Re: Warum ich Röcke trage
Bravo. Das kann ich für mich exakt genauso unterschreiben.
Gruß,
Wolfgang
Schon als kleiner Junge beneidete ich die Mädchen um ihre Röcke. Es sah erstens gut aus und zweitens - das merkte ich bei Selbstversuchen - sind Röcke wunderbar angenehm zu tragen.
Irgendwann lernte ich, dass in anderen Kulturen Röcke auch von Männern getragen werden. Und noch etwas später, dass auch in Europa, ja sogar in Deutschland, Röcke ganz normal zur männlichen Garderobe gehörten, so bis ins 16. Jahrhundert.
Also sah ich so rein intellektuell keinen Grund, warum ich keinen Rock tragen sollte. Aber psychisch war da die riesige Barriere der Erziehung, dass Röcke Frauenkleidung sind, Männer die Röcke tragen eben Frauenkleidung tragen und selbiges irgendwie unmoralisch ist. Jedes dieser Erziehungsinhalte ist aber falsch!
Diese Barriere mußte ich überwinden und tat es. Schließlich sind Röcke wie Hosen für beide Geschlechter gleichermaßen geeignet.
Dass bei uns Männer normalerweise keine Röcke mehr tragen, erachte ich für eine historische Fehlentwicklung, die es zu revidieren gilt. Daran arbeite ich.
Ich finde den Umstand, im Rock besonders aufzufallen, eher als unangenehm. Aber nur indem ich Röcke trage, kann ich dieses Gefühl überwinden und zugleich anderen als gutes Beispiel voran gehen, in der Hoffnung, dass noch mehr Männer die Barriere der Erziehung überwinden.
Ich erachte es zudem als moralisch verdienstvoll, geistige Verkrustungen aufzubrechen.
Reicht diese Erklärung?
Gruß,
Michael.