Re: Ja, ganz interessant ---- Hosenroecke
Hi Wolfgang,
ja, solche Zaehlungen finde ich auch immer wieder ganz interessant.
Das mit dem Wort "Hosenrock", das irritiert mich schon seit langem. Denn der letzte Wortteil gibt ja eigentlich an, um was es sich handelt. Der erste dagegen beschreibt dies Sache nur.
Beispiele:
Hunde-huette
Maul-korb
Freizeit-aktivitaet
Morgen-mantel
usw.
Also muesste es sich bei einem Hosenrock um einen Rock handeln, der einer Hose recht aehnlich ist. Das stimmt in diesem Fall aber nicht. Denn bei einem Hosenrock handelt es sich vielmehr um eine Rockhose, bzw. ´rockaehnliche Hose´. Ein Rock hat naemlich keinen ´Schritt´. Oder wie wuerdest du ´Rock´ definieren? Ach ja, "Einrohr-bein-bekleidung". Da, da!!! Da haben wir´s schon wieder: Der letzte Teil sagt, um was es sich handelt: Um eine Bekleidung. Weiter links steht dann, was fuer eine Bekleidung: eine BEIN-bekleidung. Und noch weiter links wird die Bekleidung noch genauer beschrieben.
Ach, was rede ich da! Die Leute, die was zu sagen haben, die begreifen´s ja eh nicht. Ich habe einen Duden mit der neuen Rechtschreibung. Das, was veraendert wurde, das ist rot hervorgehoben. Es gibt noch immer das Wort "Hosenrock", aber die korrigierte Version ´Rockhose´ steht nicht drin. Frust.
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Ja, Du hast das semantische unserer deutschen Sprache schon richtig aufgefaßt.
Völliger Unsinn ist in der Tat das Wort Hosenrock.
Offensichtlich hat der Wortschöpfer dieses Bekleidungsartikels daran die äußere Morphologie als das wichtigere befunden. Uns, die wir gerne Röcke tragen und schon genug Hosen in unserem Leben getragen haben, erscheint an einem Kleidungsstück wohl eher die innere Morphologie als die entscheidende.
Anfang der 80er gab es allerdings tatsächlich auch die Rockhose. Meines Wissens war das ein längerer Hosenrock, der aufgrund seiner Länge bereits auf den ersten Blick die Mogelpackung nicht mehr verbergen konnte.
Gruß,
Wolfgang