Ein lesenswerter Beitrag!

Ferdi, Friday, 20.09.2002, 10:42 (vor 8595 Tagen)

Hallo Freunde des Rockes!

Ich habe diesen hervorragenden Beitrag gefunden, dessen Lektüre ich Euch empfehle. Er richtet sich nicht an die "Hardrocker" unter uns, sondern mehr an diejenigen, die gerne auch möchten, bei denen die Hemmschwellen aber noch zu hoch sind. Und ganz besonders richtet er sich an diejenigen, die vor dem Problem stehen, ihren Partnerinnen den Wunsch nach Erweiterung der Kleidungsmöglichkeiten plausibel zu machen. Vieles, was in diesem Beitrag steht, könnte auch von mir geschrieben worden sein.

Viele Grüsse,
Ferdi

Re: Ein lesenswerter Beitrag!

JürgenB, Friday, 20.09.2002, 11:44 (vor 8595 Tagen) @ Ferdi

Hallo Ferdi,

sicherlich ein hervorragender Beitrag! Dennoch, eine Kleinigkeit stört mich daran bzw. hindert mich dies vollständig auf mich zu übertragen:

"Crossdresser!" Diesen Begriff verbinde ich irgendwie mit etwas "nicht ganz normalem". Dies geht auch irgendwie als seine eigene Einstellung aus dem Text hervor, und genau da blocke ich. Zwar will ich ein Individuum sein und als solches geachtet werden, aber ich will weder im besser noch schlechter als andere sein. Ich bin ein ganz normaler Mann, mit meinen individuellen Besonderheiten, die aber als solche auch wieder normal sind. Jeder hat halt eben seine Besonderheiten, sonst wäre er kein Mensch sondern eine Maschine!

Nein, ich bin so normal als Mann daß ich zu meinen Modevorstellungen stehe - im Gegensatz zu vielen anderen? Ich trage auch keine Damenkleidung, sondern ich trage Kleidung die mir gefällt. Ob die irgendein Marketingstratege irgenwann einmal für die Zielgruppe Frau im Markt positioniert hat, das interessiert mich nicht, denn das macht aus diesem Kleidungsstück noch lange kein Kleidungsstück nur für Frauen! Damenkleidung ist für mich lediglich Kleidung, die eine Funktion bei der Frau zu erfüllen hat, die sie beim Mann aufgrund der anderen Anatomie nicht erfüllen kann. Die allerdings trage ich auch nicht, sondern ich trage einfach was mir paßt und gefällt, worin ich mich wohlfühle! Dabei brauche ich weder Marketingstrategen die mir etwas aufschwätzen wollen noch Leithammel denen ich nachlaufe; und genau deshalb gebe ich auch nichts auf das Geschwätz anderer Leute, die bei meinem Anblick so verunsichert sind daß ihnen nichts anderes mehr einfällt als zu lästern.

Gruß
JürgenB

Re: Ein lesenswerter Beitrag!

Johannes, Friday, 20.09.2002, 16:47 (vor 8595 Tagen) @ Ferdi

Hallo Ferdi,

ein sehr schöner artikel![image][image][image]

Was mir dabei aber auffällt:
Muß man zuschlagen können, blaue augen verteilen können, um ein mann zu sein?

Es fängt erst so schön an mit dem kleinen unterschied, der so viel freude bereiten kann.
Und dann werden doch wieder die alten männlichkeitsclichés gepflegt!

Auch beim thema memmen.
Richtig: Wir sind memmen, wenn wir uns als bemitleidenswerte minderheit fühlen, uns nachts rausschleichen und heimlichtun, den lebenspartnerinnen nichts verraten trauen etc.
Also mut ist selbstverständlich eine positive eigenschaft, eine tugend, ohne frage - aber ist diese eigenschaft wirklich typisch männlich? Also ich mag mutige frauen lieber als feige. Es gibt auch weibliche memmen!

Und ist es für uns männer erstrebenswert, draufgänger zu sein!!!!

Unser problem ist doch vor allem auch, daß, gefühle zu zeigen, nicht ins gängige männlichkeitscliché paßt. Deshalb doch (zumindest auch) das rumgetue und rumgeschleiche bei allem, was mit gefühle zeigen zu tun hat (beim einen mehr beim anderen weniger). Und wir tragen doch alle in erster linie röcke und kleider, weil wir uns darin wohlfühlen. Als mann redet man nach gängiger auffassung aber nicht von gefühlen, man zeigt sie nicht, ist ein held, der möglichst auch in der freizeit immer unter beweis stellen muß, daß er was aushält, daß ihm weiß der geier was alles nichts ausmacht etc.p.p.. Ok, ich möchte damit auch aus einer gewissen enge ausbrechen (siehe auch nächster absatz), bin dabei aber auch sicher nicht allein.

Diese männlichkeitsclichés sind aber das, was mir schon seit meiner kindheit tierisch auf den sack geht und natürlich immer das man-tut, man-tut-nicht, das wie eine trambahn immer brav auf der schiene bleiben (konnst ned raus aus´m gleis mit dein´m scheißkarrn? - i scho, aber Du ned![image] - war, glaube ich, Ida Schuhmacher - oder war es doch Karl Valentin?).

Johannes

Re: Es war Ida Schuhmachers "Trambahnritzenreinigerin". (o.T.)

Collantix, Friday, 20.09.2002, 16:53 (vor 8595 Tagen) @ Johannes

- kein Text -

Re: Es war Ida Schuhmachers "Trambahnritzenreinigerin". (o.T.)

Johannes, Monday, 23.09.2002, 14:19 (vor 8592 Tagen) @ Collantix

Genau, mei, das waren noch zeiten - da war sogar bayern I zumindest teilweise noch ein guter sender - gleich werden wieder meine augen feucht.
Johannes

Re: Ein lesenswerter Beitrag!

Ferdi, Friday, 20.09.2002, 17:30 (vor 8595 Tagen) @ Johannes

Hallo Johannes,

ich hätte diesen Artikel bestimmt nicht im Forum verlinkt, wenn er mir nicht ebenso gefallen würde wie Dir. Sicher sind da auch Stellen drin, die mir nicht gefallen. Deshalb habe ich ja auch geschrieben, das vieles von mir geschrieben sein könnte, und eben nicht alles. Aber ich glaube, man kann darüber hinwegsehen, denn er spricht diese Klischees ja nur in drei oder vier Zeilen an.
Ich glaube auch nicht, dass er in diesem Absatz dieses "Männlichkeits"-Klischee bedienen wollte, sondern dass er damit herausstellen wollte, dass die Art der Kleidung die Art der Person (ob Mann oder Frau) nicht verändern würde. Er schreibt ja auch ausdrücklich "...kann".

Das Wort "Crossdresser" finde ich hier fehl am Platze, weil dieses Wort nur einseitig auf Männer bezogen ist, die Kleidung tragen, die vorwiegend gewohnheitsmässig von Frauen benutzt wird. Strenggenommen müsste das Wort auch auf alle Frauen Anwendung finden, die bisher vorwiegend von Männern benutzte Kleidung (Hosen) tragen. Da dies nicht der Fall ist, lehne ich die Verwendung dieses Begriffes in diesem Zusammenhang ab. Denn wir machen in dieser Hinsicht haargenau das, was die Frauen auch machen. Mir persönlich ist das inzwischen gleichgültig. Ich bin so abgehärtet, dass sie dazu sagen können was sie wollen, das juckt mich schon längst nicht mehr.

Was mir eben besonders gefallen hat, ist, dass er die Unbegründetheit der Angst vor ungewöhnlicher Kleidung herausgestellt hat und dass er auffordert, einfach die Kleidung, in der man sich wohlfühlt, zu tragen, ohne erst die halbe Welt um Erlaubnis zu fragen, die das eigentlich ja garnichts angeht.

Was die Gefühlswelt angeht, gehe ich mit Dir voll konform. Ich lasse meinen Gefühlen immer freien Lauf und bin immer bestens damit gefahren. Das hat mir nur gutgetan und deshalb kann ich das auch jedem anderen empfehlen.

Viele Grüsse,
Ferdi

Re: Ein lesenswerter Beitrag!

Ralph, Saturday, 21.09.2002, 00:11 (vor 8594 Tagen) @ Ferdi

Hallo Ferdi,
du hast Recht, der Artikel ist gut! Nur ein Punkt stört mich gewaltig:
Den Begriff "Crossdresser" verbinde ich mit dem Wunsch, für sich oder für andere zumindest vorübergehend in die Rolle des anderen Geschlechts zu schlüpfen. Das ist aber genauso wenig Inhalt des Forums, wie der verlinkten Website. Als Lehrer würde ich einem Aufsatz unter diesem Begriff, mit diesem Inhalt, eine klare 6 wegen Themaverfehlung geben.

Re: Ein lesenswerter Beitrag!

Dirk, Saturday, 21.09.2002, 01:15 (vor 8594 Tagen) @ Ralph

Hallo Ferdi,
du hast Recht, der Artikel ist gut! Nur ein Punkt stört mich gewaltig:
Den Begriff "Crossdresser" verbinde ich mit dem Wunsch, für sich oder für andere zumindest vorübergehend in die Rolle des anderen Geschlechts zu schlüpfen. Das ist aber genauso wenig Inhalt des Forums, wie der verlinkten Website. Als Lehrer würde ich einem Aufsatz unter diesem Begriff, mit diesem Inhalt, eine klare 6 wegen Themaverfehlung geben.

Hi Ralph,

nicht so streng! [image]
Ersetze doch einfach das Wort "Crossdresser" durch "Freedresser", und alles ist wieder im Lot. [image]

Gruß

Dirk

Re: Ein lesenswerter Beitrag!

TV, Saturday, 21.09.2002, 17:54 (vor 8594 Tagen) @ Ralph

... "Crossdresser" verbinde ich mit dem Wunsch, für sich oder für andere zumindest vorübergehend in die Rolle des anderen Geschlechts zu schlüpfen.

Ein sehr verbreiteter Irrtum, wenn ich das sagen darf.

Obwohl man es im Grunde schwer trennen kann, muß man ganz klar
unterscheiden zwischen Menschen, die sich aus einer fetischistischen
Neigung heraus in Kleidung des anderen Geschlechts wohlfühlen, und
Menschen, die sich als dem anderem Geschlecht zugehörig empfinden
und dies im Tragen der Kleidung dieses Geschlechts manifetsieren. Das
"verübergehend in eine Rolle schüpfen" ist der ersten Gruppe wichtig.

Hier aber, so verstehe ich das Forum, ist es einzig und alleine
wichtig, daß man als Mann Kleidung gerne trägt, die sonst Frauen
tragen. Die Motive dafür interessieren keinen, Hauptsache Mann trägt Rock.

Das ist schwer nachzuvollziehen, weil es im Grunde keinen Sinn
macht. Trotzfdem wird jeder hier tausend Gründe dafür finden, die
mal rational mal irrational sind.

Das finde ich auch gut so, denn wenn jemand etwas macht, nur weil
man es machen kann, dann weiß er nichts bessrers mit sich anzufangen.

Re: Ein lesenswerter Beitrag!

Thomas S., Sunday, 22.09.2002, 19:40 (vor 8593 Tagen) @ Ferdi

Hallo Freunde des Rockes!
Ich habe diesen hervorragenden Beitrag gefunden, dessen Lektüre ich Euch empfehle. Er richtet sich nicht an die "Hardrocker" unter uns, sondern mehr an diejenigen, die gerne auch möchten, bei denen die Hemmschwellen aber noch zu hoch sind. Und ganz besonders richtet er sich an diejenigen, die vor dem Problem stehen, ihren Partnerinnen den Wunsch nach Erweiterung der Kleidungsmöglichkeiten plausibel zu machen. Vieles, was in diesem Beitrag steht, könnte auch von mir geschrieben worden sein.
Viele Grüsse,
Ferdi

Hallo Ferdi,

nun hatte ich auch endlich zeit, den von Dir angekündigten Artikel zu lesen. Ich finde ihn auch sehr gut, obwohl mich der Ausdruck "Crossdresser" etwas stört. Bei dieser Bezeichnung geht man davon aus, dass es Kleidung für Männer und Kleidung für Frauen gibt. Bis auf wenige Außnahmen wie den BH, der ausschließlich für Frauen konzipiert ist, sind Kleidungsstücke durch Marketing und vorgespielter Szenen nach Geschlechtern getrennt worden. Ich bin auch der Meinung, dass jeder das anziehen soll, worin Er oder Sie sich wohlfühlen. Natürlich gibt es gewisse gesellschaftliche Anlässe, bei denen ein Kaftan am Mann, oder eine Boxerschort an der Frau unangebracht sind.

Persöhnlich mache ich mit meinen Kleidern überwiegend gute Erfahrungen, nur leider fehlt mir noch der letzte Kick, um immer und überall im Kleid aufzutauchen.

Auf jeden Fall helfen mir Mitrocker und auch solche Berichte, die Hemmschwellen stück für Stück zu verringern. Sobald ich es geschafft habe, mein etwas andere Outfit auch dort zu tragen, wo ich mich bisher noch nicht traue, lasse ich es Euch wissen.

Beste Grüsse und bis die Tage

Thomas S.

Re: Ein lesenswerter Beitrag!

Johannes, Monday, 23.09.2002, 14:39 (vor 8592 Tagen) @ Thomas S.

Hallo Thomas, hallo rocker,

ich setze jetzt mein posting doch als antwort auf Dein (Thomas) posting, statt einen neuen thread zu beginnen (ich glaube, für einen neuen thread hat das, was ich schreiben will, zu wenig gewicht).

Am freitag war ich zum ersten mal in meinem neuen ediebauer-polokleid unterwegs. Ich dabe es in willow blue. Ich trug darüber einen leuchtend gelben baumwollpullover, so daß das kleid eigentlich eher wie ein gestrickter rock wirkte - allerdings ließ der oben herausschauende polokragen doch zumindest ahnen, daß es eben doch ein kleid ist.
Angenehm am kleidtragen ist, daß man - von der unterwäsche abgesehen - keinen bund um den leib hat.<ul><li>In der früh zur meldestelle am Giesinger bahnhof und meinen (endlich - viel zu spät - mußte mich mit einem vorläufigen behelfen) reisepaß abzuholen - vorbei an scharen von neu anfangenden berufsschüler(inne)n. Aus einem kleinen grüppchen berufsschülerinnen tönte es lachend: "Hoffentlich wird das nicht unser neuer Klassenlehrer!". Sonst keine weiteren reaktionen.
<li>Weiter zum bureau. In der mittagspause hörte ich beim verlassen der kantine gelächter von einem tisch nahe des ausgangs - ich konnte aber nicht feststellen, ob ich bzw. meine kleidung der anlaß war oder nicht - sonst keinerlei erkennbare reaktionen.
<li>Abends dann nach Freising zu einer sonderprobe des Freisinger konzertchores, in dem ich mitsinge (und wo ich ja bereits als rockträger bekannt bin) - dort ebenfalls keinerlei erkennbare reaktionen.</ul>
Also zumindest in der kombination mit einem pullover ist das tragen eines kleides offensichtlich überhaupt kein problem. Werde vielleicht nächstens probieren, das kleid mit einem jacket zu kombinieren - hab ich noch nicht ausprobiert, weiß also noch nicht, ob ich diese idee nicht gleich nach der ersten anprobe verwerfen werde.... bin g´spannt.
Johannes

Re: Ein lesenswerter Beitrag!

Thomas S., Monday, 23.09.2002, 22:43 (vor 8592 Tagen) @ Johannes

Hallo Thomas, hallo rocker,
ich setze jetzt mein posting doch als antwort auf Dein (Thomas) posting, statt einen neuen thread zu beginnen (ich glaube, für einen neuen thread hat das, was ich schreiben will, zu wenig gewicht).
Am freitag war ich zum ersten mal in meinem neuen ediebauer-polokleid unterwegs. Ich dabe es in willow blue. Ich trug darüber einen leuchtend gelben baumwollpullover, so daß das kleid eigentlich eher wie ein gestrickter rock wirkte - allerdings ließ der oben herausschauende polokragen doch zumindest ahnen, daß es eben doch ein kleid ist.

Hallo Johannes, Am besten versuchst du nicht das Kleid durch einen Pullover oder zugeknöpften Hemd zum Rock verwandeln. Das Gefühl, nichts einengendes um den Bund zu haben, veranlasst mich, Kleider zu tragen.

Angenehm am kleidtragen ist, daß man - von der unterwäsche abgesehen - keinen bund um den leib hat.><ul><li>In der früh zur meldestelle am Giesinger bahnhof und meinen (endlich - viel zu spät - mußte mich mit einem vorläufigen behelfen) reisepaß abzuholen - vorbei an scharen von neu anfangenden berufsschüler(inne)n. Aus einem kleinen grüppchen berufsschülerinnen tönte es lachend: "Hoffentlich wird das nicht unser neuer Klassenlehrer!". Sonst keine weiteren reaktionen.
<li>Weiter zum bureau. In der mittagspause hörte ich beim verlassen der kantine gelächter von einem tisch nahe des ausgangs - ich konnte aber nicht feststellen, ob ich bzw. meine kleidung der anlaß war oder nicht - sonst keinerlei erkennbare reaktionen.
<li>Abends dann nach Freising zu einer sonderprobe des Freisinger konzertchores, in dem ich mitsinge (und wo ich ja bereits als rockträger bekannt bin) - dort ebenfalls keinerlei erkennbare reaktionen.</ul>
Also zumindest in der kombination mit einem pullover ist das tragen eines kleides offensichtlich überhaupt kein problem. Werde vielleicht nächstens probieren, das kleid mit einem jacket zu kombinieren - hab ich noch nicht ausprobiert, weiß also noch nicht, ob ich diese idee nicht gleich nach der ersten anprobe verwerfen werde.... bin g´spannt.>Johannes

wenn du dir die Bilder vom vergangenen Samstag im Main Taunus Zentrum anschaust, siehst du, dass ich ein Rostoranges langes Kleid mit einem Schwarzen Sacko trage und die Reaktionen waren durchgehend Positiv. Das ging soweit, dass in einem Kleiderladen mir die Verkäuferinnen sofort zwei Lange viskose Kleider zur Anprobe vorlagen.

Wenn dir Dein Kleid gefällt, dann trag es. Übrigens, am Sonntag bin ich mit meinem schwarzen Polokleid ohne Jacke durch den englischen Garten spaziert.Es war herrlich.

beste Grüsse

Thomas S.