Guten Morgen Freunde!
ja ja, das mit den Ehefrauen, das ist ein merkwürdiges Phänomen. Einerseits erfreue ich mich (und die anderen Rock-Männer wohl auch) draussen eines überwältigenden Zuspruchs der Frauen, andererseits fällt deutlich auf, dass viele ihre eigenen Partner nicht im Rock haben wollen. Die vielfach angeführte Begründung, die Frauen scheuten die damit verbundene öffentliche Aufmerksamkeit, scheint es nicht zu sein, da vielfach auch das Rocktragen in den eigenen vier Wänden abgelehnt wird. Was kann es also sein? Ich weiss es ehrlich auch nicht. Ich kann nur vermuten.
Die Angst der Frauen, ihr Mann könnte kein "richtiger" Mann sein, kann es eigentlich auch nicht sein. Denn die Paare sind ja oft schon viele Jahre verheiratet, haben Kinder und haben sich bisher in jeder Beziehung glänzend verstanden. Und dann eines Tages sagt der Mann zu seiner Frau: "Ich möchte jetzt auch Röcke tragen, ich habe in einem Forum gelesen, dass das bereits viele Männer tun, ich habe im Fernsehen davon gehört und im "Stern" steht ein grosser Artikel darüber. Das gefällt mir, ich möchte das mitmachen!" Dann kommt plötzlich wie aus heiterem Himmel: "Kommt garnicht in Frage, ich will einen "richtigen" Mann und keine Transe". Und sie äussern die Angst, dass ihr Mann schwul sei, obwohl eine langjährig verheiratete Ehefrau das eigentlich besser wissen müsste, denn sowas kann ihr ja kaum langfristig verborgen bleiben.
Es könnte an ihrer eigenen Sozialisation liegen. Ihr ganzes Leben lang hat sie noch nie einen Mann im Rock gesehen (ausser vielleicht Schotten), da kommt ihr das doch sehr exotisch vor. Hinzu kommt das Schubladendenken. In Erinnerung an Shows von Travestiekünstlern wie "Mary und Gordy" glaubt sie, ihr Mann verfalle jetzt dem Transvestitismus. Dabei vergisst sie vollends, dass es den Transvestiten garnicht um das Kleidungsstück Rock geht, sondern dass sie zeitweise in die Rolle einer Frau schlüpfen um einmal diese Rolle richtig auszuleben, um zu erfahren, wie man sich als "Frau" fühlt, wie man behandelt, begehrt und angesehen wird. Das ist nichts anders wie ein Rollenspiel, das zum Beispiel auch bei Treffen von Indianerfans oder bei mittelalterlichen Veranstaltungen gespielt wird. Völlig harmlos. Hierbei ist ein Rock nur Requisite und steht nicht im Mittelpunkt des Interesses.
Denkbar wäre auch ein gewisses Besitzstandsdenken. Diese Denkweise traue ich vor allem dominanten Frauen zu, die das Kleidungsstück Rock als eine ausschliesslich Frauen zustehende Bekleidungsform sehen. Diese Frauen neigen aber auch sonst dazu, in der Ehe "die Hosen anzuhaben", sie neigen zu der von Feministinnen weitverbreiteten Ansicht, dass Frauen gewisse Vorrechte zustehen, zu denen sie auch die Röcke zählen. Mit diesen Frauen sind Kompromisse nur schwer möglich, da hilft nur eisernes Bestehen auf das eigene Recht der individuellen Entfaltung. Wenn solche Frauen ihren eigenen Prinzipien treu wären, müssten sie auf Hosen eigentlich verzichten. Da sie das nicht tun demonstrieren sie also ihren absoluten Herrschaftsanspruch über den Mann und seine Wünsche und das ist die Sorte Frauen, die sich tatsächlich für die "besseren" Menschen halten. Diese Sorte Frauen sind die unangenehmsten und die sind auch die einzigen, die ich persönlich als "Feinde" ansehe. Damit man mich jetzt nicht wieder falsch versteht, ich glaube, dass diese Sorte Frauen eine absolute Minderheit unter der Gesamtzahl der Frauen darstellt, aber dem Ehemann, der an eine solche geraten ist, hilft diese Erkenntnis auch nicht. Der ist gezwungen, für seine Rechte regelrecht zu kämpfen.
Wie bei allem ist es auch hier das Negative, was für Diskussionen und Unmut sorgt. Dabei vergesse ich nicht, dass die weitaus überwältigende Mehrheit aller Ehefrauen den Wünschen ihres Partners nach einem Rock zumindestens tolerant gegenüber steht, wenn sie ihn nicht sogar befürworten.
Ich habe mal versucht, meine Gedanken zur Erklärung dieses Phänomens hinzuschreiben, ob das so richtig ist, weiss ich auch nicht. Die Vorgehensweise in solchen Fällen muss jeder Betroffene für sich selbst bestimmen.
Ich wünschte mir nur, dass der Wunsch der Männer nach Röcken endlich mal genau so behandelt wird wie der Wunsch der Frauen nach Hosen. Wenn das mal der Fall sein wird, kann ich sagen, dass auch in diesem Sektor Gleichberechtigung herrscht.
Gruss,
Ferdi
<ul><li>Und so sehen Transvestiten die aufkommende Männerrockmode</ul>