Re: Weibliche Reaktion auf Männerstrumpfosen und wieder mal Gedanken meinerseits

Marc, Sunday, 10.11.2002, 09:33 (vor 8548 Tagen) @ John

Hallo John,

Und schon dachte ich wieder an Forumsdiskussionen über Pumps, Slips ,Dessous,
wo ich mich selbst immer wieder aufrege, dass das alles wieder viel zu weit
geht für unsere Sache hier.

über dieses Gerede von "unserer Sache" rege ich mich jedesmal auf und
finde es auch gefährlich. Ich habe hier beim Posten, oder um den Stammposter-
status zu bekommen, keine Erklärung unterschreiben müssen, dass ich einer
Vereinigung beitrete, die irgendeine "Sache" vertritt, und dass ich mich
konform zu dieser "Sache" zu verhalten habe. [image]

Ich glaube, sowas trägt dazu bei, dass dieses Forum bei anderen oft so
ankommt wie eine verschworene Gemeinschaft, die zwar Toleranz predigt, aber
in Wirklichkeit nicht über den eigenen Tellerrand bzw. die eigenen Scheuklappen
hinausblicken kann (z.B. hier).

Ich habe keine "Sache", ich habe nur meine Sachen, die in meinem Schrank
und manchmal an mir zu finden sind, und zwar so, wie das mir gefällt.

Nur wurde mir jetzt wieder mal klar, dass die gesellschaftliche
Akzeptanzgrenze ziemlich undefiniert ist, aber immer noch sehr weit unten.
Es zählt wirklich: Mann bleiben in den Klamotten.

Und wenn Dich auf der Strasse jemand wegen Deiner Strumpfhose als Tunte oder so
beschimpft, zeigst Du ihm dann auch den Hüftbereich, damit der sieht, dass
es eine Herrenstrumpfhose ist? [image]

Ich möchte nicht wieder eine Grundsatzdiskussion anzetteln, von wegen: wo
ist die Grenze. Aber ich habe einfache mein Zweifel daran, dass wenn ein
Mann in hochhackigen Pumps durch die Stadt laufen würde, sich die Frauen
nach ihm umdrehen und ihn anhimmeln, nach dem Motto: Dass sieht aber gut
aus, wenn mein Mann das nur auch machen würde.

Wieso sollte es denn mein Ziel sein, angehimmelt oder für nachahmenswert
befunden zu werden? Ich trage meine Kleidung doch nicht für die anderen,
sondern weil sie mir gefällt und ich mich darin wohlfühle. [image]

Die Realität sieht meiner Ansicht nach völlig anders aus..

Da kann ich mich zum einen KtV anschliessen: jeder hat seine eigene Realität.
Und ausserdem: auch wenn ich die "Realität" der anderen oder der Mehrheit
zu kennen glaube, wieso sollte mich das an irgendetwas hindern, von dem ich
selbst überzeugt bin? Vielleicht möchte ich ja sogar bewusst diese "Realität"
herausfordern und ein paar eingefahrene Gedankengänge zum Entgleisen bringen.

Gruss,

Marc


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