recht haben, die der Emanzipationsbewegung unterstellen, sie wolle zwar dieselben Rechte wie die Männer haben, die Männer sollten sich aber ja nicht wagen, in „weibliche Domänen“ einzudringen.

Das glaube ich nicht. Ganz vereinzelt mag es das geben, aber im Allgemeinen wird das nicht der Fall sein.

...... kann ich mir gerade deswegen die Empfehlung nicht verkneifen, vielleicht etwas mehr auf Aussehen und Auftreten zu achten. Es sieht lächerlich aus, wenn unten ein Rock getragen wird, durch die gesamte übrige Kleidung und das Verhalten die "Männlichkeit" dann aber so stark betont werden muß, daß nur noch Unverständnis übrig bleibt.

jedes "zuviel" halte ich für schädlich. Deshalb halte ich selbst es ja auch so, dass ich mich wie schon immer kleide und nur die Hosen durch Röcke ersetze. Das hat zur Folge, dass ich mich viel intensiver als früher damit befasse, welche Kleidungsstücke am besten zusammenpassen. Ich muss mir vor dem Spiegel 100%ig selber gefallen, dann kann nichts schiefgehen. Im übrigen ist die Kombination der Kleidung persönliche Geschmackssache eines jeden einzelnen, und über Geschmack kann man sich nicht streiten.

Deine Hinweise zur Geschichte der Röcke werde ich auch noch einarbeiten, andere haben ja auch auf geschichtliche Fakten, die interessant sind, hingewiesen. Die Seite soll aber keine Abhandlung über die Geschichte der Röcke werden, da hat ja smeargol schon einen schönen Artikel zu geschrieben.

Ich werde in den nächsten Tagen weiter an dem Text feilen und Eure Anregungen mit einarbeiten. Zunächst einmal vielen Dank für das Feedback.

Viele Grüsse,
Ferdi

Re: Freiheit der Mode

Joseph S, Tuesday, 19.11.2002, 22:12 (vor 8538 Tagen) @ Ferdi

Hallo Ferdi,

Jetzt muss ich die Frauen mal ein wenig in Schutz nehmen. Gerade Frauen, auch und vor allem die emanzipierten, stehen dem rocktragenden Mann sehr positiv gegenüber. Ganz seltene Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Jedenfalls habe ich, der nur noch Röcke trägt, diese Erfahrung gemacht. Wenn es dennoch Berichte von Männern gibt, deren Ehefrauen dem eigenen Mann keinen Rock zubilligen wollen, dann könnte das daran liegen, dass diese Frauen genau wissen, dass ihr Mann - schick mit Rock bekleidet - das Interesse anderer Frauen erwecken könnte, und welche Ehefrau hat das schon gerne? Hinzu könnte eine Scheu vor dem unvermeidlichen Auffallen kommen.

Und ich möchte sie noch mehr in Schutz nehmen.
Als eine Bekannte mich zum ersten Mal mit Rock sah, erzählte sie mir, daß ihr frühere Freund
auch Röcke getragen habe. Er begann damit, als er seine Homosexualität entdeckte. Seine
Homosexualität war offensichtlich bei ihm der Anlas, Röcke zu tragen. Die Homosexualität führte
dazu, daß die Beziehung zwischen beiden auseinanderging. Bei mir fand die Frau das Rocktragen
nicht schlimm, solange daran keine Beziehungen kaputgehen. Ich sehe ich aber bei mir für derartige
Befürchtungen keinen Grund. Vielleicht haben Frauen, die ihre Männer nicht in Röcken sehen wollen
ähnliche Befürchtungen, selbst wenn sie dies nicht aussprechen.

Darüberhinaus können Frauen mit rocktragenden Männern fürchten, in die Pöbeleien, die durch
den Männerrock ausgelöst werden können, mit hinein gezogen zu werden.
Das wäre zwar feige, aber verständlich.

Zum eigentlichen Text ist mir zunächst aufgefallen, daß die These mit dem weiblichkeit Verleugen
der hosentragenden Frauen in genau umgekehrter Form auch bei rocktragenden Männern in Pöbeleien
vorkommen. Diese Analogie könnte noch deutlicher herausgearbeitet werden.

Gruß
Joseph

Re: Freiheit der Mode

Johannes, Tuesday, 19.11.2002, 16:38 (vor 8538 Tagen) @ HMW

Hallo Ferdi,

wobei der Durchbruch erst mit dem Kampf zu Pferde kam (die römischen Legionäre trugen keine Hosen, sie verachteten diese sogar),

Die römischen soldaten sind aber in ihren miniröckerln auch geritten (vielleicht nicht soviel wie die deutschen ritter, aber doch). Da kommt noch was anderes dazu: Zumindest in deren stammland ist es so warm, daß die in ihren röckerln nicht frieren - der minirock ist aber genauso gut zum reiten geeignet wie die hose (vielleicht sogar noch besser, weil nix spannt und einengt) im norden ist es aber einfach zu kalt dazu (zumindest in bestimmten jahreszeiten).


Über viele Jahrhunderte war es Brauch, daß Jungen erst etwa im Konfirmationsalter ihre erste Hose bekamen, vorher trugen sie selbstverständlich Röcke (es gab halt noch keine Pampers). Später verkürzte sich dieser Zeitraum, aber selbst im Zeitraum um etwa 1950 trugen Jungen in jüngeren Jahren allenfalls kurze Hosen. Erich Kästner schreibt in seinem Buch „Als ich ein kleiner Junge war“ davon, daß er als kleines Kind Matrosenkleidchen trug (ist auch auf einem Foto überliefert), was seinerzeit noch ganz normal war.

Das erinnert mich wieder einmal an die Ida Schumacher: "Da bist Du no im röckerl da blechmusi nachglaufn!"


...die ein sehr passables Gesamtbild abgeben, ohne in irgend einer Form "weibisch" zu wirken (Frage am Rande: Was wäre eigentlich in einer wirklich emanzipierten Gesellschaft da so schlimm dran?).

Tja: Das ist m.e. eine sehr wichtige frage. nicht nur weil sie als rhetorische frage gestellt ist, gehe ich davon aus, daß Du die antwort weißt - damit widerlegst Du aber Deine unmittelbar davorstehende aussage.

Johannes

Ergänzung zum vorigen posting

Johannes, Tuesday, 19.11.2002, 16:46 (vor 8538 Tagen) @ Johannes

Ich habe vergessen hinzuzufügen, daß ich Deine ergänzungen sonst super finde

Johannes

Re: Freiheit der Mode

MAS, Tuesday, 19.11.2002, 16:23 (vor 8538 Tagen) @ Ferdi

Hi Ferdi,

statt "Lasst diese Männer in Ruhe" wäre vielleicht besser
"Nehmt Euch diese Männer zum Vorbild".

Oder?

Gruß,

Michael

Re: Freiheit der Mode

heinz, Tuesday, 19.11.2002, 21:29 (vor 8538 Tagen) @ Ferdi

Hallo gutren Morgen zusammen.
Ich habe einen Text entworfen, den ich vielleicht auf die Männerrockseite stellen werde. Bitte schaut Euch diesen Text einmal an. Konstruktive Kritik, Verbesserungsvorschläge, Ergänzungen, Abänderungen und andere Anregungen sind ausdrücklich erwünscht. Es ist ein erster Rohentwurf und ich würde gerne Eure Anregungen einfliessen lassen.
Viele Grüsse,
Ferdi


Hallo Ferdi

Sehr guter Bericht. ich habe die Postings dazu schnell überflogen. Kann leider nicht sehr lange im Internet sein, da meine Kiste immer noch spinnt. Nach ein paar Minuten werden gewisse Vorgänge blockiert. Virus ist aber nicht drauf, brauche Sachverständigen!
Nun ich bin auch der meinung, dass der bericht noch verfeinert werden sollte so etwa im Sinne der Bemerkungen in den verschiedenen Postings; sorry, kann leider nicht mehr alles aufzählen!


Gute Arbeit!


Gruss
heinz

PS: Hatte übrigens letzten Donnerstagnachmittag und letzten Montag, ganzer Tag, ein schulinterne Fortbildung (ca 55 Lehrkräfte von unserer Schule + ein Kursleiter von Bern!). Habe immer einen langen Rock getragen. Am Montag sogar mit Kravatte (siehe Posting über Sonntagsoutfit!). Eine Lehrerin hat gesagt, dass wieder ganz elegant gekleidet wäre. Die anderen haben nur positiv gestaunt. Sonst überhaupt keine Bemerkungen, gar nichts!

Re: Freiheit der Mode

Roland RA, Wednesday, 20.11.2002, 07:50 (vor 8538 Tagen) @ Ferdi

Hallo Ferdi,
dieser Artikel ist gut so.
Übersetze ihn doch noch in Englisch und leite ihn an das Britisch Royal House weiter. Die haben bekanntlich anlässlich der Premiere James Bond wieder so einen Männer-Uniformen-Auftritt veranstaltet, während die Damen in buntesten Abendkleidern da gewesen sind.

Auch den OTTO-Versand oder Quelle sollten wir über dieses reale geistige Kulturgut informieren, und dass viele Männer Röcke tragen würden, wenn auch die Hersteller und Vertreiber den Männern den Mut machen würden. Zudem noch die Tatsache erläutern, dass es auch den Mädels gefällt, die Männerschaft in Röcken zu sehen. So doch eines jeden Erfahrung unter uns Männern.

Gruss aus Oberschwaben

Re: Freiheit der Mode

JürgenB, Wednesday, 20.11.2002, 09:54 (vor 8537 Tagen) @ Roland RA

Auch den OTTO-Versand oder Quelle sollten wir über dieses reale geistige Kulturgut informieren, und dass viele Männer Röcke tragen würden, wenn auch die Hersteller und Vertreiber den Männern den Mut machen würden.

Hallo Oberschwabe,

den Männern "Mut zu machen" im eigentlichen Sinne ist gar nicht mal erforderlich. Ich bin überzeugt, es reicht schon aus wenn der Rock für den Mann verstärkt propagiert wird: Schaufensterpuppen in den Geschäften, Bilder in Katalogen und Wurfsendungen/Werbeblättchen, jeweils Mann mit Rock.

Hintergrund: Der "fehlende Mut" ist m. E. nicht der Mut zu dem Kleidungsstück, sondern der Mut etwas anders zu machen als andere. Wenn dieses Bild "Mann im Rock" nun in den Köpfen der Menschen üblicher wird, wird auch kaum einer mehr ein Problem damit haben.

Daher versuche ich auch hin und wieder, die Geschäftsleute dazu zu überreden, eine männliche Puppe mit einem Rock aus der Damenabteilung ins Schaufenster zu stellen. Argumentation: Die Puppe ist da, der Rock ist da, also kein zusätzlicher Aufwand, aber Chanse auf zusätzliches Geschäft; die Frauen kaufen die Röcke sowieso (oder auch nicht), auf jeden Fall unbeeinflußt davon an welcher Puppe der präsentiert wird!

Gruß
JürgenB

Re: Freiheit der Mode

Roland RA, Thursday, 21.11.2002, 07:26 (vor 8537 Tagen) @ JürgenB

Hallo Jürgen,
das mit dem "Mut" scheint mir schon so, dass viele Männer nicht "der erste" sein wollen. So ein bekannter älterer Kamerad, der noch nie des Duckmauserstums war. Röcke im Haus vorhanden (von der Frau), aber nie dazu getraut.
Aber schon gute 65 Jahre lang jeden Sommer einen Hass geschoben, wenn die Hose so unpassend war. So sagte er es zu mir, als ich im Rock daher kam.
Und meine gleichaltrigen oder jüngeren Bekannten würden auch gerne im Rock gehen, wenn nur die Gesellschaft etwas auf die Sprünge helfen würde.

Aber diese OTTOs und Quelles verstecken diese Nachfrage. Vielleicht bunkern sie diesen Boom für 2050 [image]

Gruss aus Oberschwaben,
habe grad mein Auto wegen ein wenig Blech reparieren bis Freitag abend i d Werkstatt,
Vélo-Tage bei diesem Herbstwetter machen mich hart

Re: Freiheit der Mode

PeterG, Thursday, 21.11.2002, 18:00 (vor 8536 Tagen) @ Ferdi

Hallo Ferdi und alle Anderen,

also ich find diesen Text sehr gut. Mag sein dass er eventuell mit Emotionen behaftet ist. Aber welcher Bericht oder Artikel ist das nicht?
Als Ergänzung nicht nur zum Text sondern für unser Bestreben überlege ich mir schon seit einiger Zeit zB die Frauenbeauftragte anzuschreiben. Sie könnte ja auch mal in umgekehrter Richtung aktiv werden und einen entsprechenden Passus für das Grundgesetz erwirken.
Eigentlich müßte dies ja auch im Sinne aller sein - egal ob Mann oder Frau. Ich bin immer noch der Meinung, wenn unser Anliegen in irgendeinem Gesetzestext steht zieht dies mit Sicherheit große Bahnen hinter sich. Denn eine entsprechende Neuformulierung bedarf ja auch der öffentlichen Bekanntgabe durch Zeitung, Radio oder Tagesschau.
So würde jeder mal davon hören und auch mal darüber nachdenken.

Das müßte dann etwa so aussehen?!
Jeder ist vor dem Gesetz gleich und darf wegen seines Geschlechts, ob Mann oder Frau, seiner Herkunft, seiner Hautfarbe und seines Glaubens sowie seiner Kleidung nicht benachteiligt werden.

Ihr Könnten Euch ja mal auch Gedanken machen und mir vielleicht bei der Formulierung helfen.

Viele Grüße

Peter G
[image]

Re: Freiheit der Mode

Ferdi, Thursday, 21.11.2002, 23:24 (vor 8536 Tagen) @ PeterG

Hallo Peter!

Mag sein dass er eventuell mit Emotionen behaftet ist.

Das mag nicht nur so sein, das ist schon so. Ich will versuchen, das zu erklären.

Ich selbst, das wisst Ihr alle, habe mein Ziel erreicht. Ich trage Röcke als Alltagskleidung und habe erreicht, dass meine gesamte menschliche Umgebung, mit der ich in Kontakt komme, meine Röcke als normale Standardkleidung betrachtet. Egal, wo ich mich auch immer aufhalte, es ist so.

Ich gehe davon aus, dass die Männer, die hier lesen und posten, auch Röcke tragen wollen, sonst wären sie nicht hier. Was mich trotz meines persönlichen Erfolges etwas traurig stimmt ist die Tatsache, dass es die meisten nicht schaffen, sich dieser blödsinnigen Angst vor den anderen Menschen zu entledigen. Bin ich denn wirklich so viel stärker als Ihr alle? Ich kann das einfach nicht glauben. Aber der Frust bei mir kommt eigentlich erst deswegen auf, weil ich sehe, dass Frauen sich damit überhaupt keinen Kopf schwer machen, Hosen, die Männerkleidung schlechthin, zu tragen. Und diese Tatsache macht mir klar, dass ich in Wirklichkeit dem schwachen Geschlecht angehöre. Dieser Frust, das gebe ich zu, fliesst regelmässig immer wieder in meine Texte ein. Es frustet auch, dass es mir keiner abkauft, dass am Röcketragen nichts, aber auch wirklich nichts Negatives dran ist, obwohl ich (und etliche andere auch) es täglich aktiv vorlebe. Ich habe gerade wieder in Schorschs Forum gelesen. Mir rollen sich regelrecht die Zehennägel auf wenn ich lese, welch ein enormer Leidensdruck sich bei vielen Männern nur wegen dieser saublöden, durch nichts zu rechtfertigenden und nur durch unverantwortliche "Gehirnwäsche" entstandenen Angst vor angeblich "weiblichen" Kleidungsstücken aufbaut. Und was mich richtig sauer macht ist eben die Tatsache, dass Frauen von diesen ganzen Phobien überhaupt nicht erfasst sind, dass aber gerade Partnerinnen und Ehefrauen diejenigen sind, die ihren Männern damit das Leben schwer machen. Das empfinde ich als eklatante Ungerechtigkeit den Männern gegenüber. Ein Riesenlob dagegen den Kindern, die gehen damit wirklich ganz natürlich und locker um, das habe ich schon sehr oft draussen erlebt.

Als Ergänzung nicht nur zum Text sondern für unser Bestreben überlege ich mir schon seit einiger Zeit zB die Frauenbeauftragte anzuschreiben. Sie könnte ja auch mal in umgekehrter Richtung aktiv werden und einen entsprechenden Passus für das Grundgesetz erwirken.

Lass das lieber bleiben. Das wäre ja fast schon so, als ob man einen Feuerwehrmann auffordern würde, Feuer zu legen. Ausgerechnet Frauenbeauftragte! Um Gottes Willen! Haben wir das nötig, uns von denen die Kastanien aus dem Feuer holen zu lassen? Können wir das Problem nicht selber lösen? Schaffen wir es wirklich nicht, das zu tun, was uns Freude bereitet und was nicht verboten ist? Sei mir bitte nicht böse wegen meiner Worte, aber das wäre eine Blamage erster Klasse! Das sollten wir uns auf keinen Fall leisten.

Wir brauchen keinen Gesetzestext, denn der Art 3 Abs 3 GG verbietet ja eine Diskriminierung wegen des Geschlechtes. Das muss genügen, wir haben jedwede Freiheit, das zu tun, was wir wollen, auch und gerade in Bezug auf unserer Kleidung. Wir müssen es nur auch tun, wenn wir es so wollen, das ist alles!

Wir sollten uns schleunigst von der Vorstellung befreien, dass es unbedingt nötig sei, dass möglichst viele Männer Röcke tragen. Nein, es genügt vollkommen, dass diejenigen, die das wirklich wollen, dass die es dann auch tun. Darauf kommt es an und nicht auf die Anzahl derjenigen, die es tun.

Viele Grüsse,
Ferdi