Normgesellschaft

Robert, Tuesday, 05.03.2002, 17:12 (vor 8793 Tagen)

Hallo,

leider wird sich an unserer Normgesellschaft nichts ändern,Köpfe in Deutschland sind halt grau.
Kreativität und die Beziehung zur eigenen Identität sind schon lange verloren gegangen,Anpassung ist normal das eigene Ich zählt nicht mehr.
Gefühle als einfaches Beispiel darf man nicht zeigen,normgerechter Mensch ist
unsere derzeitige Entwicklung.
Weshalb ist unsere Psyche überlastet,gobt es unterdrückte Ängste?
Anders denkende ,freier lebende Meschen werden durch Mobbing in Betrieben und in der Freizeit unterdrückt.

Gestern zeigte meine Frau sich kompromissbereit,im Haus würde sich mich im Rock akzeptieren.Ich werde den Rock auch in der Öffentlichkeit tragen.Aber, da meine Frau eine Hosenträgerin ist ,habe ich den ersten Schritt gewonnen.
Bis dann

Re: Normgesellschaft

MAS, Tuesday, 05.03.2002, 17:38 (vor 8793 Tagen) @ Robert

Hi Robert,

teilweise muss ich Dir leider Recht geben. Und meines Erachtens ist das eine Folge des großen Konkurrenzdrucks, unter dem viele stehen. Sofern man nicht eine subkulturelle Nische hat, in der man gut leben kann, sieht man sich oft gezwungen, im Mainstream mitzuschwimmen.

Manche der Forumsteilnehmer begrüßen die Leistungsorientierung auf dem Arbeitsmarkt. Das hat aber auch einen Nachteil: der Wert eines Menschen wird vielerorts auf seine Leistungen reduziert. Und Anpassung wird als Leistung gewertet. Und wer evtl. nicht die Leistungen bringt, die der Chef, der Kunde oderwer auch immer erwartet, wird ohnehin viel mehr daran gemessen, ob er sonst dem eigenen Geschmack entspricht und nicht etwa eigene Ideen hat.

Aber laß den Kopf nicht hängen. Letztlich zählt nicht allein die Konkurrenzubesiegung, sondern die Zufriedenheit mit sich selbst gemessen an selbst aufgestellten Kriterien. Wer sich der Fremdsteuerung uneingeschränkt überläßt, mag zwar leistungsstark sein, aber ob der wirklich glücklich wird, wage ich kritisch zu hinterzufragen.

Und es gibt auch immer Menschen, die es zu schätzen wissen, wenn jemand seine eigenen Farben trägt statt der jeweils angesagten Trendfarbe, vorausgesetzt, er drängt sie nicht anderen auf, sozialverträglicher Eigensinn eben. Und diese Menschen sind dann auch wieder die, auf die es ankommt, auf die man sich verlassen kann, die man sich zu Freunden wünscht (und zu Chefs, Kunden usw.).

Liebe Grüße,

Michael

Re: Normgesellschaft

TomC, Tuesday, 05.03.2002, 18:01 (vor 8793 Tagen) @ MAS

Moin, Moin !

Letztens las ich einen Satz, der zwar die Fotografenszene in D'land meinte, aber m.E. unsere ganze Gesellschaft beschreibt: "...langweilige, risikoscheue Zeitschriften und die wenigen talentierten Fotografen machen im Ausland Karriere."

Und so sieht es doch aus. Die meisten Leute sind riskoscheu und langweilig. Und deine Talente, Kreativität und Persönlichkeit zählen nicht. Kein Wunder das Männer uniform tragen, in Form von Anzügen, Oberhemden und Kravatten. Wer da aus dem Rahmen fällt ist verdächtig sich nur wichtig machen zu wollen. Nur nicht auffallen ! "Was sollen denn die Leute denken ?" Weiß ich auch nicht, aber irgendwie juckt mich das auch nicht. Soll doch -z.B.- mein Schwager denken was er will wenn ich auf Familienfeiern im Rock erscheine. Der hat mir vorher nicht zugehört und wird es auch in Zukunft nicht tun.

Gruß Tom C.

Re: Normgesellschaft

Dirk, Tuesday, 05.03.2002, 21:03 (vor 8793 Tagen) @ TomC

Hi Tom,

Genau!!!
Ich sage dazu nur: "Ich bin ich! Und ich kann mir das leisten!"[image]

Gruß

Dirk

Re: ...muß jetzt doch mal wieder etwas ketzerisch werden....

KtV, Tuesday, 05.03.2002, 19:37 (vor 8793 Tagen) @ MAS

Moin Kinners,

>Und meines Erachtens ist das eine Folge des großen Konkurrenzdrucks, unter dem viele stehen.

dazu sage ich nur eines: Selber Schuld... Wer dieses Spielchen mitmacht, ist immer auf der Verliererseite; die meistens habens immer noch nicht gemerkt
>Sofern man nicht eine subkulturelle Nische hat, in der man gut leben kann, sieht man sich oft gezwungen, im Mainstream mitzuschwimmen.

Das is IMHO gar nicht nötig... Der Mainstream lebt von den Mitläufern... Bleiben sie sukzessive weg, trocknet auch dieser aus... Nichts ist wandelbarer als Windfähnchen, Mainstream und Gesellschaft.... [image]

> Das hat aber auch einen Nachteil: der Wert eines Menschen wird vielerorts auf seine Leistungen reduziert.

Sehr richtig... Sogar soweit zum Nachteil, daß ich dies als massive Verletzung der Menschenwürde ansehe... Völlig indiskutabel, dieser Weg
Und Anpassung wird als Leistung gewertet.

Ich werte dies als kräftiges Armutszeugnis in Sachen Mündigkeit und Selbstbestimmung.... [image]

Letztlich zählt nicht allein die Konkurrenzubesiegung, sondern die Zufriedenheit mit sich selbst gemessen an selbst aufgestellten Kriterien.

Mein Reden... laß nur die Konkurrenzbesiegung (neues Unwort des Jahres??? [image] ) weg... Für das eigenen Leben gibt es KEINE Konkurrenz... Ziemlich absurder Gedanke, Einmaligkeit mit Konkurrenz zu vergleichen... [image]

>Und es gibt auch immer Menschen, die es zu schätzen wissen, wenn jemand seine eigenen Farben trägt statt der jeweils angesagten Trendfarbe, ...

Sehr richtig... gegenseitiger Respekt ist die Zauberformel...

Gruß

KtV

Re: ...muß jetzt doch mal wieder etwas ketzerisch werden....

Aryaman Stefan, Tuesday, 05.03.2002, 21:10 (vor 8793 Tagen) @ KtV

Moin Kinners,
>Und meines Erachtens ist das eine Folge des großen Konkurrenzdrucks, unter dem viele stehen.
dazu sage ich nur eines: Selber Schuld... Wer dieses Spielchen mitmacht, ist immer auf der Verliererseite; die meistens habens immer noch nicht gemerkt>>Sofern man nicht eine subkulturelle Nische hat, in der man gut leben kann, sieht man sich oft gezwungen, im Mainstream mitzuschwimmen.
Das is IMHO gar nicht nötig... Der Mainstream lebt von den Mitläufern... Bleiben sie sukzessive weg, trocknet auch dieser aus... Nichts ist wandelbarer als Windfähnchen, Mainstream und Gesellschaft.... [image]
> Das hat aber auch einen Nachteil: der Wert eines Menschen wird vielerorts auf seine Leistungen reduziert.
Sehr richtig... Sogar soweit zum Nachteil, daß ich dies als massive Verletzung der Menschenwürde ansehe... Völlig indiskutabel, dieser WegAryaman´s Bemerkung hierzu: am Sonntag habe ich jemanden sagen gehört: "wenn du einen Menschen nach dem beurteilst, wie er/sie sich dir zeigt, tust du ihr/im Unrecht"
Und Anpassung wird als Leistung gewertet.
Ich werte dies als kräftiges Armutszeugnis in Sachen Mündigkeit und Selbstbestimmung.... [image]
Letztlich zählt nicht allein die Konkurrenzubesiegung, sondern die Zufriedenheit mit sich selbst gemessen an selbst aufgestellten Kriterien.
Mein Reden... laß nur die Konkurrenzbesiegung (neues Unwort des Jahres??? [image] ) weg... Für das eigenen Leben gibt es KEINE Konkurrenz... Ziemlich absurder Gedanke, Einmaligkeit mit Konkurrenz zu vergleichen... [image]

>Und es gibt auch immer Menschen, die es zu schätzen wissen, wenn jemand seine eigenen Farben trägt statt der jeweils angesagten Trendfarbe, ...
Sehr richtig... gegenseitiger Respekt ist die Zauberformel...
Gruß
KtV

Re: Normgesellschaft

JürgenR, Tuesday, 05.03.2002, 17:54 (vor 8793 Tagen) @ Robert

Hallo,
leider wird sich an unserer Normgesellschaft nichts ändern,Köpfe in Deutschland sind halt grau.
Kreativität und die Beziehung zur eigenen Identität sind schon lange verloren gegangen,Anpassung ist normal das eigene Ich zählt nicht mehr.
Gefühle als einfaches Beispiel darf man nicht zeigen,normgerechter Mensch ist
unsere derzeitige Entwicklung.
Weshalb ist unsere Psyche überlastet,gobt es unterdrückte Ängste?
Anders denkende ,freier lebende Meschen werden durch Mobbing in Betrieben und in der Freizeit unterdrückt.
Gestern zeigte meine Frau sich kompromissbereit,im Haus würde sich mich im Rock akzeptieren.Ich werde den Rock auch in der Öffentlichkeit tragen.Aber, da meine Frau eine Hosenträgerin ist ,habe ich den ersten Schritt gewonnen.
Bis dann

Hallo Robert!
Da muß ich dir auch Recht geben.

Meine Frau ist auch Hosenträgerin, sie versteht auch nicht wirklich dass ich unbedingt Röcke anziehen muß.
Trotzdem hat sie aber nichts dagegen dass ich im Haus trage was ich möchte.
Sie sagt auch nichts wenn ich im Rock raus gehe, allerdings weigert sie sich mit mir im Rock in der Öffentlichkeit gesehen zu werden.
Es wird halt noch dauern, zumindest wohl so lange bis in Nachbarschaft und Verwandschaft mein Outfit akzeptiert wird.

Re: Normgesellschaft

Walter, Tuesday, 05.03.2002, 21:03 (vor 8793 Tagen) @ Robert

Hallo Robert,

Du schreibst:

Gestern zeigte meine Frau sich kompromissbereit,im Haus würde sich mich im Rock akzeptieren.<<<<

Herzlichen Glückwunsch! Du bist aber wirklich zu beneiden, daß Deine Frau so "großzügig" ist und Dir das "erlaubt" hat.

Ich muß mich wirklich sehr zurückhalten, wenn ich "sowas" lese. Verbrenne doch mal deren HOSEN .....[image][image][image]
Nichts für UNGUT!!! :-)

Walter

Re: Normgesellschaft

Ferdi, Tuesday, 05.03.2002, 23:08 (vor 8793 Tagen) @ Walter

<center>Enjoy your life - avoid a wife!</center>

Re: Normgesellschaft

Ferdi, Tuesday, 05.03.2002, 23:05 (vor 8793 Tagen) @ Robert

<center>Frauen, die ihren Männern das Tragen von Röcken verweigern, haben ihr Recht, Hosen zu tragen verwirkt!</center>

Re: Normgesellschaft

Camen, Wednesday, 06.03.2002, 09:39 (vor 8793 Tagen) @ Robert

Hallo,
leider wird sich an unserer Normgesellschaft nichts ändern,Köpfe in Deutschland sind halt grau.
Kreativität und die Beziehung zur eigenen Identität sind schon lange verloren gegangen,Anpassung ist normal das eigene Ich zählt nicht mehr.
Gefühle als einfaches Beispiel darf man nicht zeigen,normgerechter Mensch ist
unsere derzeitige Entwicklung.
Weshalb ist unsere Psyche überlastet,gobt es unterdrückte Ängste?
Anders denkende ,freier lebende Meschen werden durch Mobbing in Betrieben und in der Freizeit unterdrückt.
Gestern zeigte meine Frau sich kompromissbereit,im Haus würde sich mich im Rock akzeptieren.Ich werde den Rock auch in der Öffentlichkeit tragen.Aber, da meine Frau eine Hosenträgerin ist ,habe ich den ersten Schritt gewonnen.
Bis dann

Hallo Robert,
nicht immer ist es die Frau, die etwas dagegen hat. Wenn eine Frau die Unentschlossenheit und Unsicherheit spürt, wird sie es nicht beführworten. Vielleicht aus gutem Grund.
Wer als Vorreiter Gelten möchte, muss einen starken Charakter haben und ich meine, Männer in Röcke müssen eine besondere Persönlichkeit besitzen. Sie sind etwas besonderes und zeigen es auch!
Wenn jemand sich vor sich selbst Rechtfertigt und unsicher ist, so wird es nichts.
Glaub an dich selbst und das Du einen Recht auf dieser Welt hast! Du bist da und lasse dich nicht verunsichern, wenn Du meinst das richtige zu tuhn. Tue es, es ist auch Deine Welt. Sie gehört nicht den Frauen alleine!
Gruss Camen.

Re: Normgesellschaft

Ferdi, Wednesday, 06.03.2002, 10:14 (vor 8793 Tagen) @ Camen

Hallo Camen (oder Carmen?)

willkommen in diesem Forum und danke für Dein Statement.

Ich kann das nur bestätigen. Für mich sind meine Röcke Alltagskleidung und das Selbstverständlichste der Welt. Ich kann auch bestätigen, dass gerade Frauen sehr darauf stehen, ich erfahre es täglich. Seitdem ich so selbstverständlich Röcke trage, habe ich bei allen möglichen Frauen einen Stein im Brett.

Aber leider gibt es auch leidvolle Erfahrungen von Ehemännern. Das gipfelt in der Story, die mir ein Freund erzählt hat, der gerne Röcke und Feinstrumpfhosen trägt. Seine Frau hat ihm doch tatsächlich erzählt, dass sie das ablehne, weil er ihr "ihre Weiblichkeit stehle". Vor soviel weiblicher Unlogik muss selbst einer wie ich die weisse Kapitulationsflagge hissen. Denn jetzt frage ich Dich: Hast Du schon einmal von einem Mann die Aussage gehört, dass sie ihm etwas von seiner "Männlichkeit" stiehlt, wenn sie Hosen trägt?

Gruss,
Ferdi

Re: Normgesellschaft

Camen, Wednesday, 06.03.2002, 12:54 (vor 8793 Tagen) @ Ferdi

Hallo Camen (oder Carmen?)
willkommen in diesem Forum und danke für Dein Statement.
Ich kann das nur bestätigen. Für mich sind meine Röcke Alltagskleidung und das Selbstverständlichste der Welt. Ich kann auch bestätigen, dass gerade Frauen sehr darauf stehen, ich erfahre es täglich. Seitdem ich so selbstverständlich Röcke trage, habe ich bei allen möglichen Frauen einen Stein im Brett.
Aber leider gibt es auch leidvolle Erfahrungen von Ehemännern. Das gipfelt in der Story, die mir ein Freund erzählt hat, der gerne Röcke und Feinstrumpfhosen trägt. Seine Frau hat ihm doch tatsächlich erzählt, dass sie das ablehne, weil er ihr "ihre Weiblichkeit stehle". Vor soviel weiblicher Unlogik muss selbst einer wie ich die weisse Kapitulationsflagge hissen. Denn jetzt frage ich Dich: Hast Du schon einmal von einem Mann die Aussage gehört, dass sie ihm etwas von seiner "Männlichkeit" stiehlt, wenn sie Hosen trägt?
Gruss,
Ferdi

Hallo Ferdi,
Camen ist nur ausgedacht.
Ich wäre aus eigener Interesse nicht hier. Will mich hier auch für nichts einsetzen. Es ist nur, daß ein Mitarbeiter bei meiner Firma stehts in Rock erscheint und völlig selbstbewußt ist, sodas keiner sein Rock in Frage gestellt hat.
Mit "weiblichkeit stehlen" hat es nichts zu tuhen. Mann bleibt Mann und jede Frau schaut zu einem selbstbewußten Mann hoch.
Gruss Camen

Re: Normgesellschaft

Ferdi, Wednesday, 06.03.2002, 14:32 (vor 8793 Tagen) @ Camen

Hi Camen,

Es ist nur, daß ein Mitarbeiter bei meiner Firma stehts in Rock erscheint und völlig selbstbewußt ist, sodas keiner sein Rock in Frage gestellt hat.

Das könnte ich sein. Ich arbeite als Techniker in einem Forschungsinstitut und trage auch ausschliesslich Röcke. Ich freue mich, dass es offenbar noch mehr so selbstbewusste Männer gibt. So muss das sein!

Mann bleibt Mann und jede Frau schaut zu einem selbstbewußten Mann hoch.

Männer, hier habt Ihr die Bestätigung! Macht es genau so.

Was für Röcke trägt denn Dein Mitarbeiter so bei der Arbeit?

Gruss,
Ferdi