Re: Normgesellschaft

MAS, Tuesday, 05.03.2002, 17:38 (vor 8791 Tagen) @ Robert

Hi Robert,

teilweise muss ich Dir leider Recht geben. Und meines Erachtens ist das eine Folge des großen Konkurrenzdrucks, unter dem viele stehen. Sofern man nicht eine subkulturelle Nische hat, in der man gut leben kann, sieht man sich oft gezwungen, im Mainstream mitzuschwimmen.

Manche der Forumsteilnehmer begrüßen die Leistungsorientierung auf dem Arbeitsmarkt. Das hat aber auch einen Nachteil: der Wert eines Menschen wird vielerorts auf seine Leistungen reduziert. Und Anpassung wird als Leistung gewertet. Und wer evtl. nicht die Leistungen bringt, die der Chef, der Kunde oderwer auch immer erwartet, wird ohnehin viel mehr daran gemessen, ob er sonst dem eigenen Geschmack entspricht und nicht etwa eigene Ideen hat.

Aber laß den Kopf nicht hängen. Letztlich zählt nicht allein die Konkurrenzubesiegung, sondern die Zufriedenheit mit sich selbst gemessen an selbst aufgestellten Kriterien. Wer sich der Fremdsteuerung uneingeschränkt überläßt, mag zwar leistungsstark sein, aber ob der wirklich glücklich wird, wage ich kritisch zu hinterzufragen.

Und es gibt auch immer Menschen, die es zu schätzen wissen, wenn jemand seine eigenen Farben trägt statt der jeweils angesagten Trendfarbe, vorausgesetzt, er drängt sie nicht anderen auf, sozialverträglicher Eigensinn eben. Und diese Menschen sind dann auch wieder die, auf die es ankommt, auf die man sich verlassen kann, die man sich zu Freunden wünscht (und zu Chefs, Kunden usw.).

Liebe Grüße,

Michael


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