Im Rock auf der Arbeit

Collantix, Tuesday, 27.08.2002, 19:07 (vor 8619 Tagen)

Servus beinand,

ja, ich habe es endlich gestern gewagt. Nach drei Wochen Urlaub bin ich im Rock zur Arbeit.
Ich trug einen langen blauen Jeansrock, ein blaues Hemd, eine schwarze Lederweste und blaue Schuhe - ich habe mich für die dezente Variante entschieden.

Die Kinder (ich arbeite in einem Kindergarten) nahmen es teilweise - nach außen hin - nicht zur Kenntnis. Einige guckten etwas verduzt und stelleten Fragen ("Warum... ?), einer meinte, Röcke dürften nur Mamas tragen. Na ja, also nix, was man nicht lösen könnte.
Eine meiner Kolleginnen meinte, ob das so gut sei, als sie mich erblickte. Das sei mir wurscht, meinte ich.

Einige Mütter sprachen mich auch darauf an, aber nicht negativ ("Ungewohnt" ,"Nicht schlecht").

Doch heute stürmte die Elternbeiratsvorsitzende (die mich nicht im Rock sah, weil ihr Kind gestern nicht da war) mittags auf mich zu, ob ich denn eine Minute unter vier Augen für sie Zeit hätte.
Ich dachte, es ginge um den alltäglichen Ärger, der uns im Kindergarten beschäftigt, aber weit gefehlt.

"Du hast doch gestern einen Rock angehabt, oder?" Ich bejahte dies und kapierte zunächst immer noch nicht.
Einige Mütter haben sich aufs Massivste bei hr beschwert, weil ich einen Rock anhatte.
Ich wurde daraufhin ziemlich sauer, aber nicht weil die Mütter sich darüber beklagten, sondern weil sie das gespräch nicht mit mir suchten.
Der Elternbeiratsvorsitzenden ist es nach eigenen Angaben wurscht (das nehme ich ihr auch so ab).
Nein Einigen paßt es überhaupt nicht, weil ich u.a eine öffentlche Person in der Gemeinde (ich leite den Kindergarten) sei, und wir hätten schon genug Probleme (das ist in der Tat so, deswegen schaffen die Mütter sich noch ein Problem).
Natürlich sagte ich ihr auch, daß ich keiner Frau das Recht abspräche, Hosen zu tragenLetztlich legte man mir nahe, doch keinen Rock mehr anzuziehen.
Ich war mittlerweile innerlich auf 180 und erklärte ihr, daß das ein ziemlicher Eingriff in meine Persönlichkeitsrechte sei, und ich nicht bereit sei, darauf einzugehen.
Außerdem sollten diese 3 Mütter das persönliche Gespräch mit mir suchen, weil es doch ziemlich feige sei, mal eben den Elternbeirat vorzuschicken. Dem konnte sie nicht großartig widersprechen, aber sie muß darauf reagieren (das ist leider in der Tat so...).
Das einzige Argument, auf das ich mich (im nachhinein) fälschlicherweise einließ, war, daß es mommentan andere Probleme zu lösen gelte.
Daß ich mich darauf eingelassen habe, ärgert mich dann doch ziemlich, und ich binn mittlerweile nicht gewillt, diese Sache auf sich beruhen zu lassen.

Das war das erste Mal, daß ich so eine negative Rückmeldung auf mein Äußeres bekommen habe.

Was tun?

Gruß

Collantix,
der nicht nur deswegen einen ziemlichen Zorn vor sich herschiebt (aber doch größtenteils wegen der Arbeit) und deswegen viel Zuspruch braucht.

Re: Im Rock auf der Arbeit

Milain, Tuesday, 27.08.2002, 20:31 (vor 8619 Tagen) @ Collantix

Hallo Colantix,
dass Dich diese Reaktionen ärgern kann ich verstehen. Ich glaube es ist wieder das Problem, daß ich die Leute in ihrer Phantasie etwas falsch ausmalen, weil sie es nicht selbst gesehen haben - was da aus den Erzählungen der Kinder geworden ist, kann man sich warscheinlich kaum vorstellen.
Wolltest Du nicht ursprünglich eine Gelegentheit zum ersten Auftritt im Rock nutzen, bei der alle Eltern gleich anwesend sind?
In der Gegend Deines Kindergartens und in der gesellschaftlichen Rolle die Du in so einem Kaff einnimmst war eigentlich zu erwarten, dass das nicht ganz ohne Reibungsverluste von statten geht.
Auch wenn das jetzt nicht der Zuspruch ist, den Du erwartet hast (aber dafür sind eh mehr Ferdi, Heinz, usw. zuständig ;-) )denke ich, es wäre am sinnvollsten eine Trennung zu machen nach dem Motto: Rock ist Rock, Arbeit ist Arbeit, sofern es für Dich akzeptabel ist.
Du bist mit Sicherheit das Dorfgespräch: "solche kann man doch nicht..., was tun..." Vermutlich berät schon der Pfarrgemeiderat, die freiwillige Feuerwehr usw. über Dich (mit Unterstützung meiner dortigen Verwandtschaft [image]

Kopf Hoch!

Liebe Grüße
Milain

Re: Im Rock auf der Arbeit

heinz, Tuesday, 27.08.2002, 21:23 (vor 8619 Tagen) @ Collantix

Hallo Collantix

Servus beinand,
ja, ich habe es endlich gestern gewagt. Nach drei Wochen Urlaub bin ich im Rock zur Arbeit.

Erst mal BRAVO!

Ich trug einen langen blauen Jeansrock, ein blaues Hemd, eine schwarze Lederweste und blaue Schuhe - ich habe mich für die dezente Variante entschieden.

Sieht sicher sehr gut aus!

Die Kinder (ich arbeite in einem Kindergarten)


Könntest du die Arbeit etwas genauer beschreiben?

nahmen es teilweise - nach außen hin - nicht zur Kenntnis. Einige guckten etwas verduzt und stelleten Fragen ("Warum... ?), einer meinte, Röcke dürften nur Mamas tragen. Na ja, also nix, was man nicht lösen könnte.

Das sind eben die "normalen" Reaktionen der heutigen jüngeren Generation, wo am Stubentisch oder beim Mittagstisch (wenn es den überhaupt noch gibt!) über Sport, Geld, Autos, Games und sonstige Zvilisationskrankheitsthemen gesprochen wird, wenn überhaupt....?!?!?! Ich habe das selber am Anfang, als ich im Rock zur Schule ging, auch erlebt!
Und gerade bei den Kleinsten sollten doch die althergebrachten, unmenschlichen Gewohnheiten verändert werden.

Eine meiner Kolleginnen meinte, ob das so gut sei,

Was "das so gut sei?" ??????

Einige Mütter sprachen mich auch darauf an, aber nicht negativ ("Ungewohnt" ,"Nicht schlecht").

Das habe ich auch schon entgegengenomen!

Doch heute stürmte die Elternbeiratsvorsitzende (die mich nicht im Rock sah, weil ihr Kind gestern nicht da war) mittags auf mich zu, ob ich denn eine Minute unter vier Augen für sie Zeit hätte.
Ich dachte, es ginge um den alltäglichen Ärger, der uns im Kindergarten beschäftigt, aber weit gefehlt.
"Du hast doch gestern einen Rock angehabt, oder?" Ich bejahte dies und kapierte zunächst immer noch nicht.
Einige Mütter haben sich aufs Massivste bei hr beschwert, weil ich einen Rock anhatte.

Ist jemand dabei umgekommen??? So, so "aufs massivste beschwert"..da beginne ich schon zu kochen, wenn ich das lese, geschweige ich hätte das selbst erlebt, da hätte diese Person wahrscheinlich mein zorniges Zittern im Gesicht nicht übersehen können!

Ich wurde daraufhin ziemlich sauer, aber nicht weil die Mütter sich darüber beklagten,

Aber sicher in erster Linie wegen dem!!!!!!!!!!!

sondern weil sie das gespräch nicht mit mir suchten.

Das auch!!

Der Elternbeiratsvorsitzenden ist es nach eigenen Angaben wurscht (das nehme ich ihr auch so ab).
Nein Einigen paßt es überhaupt nicht, weil ich u.a eine öffentlche Person in der Gemeinde (ich leite den Kindergarten) sei, und wir hätten schon genug Probleme

Gibt denn ein Rock Probleme? Das wäre mir das Neuste! Probleme sind übrigens da zum Lösen!
Jesses, sind das Hinterweltler! Und die hosentragenden Weiber??????he?????

(das ist in der Tat so, deswegen schaffen die Mütter sich noch ein Problem).

Natürlich sagte ich ihr auch, daß ich keiner Frau das Recht abspräche, Hosen zu tragen

Hätte ich gesagt!

Letztlich legte man mir nahe, doch keinen Rock mehr anzuziehen.

Würde ich mir nicht gefallen lassen. Würde einen Höllenwirbel mit Medien und...und..und... machen!Würde sogar bis vor Gericht gehen.

Ich war mittlerweile innerlich auf 180 und erklärte ihr, daß das ein ziemlicher Eingriff in meine Persönlichkeitsrechte sei, und ich nicht bereit sei, darauf einzugehen.


Sehr gut!!!!!

Außerdem sollten diese 3 Mütter das persönliche Gespräch mit mir suchen, weil es doch ziemlich feige sei, mal eben den Elternbeirat vorzuschicken. Dem konnte sie nicht großartig widersprechen, aber sie muß darauf reagieren (das ist leider in der Tat so...).

Kenne ich auch: Schulrat usw.

Das einzige Argument, auf das ich mich (im nachhinein) fälschlicherweise einließ, war, daß es mommentan andere Probleme zu lösen gelte.

Aber zuerst müsste man das HAUPTPROBLEM lösen, nämlich: Rock am Mann, oder: Wie bringe ich Hohlköpfen das Denken bei?

Daß ich mich darauf eingelassen habe, ärgert mich dann doch ziemlich, und ich binn mittlerweile nicht gewillt, diese Sache auf sich beruhen zu lassen.
Das war das erste Mal, daß ich so eine negative Rückmeldung auf mein Äußeres bekommen habe.
Was tun?
Gruß
Collantix,
der nicht nur deswegen einen ziemlichen Zorn vor sich herschiebt (aber doch größtenteils wegen der Arbeit) und deswegen viel Zuspruch braucht.

Ich habe bis jetzt das Glück gehabt, dass in unserer Schule, wo ich auch mehrheitlich mit Rock unterrichte, bislang noch niemand etwas bemerkt hat. Im Gegenteil, die reaktionen liegen zwischen null bis sehr gut.
In deinem Fall möchte ich eine Aussprache mit den entsprechenden Müttern und der Vorsitzenden. Hier sollte mal von deiner Seite her eine "Rockaufklärung" stattfinden mit anschliessender Diskussion. Später könnte man dann die Kinder noch beiziehen und orientieren.
Sollte das nicht gelingen, würde ich mich an irgendwelche Medien wenden und das Thema auf meine Weise veröffentlichen!

Vielleicht ist das etwas. Mehr kommt mir gerade nicht in den Sinn.

Noch etwas: Ich frage mich manchmal, wenn ich solche und ähnliche Sachen höre oder lese:
- Wieso sind die meisten Männer so doof, und tragen nicht auch Röcke im Alltag? Dann hätten wir nämlich solche Situationen wie du sie erlebt hast nicht!
- Wieso wird von der Kleiderbranche der Männerrock nicht mehr lanciert (Schaufenster, versandkatalog usw.)
- Wieso sind Hosen überhaupt durchwegs an allen Körpern "normal"?
- Wieso wirft ein Rock am Mann solch grosse Probleme auf. Wo liegt überhaupt DAS Problem?????????????????????

Ich weiss, ich weiss, jeder hat hierauf eigene Antworten, nur ich habe KEINE!!!!


Gruss
heinz

Re: Im Rock auf der Arbeit

Athanasius, Wednesday, 28.08.2002, 00:55 (vor 8618 Tagen) @ Collantix

Hi,

hui! Donnerlütchen. Naja, war leider auch so zu erwarten. Habe in Puncto Eltern/Schüler auch schon so meine Erfahrungen gemacht. Allerdings ohne Rock, sondern auf rein fachlich/didaktischer Ebene.

Aber wenn es tatsächlich so sein sollte und die Eltern durchkommen, dann verlange ich, daß meine Kinder auf keinen Fall von Frauen in Hosen unterrichtet werden. [image]

Grüße ATH

Re: Im Rock auf der Arbeit - Danke für die Reaktionen!

Collantix, Wednesday, 28.08.2002, 20:26 (vor 8618 Tagen) @ Collantix

Hallo zusammen,

zunächst möchte ich mich bei Euch für die rege Diskussion bedanken!

Bevor ich aufe Eure Antworten etwas näher eingehe, möchte ich noch einige Dinge klarstellen:

Es gibt im Erzieherberuf keine Bekleidungsvorschriften. Ansonsten dürften Erzieherinnen auch keine Röcke tragen.

Mein Arbeitgeber kann mich jederzeit vor die Türe setzen, weil ich mich noch in der Probezeit befinde.

Ich bin gewerkschaftlich nicht organisiert. Ich glaube aber auch nicht, daß mir das in der Sache großartig hilft.

Träger der Einrichtung ist nicht eine der Kirchen, sondern ein überkonfesioneller Wohlfahrtsverband.

Den Kindergarten besuchen Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren.

Es gibt auch positive Reaktionen auf mein Outfit vom Montag, sogar von einer Mutter, die mich gar nicht im Rock gesehen hat. Aber in einer kleinen Gemeinde (ich arbeite nicht in München) wird halt viel geratscht, und Gerüchte machen schnell die Runde.


Ich habe morgen wieder ein Gespräch mit zwei Damen vom Elternbeirat, bei dem andere Probleme im Vordergrund stehen werden (die noch lästiger und unangenehmer sind, aber auch den Stil untermauern, der teilweise von den Eltern gepflegt wird - schieben wir mal den Elternbeirat vor). Dieser Intrigenstadel, der von einigen, wenigen Müttern dort veranstaltet wird, hat jetzt meine Stellvertreterin dazu veranlaßt zu kündigen. Und ich bin die 3. Leitung innerhalb von zwei Jahren.

Eines werde ich bestimmt nicht machen: an die Presse gehen. Dazu ist mir die Sache einerseits zu aufgeblasen, andererseits hat der EB uns und der Gemeinde während der Schließungszeit via Presse ein dickes Ei ins Nest gelegt, was für mich zur Folge hat, daß ich da zwischen den Stühlen sitze... Hätte ich das am Montag (1. Öffnungstag nach drei Wochen Schließung) schon gewußt, wäre ich vielleicht gar nicht erst im Rock dort aufgekreuzt.

Ich habe für mich beschlossen, daß ich das Thema Rock nicht auf sich beruhen lassen werde. Ich werde dieses Thema auf alle morgen während des Gesprächs mit dem Elternbeirat noch einmal anschneiden.

Ich verspüre auch wenig Interesse, eine Umfrage zu diesem Thema zu veranstalten. Ich führe Bedarfsumfragen zum Thema Schließungszeiten und Anderen Dingen, die unsere Arbeit belangen durch, aber sicherlich nicht zu so einem Thema! Da kann ich ja gleich die Vertauensfrage stellen
Interessant finde ich die Idee, das pädagogische Konzept zu bemühen. Dort werden ja Toleranz etc. vorausgesetzt
Was mich an dieser Sache wirklich fertigmacht, ist der Umstand, daß ich in meinem Berufsleben noch so tief gekränkt wurde und so in meine Persönlichkeit eingegfriffen wurde - und das ohne mit offenem Visier zu agieren!
Ich akzeptiere vollkommen, wenn es Leuten nicht gefällt. Ich renne nicht im Rock durch die Gegend, um den Leuten zu gefallen, sondern weil ich mich wohlfühle!
Das ist auch der Grund, warum ich den Rock am Montag in der Arbeit angehabt habe. Den Kindern etwas anderes zu zeigen, war nur sekundär. Daß sie Fragen stellen, war mir natürlich klar, und daaruf war ich nicht unvorbereitet.

Die zweite Sache, die mir momentan keine Ruhe läßt, ist die Frage: Was hält mich dort noch? Und da spielt der Rock zwar eine Rolle, aber andere Dinge spielen eine gewichtigere Rolle. Und daß meine Stellvertreterin weggemobbt wird, untermauert diese Frage nur.

Es tauchte bei den Reaktionen (ich glaube, Milain war's) die Frage auf, ob es vielleicht nicht sinnvoller wäre Dienst und Privat zu trennen, was den Rock anbelangt. Es würde mir sicherlich ein Problem ersparen, andererseits sehe ich nicht ein, warum ich da klein beigeben soll. Klar, es kann zur Folge haben, daß meine Vorgestetzte der Sache ein schnelles Ende setzt und mir während der Probezeit kündigt. Dann müßte sie allerdings zum 4. Mal innerhalb eines Jahres eine Leitung suchen. Und die Stelle der Stellvertetung ist auch noch zu haben
Der Karren ist also ziemlich festgefahren, und ich bin momentan ziemlich verzweifelt. In jeder Beziehung.

Sorry, daß ich Euch heute so volljammere.

Gruß

Collantix

Re: Im Rock auf der Arbeit

Perikles, Thursday, 29.08.2002, 02:16 (vor 8617 Tagen) @ Collantix

Dann geh doch zur Arbeit wie der Mechaniker im Blaumann und in der
Freizeit, wie du es willst!

Hier wird 'ne Fliege zum Elefanten gemacht!

Re: Im Rock auf der Arbeit - Wo ist das Problem???

Sven Donath, Friday, 30.08.2002, 01:21 (vor 8616 Tagen) @ Collantix

Hallo Collantix,

im Rock bei der Arbeit zu sein ist heute schon unnormal. Bestenfalls ältere Frauen tun das.
Vermutlich assozieren die jungen Mütter (ohne eine Sekunde nachzudenken) mit Dir etwas Unerklärliches, "Ausserirdisches", eine Bedrohung für ihren Nachwuchs. Sie verlieren das Vertrauen in Dich. Es ist eigentlich absurd - aber menschlich. Welche Macht doch Textilien haben
Ich würde an Deiner Stelle keinen "Kampf" anzetteln. Der Klügere gibt nach. Zumindest bis Gras über Dein "Vergehen" gewachsen ist. ;-)

Nichts wird so heiss gegessen wie es gekocht wird!

Deine Wut ist verständlich, aber unnütz.
Ein Gespräch mit den Müttern könnte Klärung bringen und sie beruhigen. Als Leiter des Kindergartens ist es Deine Pflicht das Vertrauen Deiner "Kundinnen" zu haben.

In diesem Jahr wurde einer Lehrerin in Deutschland, ich glaube, vom Verfassungsgericht, offiziell untersagt während der Arbeit ihr Kopftuch zu tragen, was sie aus relegiösen Gründen tun müsse und wolle.
Begründung: Das Recht der Schüler, unbeeinflusst durch irgendwelche relegiösen Eindrücke, lernen zu dürfen hätte Vorrang!!!

Soweit mein rationaler Kommentar.

---------------------------

Mein emotionaler Kommentar:

Vergiss den Vorfall. Ignoriere die drei Mütter. Lass' über Dritte herangetragene unsachliche Kritik von Dir abprallen.
Zieh' Deinen Job so gut wie immer oder noch besser durch! Überzeuge als Mensch und Mitarbeiter. Lass den Kopf nicht hängen. Sei stolz!
Kümmere Dich um die wichtigen Probleme des Alltagsgeschäftes. Wenn Du Probleme erledigst, die den Müttern schon lange auf den Nägeln brennen, wirst Du auch im Rock akzeptiert werden.
Erkläre den fragenden Kindern die Geschichte der Kleidung. Die Nichtfragenden können auch zuhören.

Und ich hätte noch tausend tolle Tips, wenn ich jetzt nicht ins Bett müsste.

Alles Gute,

Sven Donath.


P.S.: Als ich das erste Mal im knielangen modernen Jeansrock am Arbeitsplatz erschien, gab es folgendes: keine Reaktion, Bewunderung "Heute mal was Luftiges!?", Chef: "Sven im Rock? Ist doch egal, wir haben hier genug Arbeit zu erledigen, das ist wichtiger!" Gelächter von einer Kollegin, die fand ich würde "so lustig" aussehen. Ich sagte: "Freut mich, dass ich Dir eine Freude machen konnte. :-) Wenn Du morgen in Hosen zur Arbeit kommst, lache ich :-) ", Sie: "So war das nicht gemeint." (Sie kam am nächsten Tag in Hosen, aber ich lachte nicht.)