Scherbentanz
Hallo zusammen!
MAS, seine Frau Petra und ich haben uns den Film "Scherbentanz" angesehen. Der Film, ein Familiendrama, war sehr überzeugend und beeindruckend gemacht. Es ging um eine Industriellenfamilie in Süddeutschland. Das Ehepaar hatte 2 Söhne, Jesko (der Rockträger) und Ansgar. Die Mutter war äusserst gewalttätig und psychisch krank. Sie hat ihre Kinder oft misshandelt und dadurch seelische Schäden verursacht. Von den ganzen Familienmitgliedern war Jesko, dargestellt von Jürgen Vogel, noch derjenige, der am besten mit beiden Beinen auf der Erde stand und einen ziemlich ausgeglichenen und konsequenten Eindruck machte. Er war Modeschöpfer und trug während des ganzen Films seine Röcke. Die Röcke spielten in der Handlung selbst praktisch keine Rolle. Lediglich am Anfang des Films war in dieser Hinsicht eine markante Szene. Der gerade zum Familientreffen angereiste Sohn bekam einige Klamotten hingelegt, die er anziehen sollte. Als er sie inspizierte beschwerte er sich darüber, dass man ihm Hosen hingelegt hatte. Er sagte: "Ich hasse Hosen! Hosen sind das scheusslichste und widerlichste was es gibt". Ansonsten waren die Röcke kein Thema mehr in den Film. Eine Krankenschwester, die die schwerkranke Mutter pflegte, erwähnte noch beiläufig, dass die Röcke ihr gefielen. Die Röcke, die Jesko trug, waren lange sarongähnliche Wickelröcke mit Mustern, die allerdings fast keine bunten Farben enthielten.
Insgesamt machte der Rockträger Jesko (Jürgen Vogel) auf mich einen sympathischen und positiven Eindruck, obwohl die Figur des Jesko in der Handlung anfangs sehr verschlossen, abweisend und eigenbrötlerisch wirkte. Das war aber dramaturgisch gewollt, weil rübergebracht werden sollte, welche schlimme Kindheit die beiden Brüder hinter sich hatten.
Der Film ist nur was für starke Nerven, da einige Szenen sehr stark triggern könnten. Wer also in dieser Hinsicht nicht belastbar ist (vielleicht wegen eigener traumatischer Erlebnisse), sollte sich diesen Film nicht ansehen.
Viele Grüsse,
Ferdi