Re: Artikel Kölner Stadt Anzeiger
Bunt, Schrill und nie getragen
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VON MARIANNE QUOIRIN, 01.07.02, 19:29h, aktualisiert 22:10h
Herrenmodenschauen in Paris: Niemand weiß, für wen sie stattfinden (Bild:Model von Gaultier).
Vier Tage lang zeigen 40 Designer in Paris die neuen Trends für die Herrenmode für Frühling und Sommer 2003: ausgeflippt, knallbunt und offenherzig. Aber für die Männer bleibt alles Jacke wie Hose.
Köln - Jean-Paul Gaultier versucht es immer wieder, den Männern das weiblichste aller Kleidungsstücke um die Hüften zu hängen. Aber ein Mann trägt nicht Rock, es sei denn er ist Schotte und stolz auf den Kilt seines Clans. Aber knielange Tellerröcke zu knittrigen Leinenjacken mit Tarnfleck-Muster? Der Pariser Modeschöpfer nennt auf seinen Internet-Seiten seine Herrenröcke schon Klassiker, die Frühjahr und Sommer 2003 durch taillenkurze und und reich bestickte Bolero-Jacken ergänzt werden. Als Enfant terrible der Szene weiß natürlich Gaultier, was er seinen Fans schuldig ist. Für die nächste Saison empfiehlt er den halb geöffneten Hosenlatz oder die hinten geschnürte Jeans. Aber Moralisten brauchen sich erst gar nicht zu empören, denn nicht mal ein Moderator auf einem Musikkanal mag sich so entblößen, geschweige denn ein Mann auf der Straße.
Seit 100 Jahren Anzüge
Noch bevor am Wochenende die Schauen in Paris begannen, hatte die Modewelt eine Woche lang die Männer auf den Laufstegen in Mailand beobachtet. Dort tummelten sich Models in ausgeflippten Kostümierungen, die für den Karneval und Ähnliches zwar höchst geeignet, aber dafür viel zu teuer sind. Katherine Knorr von der International Herald Tribune, die Mode ernst nimmt, stellte nach dem bunten Getöse in Italien die berechtigte Frage: Warum gibt es überhaupt Modenschauen für Männer? Denn wie jeder weiß, tragen Männer doch immer dasselbe: Anzüge und Hosen, oder Hosen mit diversen Jacken und irgendetwas darüber gegen Kälte und Regen. Katharine Knorr lobt die Traditionalisten gar für ihren Mut, dass die das Schlachtfeld des Lebens ohne Verkleidung betreten.
Seit mehr als 100 Jahren hat sich der klassische Anzug, entwickelt aus dem Reitanzug des 17. Jahrhunderts, kaum verändert. In der Damenmode haben die Frauen seit Anfang des 20. Jahrhunderts die Konventionen gebrochen, in den 20er Jahren machte Marlene Dietrich Furore, als sie in Herrenanzügen auftrat. Aber beim Mann lässt diese Art der Gleichberechtigung noch zu wünschen übrig. Tagsüber vertraut er dem Formellen in Variationen von Grau, Blau und Braun, auch die Profis in der Mode- und Medienwelt bevorzugen Klassisches. Selbst bei so glamourösen Ereignissen wie Filmpremieren in Hollywood und Preisverleihungen erscheinen nur die Ladys in Roben der Couturiers, die Herren nehmen mit Smoking vorlieb.
Männer bleiben farbenscheu, sieht man von Krawatten ab. Ganz Tolldreiste wagen auch jenseits von Strand und Garten bunte Hemden zu tragen, aber ansonsten widerstehen sie allen modischen Verlockungen. Die Kluft zwischen ihren Ideen und den Wünschen ihrer Kunden versuchen einige Modemacher mit zwei verschiedenen Kollektionen zu überbrücken: Die eine besteht aus klassischen Anzügen in allen Variationen und die andere aus Verkleidungen für Freizeit-Freaks vom Beachboy bis zum Einzelkämpfer im Dschungel. Diese Outfits sind ein Fressen für die Fotografen - und tragen die Namen des Designers bis ins letzte Dorf.
Hallo Russie!
Ich weiss nicht wie die anderen Männer reagieren auf so ein Schreiben wenn es die Fortbringt oder Zurückhält, wenn die es als ein Streitschrift nehmen und nocheinmal denken so ist doch gut aber wenn der Gegenteil der Fall ist wirkt es ja uns ganz gegen.
Grüsse aus V.Frölunda
RockIngo