... und dann noch dies.....

heinz, Monday, 07.01.2002, 12:29 (vor 8845 Tagen)

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Hallo zusammen

Noch etwas: Aus dem Veillonkatalog; Herren!

Ein Modell, ZWEI MOEGLICHKEITEN, ein mini-Preis.....Waaaaauuuuu, das sind Neuigkeiten [image]

Bei den Damen findet man: Alle Farben, kurze und lange Hosen, kurze und lange Röcke, ganze Kleider, Pullover, T-Shirt, Schlaghosen, Hemden oder Blousen.....[image]

Bei den Herren: Kurze und lange Hosen, T-Shirt, Pullover, wenig Farben, noch kleine Auswahl an "Schalen" (Veston, Kravatte, Hose [image] )[image]
Nicht mal eine einzige Schlaghose, obschon die früher mal für die Männer produziert worden sind.

Wann wird die schlafende Modeindustrie endlich wachgerüttelt ?[image] (oder vielleicht sollte man die Männer wachrütteln!!!).

Gruss
heinz

Re: ... und dann noch dies.....

Dieter, Monday, 07.01.2002, 13:29 (vor 8845 Tagen) @ heinz

Wann wird die schlafende Modeindustrie endlich wachgerüttelt ?[image] (oder vielleicht sollte man die Männer wachrütteln!!!).

Nicht die Modeindustrie ist Schuld, wir Männer sind es. Die Industrie und der Handel würden eine zusätzliche Umsatzquelle sofort nutzen, die wollen schliesslich verkaufen, je mehr, je besser. Aber solange kein wirklicher Markt dafür da ist, werden die auch nicht investieren. Märkte kann man zwar schaffen, aber bei den Männern hierzulande wäre ich als Geschäftsmann auch erst einmal vorsichtig. Bis die sich mal bewegen und über ihren eigenen Schatten springen, wird noch viel Wasser den Rhein herunterlaufen. Wir mit unserer Vorliebe sind leider nur eine sehr kleine Minderheit, die zu bedienen es sich nicht wirklich lohnt.

Dieter

Re: ... und dann noch dies.....

JürgenB, Monday, 07.01.2002, 13:48 (vor 8845 Tagen) @ Dieter

Nicht die Modeindustrie ist Schuld, wir Männer sind es. Die Industrie und der Handel würden eine zusätzliche Umsatzquelle sofort nutzen, die wollen schliesslich verkaufen, je mehr, je besser. Aber solange kein wirklicher Markt dafür da ist, werden die auch nicht investieren. Märkte kann man zwar schaffen, aber bei den Männern hierzulande wäre ich als Geschäftsmann auch erst einmal vorsichtig.


Hallo Dieter,

einen Teil meiner Antwort hast Du Dir schon selber gegeben: "Märkte kann man zwar schaffen, ..."

woher glaubst Du stammt der Begriff "Unternehmensrisiko"? Natürlich, das Risiko muß kalkulierbar sein. Aber mal ganz ehrlich, welches Risiko geht ein Unternehmer, bezogen auf diesen Fall egal ob Einzelhändler mit Ladengeschäft oder Kataloganbieter, denn ein wenn er ein Kleidungsstück (Rock) sowohl den Damen als auch den Herren anbietet? Ein Kleidungsstück, daß er sowieso im Sortiment führt!

In einer meiner ersten Verkaufsschulungen habe ich folgenden Satz gelernt:
Der Verteiler deckt den Bedarf, der Verkäufer weckt den Bedarf!
Wenn ich heute in ein Geschäft gehe, finde ich noch nicht mal mehr den Verteiler, sondern eher den Beschützer. Oder wie kann es sonst sein, daß eine Verkäuferin auf meine Frage nach einem Rock für mich mit "Hamma nich" antwortet, obwohl die ganze Abteilung voll davon ist?

Meines Erachtens liegt genau da einiges im Argen. Zum einen brauchen die Entscheider die geistige Flexibilität, ihre Produkte einer größeren Zielgruppe zugänglich zu machen bzw. anzubieten, zum anderen müssen zumindest mal Verteiler an den POS, solche Menschen die die Wünsche des Kunden erkennen und in der Lage sind diese aus dem zur Verfügung stehenden Sortiment zu erfüllen.

Wirkliche Verkäufer, also der Idealfall, würden auch dem einen oder anderen Herren mal einen Rock anbieten, der nach einer Hose mit Eigenschaften fragt, die der Rock besser zu erfüllen in der Lage ist. Kein Kunststück für den Rock
Du siehst also: hier gehört wirklich kein gesteigertes Risikoverlangen des Unternehmers dazu, sondern lediglich das Verhalten eines erfolgreichen Unternehmers!

Gruß
JürgenB

Re: ... und dann noch dies.....

Dieter, Monday, 07.01.2002, 14:25 (vor 8845 Tagen) @ JürgenB

HI Jürgen,

Du hast recht - fast! Ein gewisses Risiko ist schon dabei, da man hie und da doch zielgruppen-gerecht produzieren müsste. Der Durchschnittsmann und die Durchschnittsfrau unterscheiden sich nun mal im Körperbau. Die meisten Röcke, die mir in der Hüfte passen, sind mir im Bund zu eng (bzw. die, die im Bund passen, sind an der Hüfte viel zu weit!) Wenn ein Rock aus der Damenabteilung passt, dann ist für mich eher Zufall. Diesem Zufall muss ich durch viel zu viel Suchen und Probieren Beine machen. Bei Herrenhosen gibt es das Problem nicht, die kann ich ohne Anprobe kaufen, offensichtlich sind die besser an meinen Körperbau angepasst. Wenn wir nun hier von der flächendeckenden Einführung des Rocks für den Mann und dem fehlenden Mut der Industrie reden, dann denke ich daran, Röcke angeboten zu bekommen, die gut passen.

Einfaches Umektikettieren hilft da meist nicht. Die wünschenswerte Produktion männergerechter Röcke kommt aber nur in Gang, wenn auch ein realer Markt dafür da ist. Nicht umsonst sind die Projekte von H&M; und Strauss gescheitert, gerade der Strauss-Ansatz, den Rock als Variante im Anzugprogramm einzubinden war doch eigentlich genial und hätte, wären die Männer im Durchschnitt nicht zu feige oder modisch zu uninteressiert, einen idealen Einstieg in mehr Modefreiheit für alle bedeuten können.

Grüße

Dieter

Re: wären wir doch alle Durchschnittsmenschen ...

JuergenB, Monday, 07.01.2002, 15:07 (vor 8845 Tagen) @ Dieter

HI Jürgen,
Du hast recht - fast! Ein gewisses Risiko ist schon dabei, da man hie und da doch zielgruppen-gerecht produzieren müsste. Der Durchschnittsmann und die Durchschnittsfrau unterscheiden sich nun mal im Körperbau. Die meisten Röcke, die mir in der Hüfte passen, sind mir im Bund zu eng (bzw. die, die im Bund passen, sind an der Hüfte viel zu weit!) Wenn ein Rock aus der Damenabteilung passt, dann ist für mich eher Zufall. Diesem Zufall muss ich durch viel zu viel Suchen und Probieren Beine machen. Bei Herrenhosen gibt es das Problem nicht, die kann ich ohne Anprobe kaufen, offensichtlich sind die besser an meinen Körperbau angepasst. Wenn wir nun hier von der flächendeckenden Einführung des Rocks für den Mann und dem fehlenden Mut der Industrie reden, dann denke ich daran, Röcke angeboten zu bekommen, die gut passen.
Einfaches Umektikettieren hilft da meist nicht. Die wünschenswerte Produktion männergerechter Röcke kommt aber nur in Gang, wenn auch ein realer Markt dafür da ist. Nicht umsonst sind die Projekte von H&M; und Strauss gescheitert, gerade der Strauss-Ansatz, den Rock als Variante im Anzugprogramm einzubinden war doch eigentlich genial und hätte, wären die Männer im Durchschnitt nicht zu feige oder modisch zu uninteressiert, einen idealen Einstieg in mehr Modefreiheit für alle bedeuten können.
Grüße
Dieter

Hallo Dieter,

es gibt Unisexmode, also gibt es auch Menschen denen die paßt. Wo liegt nun der Unterschied zu reiner Damen- oder Herrenbekleidung? Ich vermute, daß bei Unisexkleidung der Schnitt so gewählt ist, daß die von Dir angesprochenen üblichen Unterscheidungsmerkmale umgangen werden. Bei einem Rock zum Beispiel wäre dies ein Rock in A-Form, oder ein Faltenrock mit Gummizug-Bund. Sicherlich lassen sich so noch viele Schnitte finden, die dem Durchschnittsmenschen geschlechtsunabhängig passen. Es bedarf also lediglich eines geschulten Blicks der Verkäuferin, um festzustellen ob das Kleidungsstück beiden paßt und es dann entsprechend in beiden Abteilungen einzusortieren. Oder aber der Einkäufer spricht beim Einkauf gleich auf den Schnitt an, so daß schon von der Planung her diese Möglichkeit berücksichtigt werden kann.

Was ist aber nun mit den Menschen deren Figur nicht der Norm entspricht? Ich persönlich bin überzeugt daß dies die überwiegende Mehrheit ist. Also wird es auch bei theoretisch feminin geschnittenen Kleidungsstücken Modelle geben, mit den dieser Kundenkreis angesprochen wird.

Und letztendlich frag doch mal in einem durchschnittlichen Bekleidungshaus nach, wie viele Herrenhosen verkauft und wie viele schon alleine im Haus geändert werden. Dabei sind diejenigen, die kleinere Änderungen selber zu Hause durchführen oder bei Bekannten oder in anderen Schneidereien ... gar nicht berücksichtigt. Mir zum Beispiel paßte bislang nur eine Herrenhose auf Anhieb, und die war maßgeschneidert.

Aus diesen Gründen sehe ich solche Aussagen, wenn sie von Einzelhändlern getroffen werden, als Vorwand und nicht als Einwand. Dieses Forum bzw. dessen Teilnehmer beweisen tagtäglich, daß die Unterschiede gar nicht sooo groß sein können. Lies' doch mal selbst, wo die Leute hier sich ihre Röcke kaufen. Und frage mal die Frauen auf der Straße, ob sie ihre Jeans immer in der Damenabteilung finden? Meine Frau jedenfalls nicht!

Gruß
JürgenB

Re: passend machen

Ferdi, Monday, 07.01.2002, 16:51 (vor 8845 Tagen) @ JuergenB

Hallo,

Jürgen hat recht, es gibt Kleidung, die beiden Geschlechtern passen, es gibt Unisexkleidung. Die Frauen sind in der Anatomie auch nicht alle gleich, es gibt viele Frauen, deren Körpersilhouette gerade in dem kritischen Bereich um die Hüfte herum uns angenähert ist. Und es gibt sehr viele Frauen, die z. B. Herrenjeanshosen tragen. Also geht das auch umgekehrt. Und dann gibt es ja noch die Möglichkeit des Anpassens. Ich habe mal einen kurzen Jeansrock von Bon Prix gekauft, der passte mir im Bund aber in der Hüfte war er mir einfach zu ausladend. Da habe ich ihn in eine Änderungsschneiderei gebracht. Der Schneider hat kurz an mir ausgemessen und hat den Rock dann angepasst. Jetzt sitzt er wie angegossen. Ich hatte ihn im letzten Sommer sehr viel an.

Bei Röcken, die in der Hüfte zu weit sind, braucht doch nur vom Fachmann etwas weggenommen zu werden, oder es werden Nähte oder Abnäher neu gesetzt. Ich habe für die Änderung 10 Mark bezahlt, zusammen mit dem Kaufpreis von damals 29 Mark immer noch erheblich billiger als ein "echter Männerrock".

Also wenn ich ein Bekleidungsgeschäft hätte, würde ich die geeigneten Röcke aus dem Sortiment aussuchen und in der Herrenabteilung den Männern anbieten. Dann würden sie auch gekauft.

Die 1999/2000 von Strauss Innovation angebotenen Rock-Kombinationen waren nach meinem Eindruck für einen Anzug-Ersatz nicht elegant genug. Da ist es besser, einen langen schwarzen oder andersfarbigen Rock aus der Damenabteilung mit einen schicken passenden Jackett und passender Krawatte zu kombinieren.

Auch diese Möglichkeit gäbe es: In der Produktion von z. B. 1000 Röcken 100 oder 200 mit leicht geänderten Parametern auf der gleichen Produktstrasse den männlichen Proportionen anzupassen. Meines Erachtens kein zu hohes unternehmerisches Risiko. Es muss ja nicht gleich eine total neue Produktionsstrasse sein.

Gruss,
Ferdi

Re: passend machen

Dieter, Monday, 07.01.2002, 18:59 (vor 8845 Tagen) @ Ferdi

Ich fand die Herrenröcke von Strauss auch nicht besonders schön, Schnitt, Material und Farbe waren eher billig, aber die Idee war gut.

Klar kann man alles ändern, vieles sogar leicht und vieles passt sogar ohne Änderung, trotzdem würde, wären Herrenröcke normale Kleidung, für Männer eigene Schnitte genutzt, genau wie das heute für Hosen der Fall ist. Und da wagt sich kein Hersteller ran.

Egal, nutzen wir das Angebot aus der Damenabteilung und inspirieren wir die unentschlossenen.

Dieter