Re: Frauenhass
Hallo,
ich möchte versuchen, etwas Ausgleichendes zu dem Artikel aus Hamburg zu sagen.
Ich werde selten auf meine Röcke angesprochen, weil ich mich ganz natürlich im Rock bewege wie in einer Hose auch; außerdem biete ich keinen klischeeorientierten (Piercings, flippig oder ähnl.) Anhaltspunkt, den viele bei Röcke tragenden Männern erwarten.
Zu den Stellungnahmen von Frauen und Männern:
überwiegend werde ich von Frauen angesprochen, wenn dann zu ca. 95% positiv, nach meinem Eindruck sind die Stellungnahmen ehrlich gemeint. Ich trage lange Röcke mit einem schickem Herrenhemd.
Beispiele: " Sie können das tragen, Ihnen steht das"; woher haben Sie Ihrem traumhaften Rock?" usw.
In seltenen Fällen sprechen mich auch Männer an, den meine Mode gefällt, aber auch schon mal zugeben, daß sie sich nicht trauen würden, einen Rock zu tragen.
Die Menschen, die mich ansprechen, bewegen sich zwischen Teeniealter und ca. 80 Jahren.
Jetzt zu dem Verhalten von Frauen:
Ich bin jedoch auch Frauen begegnet, selbst aus dem Modefach, die den Rock als weibliches Kleidungsstück einstufen und auch bei dieser Haltung bleiben wollen;
mit teilweise strengem und leicht elektrisiertem Gesichtsausdruck stellen manchen Frauen fest, daß es eben so für sie sei.
Vor einiger Zeit rief ich bei der Redaktion einer bekannten Modezeitschrift, die durchaus Rockmodelle anbieten, die auch gut Frauen und Männer tragen können, an und fragte, ob sie einen Artikel zum Thema "unisex-Kleidung" bringen würden. Es wurde abgelehnt mit dem Hinweis, daß es doch Unterschiede zwischen einem Rock für Frauen und Männer gebe
(meine Anmerkung: gilt nur in schneidertechnischer Hinsicht, Abnäher, hat aber nichts mit dem Kleidungsstück als solches zu tun)
und außerdem ihre Leserinnen eine "unisex-Darbietung" von Mode nicht wollen.
Dabei habe ich es belassen. Am anderen Ende der Leitung war eine Frau.
Ich habe bei anderer Gelegeneheit in Gesprächen über Kleidung entnommen, daß sich doch die Männerkleidung von der Frauenkleidung unterscheiden müsse, sonst käme z.b. das Abendkleid einer Frau nicht zur Geltung.
Dazu möchte ich sagen:
zum Ausdruck kommt in dieser Einstellung eine gewachsene gefühlsorientierte Erwartungshaltung, was einem Mann und einer Frau gewohnterweise zusteht.
Diese gefühlsorientierte Erwartungshaltung, nicht zuletzt mit dem Vorstellung von Normalität unter den Geschlechtern verbunden, wird uns noch lange erhalten bleiben. Meinem Eindruck nach wird in 20 Jahren der Rock für den Mann noch nicht selbstverständlich sein.
Dieses Problem wurde mal virulent, als ich in einem Kaufhaus in der Abteilung für festliche Mode nach einem langen Rock suchte
( ich fand auch einen)
und eine Kundin dem Mann das einen Rock oder Kleid als angemessene Kleidung absprechen wollte; fast wörtlich fiel der Satz:
"Wie soll denn eine Frau in ihrer Kleidung richtig zur Geltung kommen?"
ich entgegnete:
Seit wann sind die Männer das Präsentationspersonal der Frauen?"
Da kam nichts mehr außer mürrischen Tönen, denen allerdings keine Worte zu entnehmen waren.Fazit nach zwei Jahren, seit dem ich, mit stetig gewachsenem Mut, Röcke trage:
Damit Männer mehr Mut bekommen, Röcke zu tragen, sollten Frauen, zu denen ja nach üblicher gesellschaftlicher Erwartungshaltung das Thema Mode gehört, den Männern mehr Mut machen, die Kleidungsvielfalt nutzen.
Gruß
Werner
Hallo Werner!
Wenn wir also richtige Gleichberechtigung reden sollen so stelle ich gern mein Frack bereit für die Frauen die ihren Doktorsgrad ausnehmen von der Uni wenn ich von der Frauenseite ein für mein Männliche Körper angepasste Abendkleid bekam und es Tragen konnte bei die ceremonien von der Uni.
Grüsse aus V.Frölunda
RockIngo