Brainstorm?- und ob
Hi Folks,
tut mir leid, zur Zeit trage ich zwar einen Rock, habe aber nicht die Muße, viel auf Jurgens B.s Brainstrom-Frage zu schreiben. Bei mir herrschte gerade ein anderer Sturm im Hirn, und den habe ich eben versandt. Wer sich dafür interessiert, kann ihn ja hier lesen.
Was ist wohl schwieriger,
das Wetter der nächsten Hundert Jahre
exakt vorherzusagen,
oder einen Menschen genau zu verstehen?
Interreligiöser Rundbrief für Köln / Bonn und Umgebung Nr. 50
(Hauptrundbrief Herbstanfang 2001)
Liebe Mitbewohnerinnen und Mitbewohner dieses schönen Planeten,
dieser Hauptrundbrief ist etwas anders gestaltet als gewöhnlich. Das Zitat
zum Abschluß und das Gedicht machen diesmal den schon angekündigten
Beiträgen anläßlich des Terrors in den USA Platz. Am Ende des Rundbriefes
gebe ich auch noch ein paar meiner eigenen Gedanken zum Thema wieder.
Bei den Veranstaltungshinweisen versuche ich auch etwas neues, und zwar
eine kurze einordnende Bewertung der jeweiligen Veranstaltung, sofern ich
dazu etwas weiß. Ich setze sie dann jeweils in Klammern hinter die
eigentliche Ankündigung. Ob das sinnvoll ist, dürfen Sie durchaus
mitentscheiden, zumal der Vorschlag von einem Leser stammt. Melden Sie sich
ruhig dazu zu Wort, wenn Ihnen danach ist.
1. Noch aktuelle Veranstaltungshinweise für den September
2. Veranstaltungshinweise für den Oktober
3. Sonstige Informationen
a) Link zum Zentrum für Psychosynthese:
b) Israelische Kunst in der Bonner ifa-Galerie "Re-thinking" beleuchtet
israelische Konflikte mit Palästinensern, Arabern und Juden
4. Beiträge anlässlich das Terrors in den USA
a) Presseerklärung der Islamischen Gemeinschaft Jamaatun Nur in Europa
und in der Türkei
b) E-Mail von Peter Ruthard
c) E-Mail von Jörg Wichmann
d) E-Mail vom OEKODORF-Institut in der Delphin-Gemeinschaft
e) E-Mail von Hartmut Neubauer
f) E-Mail von Stefanie Arnold
g) E-Mail von Steffen Rink
h) E-Mail von Michael Slaby
i) E-Mail von Paul Köppler
j) Noch eine E-Mail von Paul Köppler
k) Sonstige Stellungnahmen
l) Ein paar Gedanken von mir
***
1. Noch aktuelle Veranstaltungshinweise für den September:
WCRP-Veranstaltung
Mittwoch, 19. September 2001:
Vortrag: Frauen im Hinduismus, Referentin: Alice Schumann,
Veranstalter: Katholisches Bildungswerk Bonn
Zeit: 20 Uhr / Ort: Katholisches Centrum, Fritz-Tillmann-Str. 13, 53113 Bonn
Info: Tel.: 0228-288-04-29 (Rainer Kaps) oder 0228-288-04-50 (Pförtner)
Einritt 8.- oder 10.- DM, für Studierende die Hälfte.
(Alice Schumann ist Mitglied in der Internationalen Gesellschaft für
Krishnabewußtsein und schreibt gerade an ihrer Diplomarbeit als Mediatorin.)
Mittwoch, 19. September 2001:
Vortrag: Theosophie als Aufhebung der Religionen
Referent: Dr. Dr. Helmut Zander (Religionswissenschaftler; Bonn)
Veranstalter: M. Halbfas, P. Petzel, K.P. Pfeifer, H.R. Schlette
Vortrag aus der Reihe: neben dem rathaus
Zeit: 20 Uhr; Ort: Rathausrestaurant Beuel, Friedrich-Breuer-Str. 65 (Nähe
Adenauerplatz), Bonn-Beuel
Eintritt frei
(Helmut Zander ist Theologe, Historiker und Religionswissenschaftler mit
einem Lehrauftrag in Berlin. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der
lulturellen Pluralisierung neuzeitlicher Gesellschaften. Die
Veranstaltungsreihe "neben dem rathaus" ist eine philosophische.)
Freitag, 21. September 2001:
Gesprächskreis: Philosophisches Café
Thema: Freiheit
Moderation: Markus Melchers
Zeit: 20 Uhr / Ort: Kultur - Bistro Pauke -LIFE-, Endenicher Str. 43, 53115
Bonn
Eintritt frei
Info: Tel.: 0228-696672, Homepage: www.sinn-auf.raedern.de
(Es handelt sich dabei um eine von einem Philosophen locker moderierte
freie Gesprächsrunde.)
Freitag, 21. September 2001:
Buddhistisches Geistestraining mit Udo Yesche Regel
Thema: Mitgefühl und Liebe als Achtsamkeitsübung
Zeit: bitte nachfragen ; Ort: Haus Siddharta, Denglerstraße 22, Bonn-Bad
Godesberg
Es werden 20,-DM als Spende empfohlen, um das Haus zu unterhalten,
sowie eine Voranmeldung erbeten: Tel.: 0228-9359369.
(Dabei handelt es sich um ein buddhistische Meditations- und
Gesprächsrunde. Regel ist Dharmalehrer in der Tradition des Karma Kagyü
Buddhismus.)
Montag, 24. bis Mittwoch, 26. September 2001:
Philosophische Filme aus der WDR-Reihe "Philosophie heute" im Kino in der
Brotfabrik, Kreuzstraße 16, 53225 Bonn-Beuel, Internet:
www.bonnerkinemathek.de, Tel: 0228-478489:
Mo 24.9., 19.30 Uhr:
GEHIRN UND BEWUSSTSEIN. In dem Film von Gerd Scrobel kommen
Nobelpreisträger, Forscher und Philosophen zu Wort.
NIEMAND SEIN- Jeder sagt "Ich". Wen meint er damit?
Di 25.9., 19.30 Uhr:
ZUR WELT KOMMEN - Philosophieren mit Peter Sloterdijk.
GENOM UND GEHIRN - Zur Peter Sloterdijks Elmauer Rede. Ausschnitte aus der
Podiumsdiskussion.
Mi 26.9., 19.30 Uhr:
DIE KUNST DES VERSTEHENS- Hans Georg Gadamer und die Hermeneutik.
"LIEBER HIMMEL - WAS IST EIN MENSCH?" - Paul Feyerabend im Gespräch mit
Rüdiger Safranski.
Dienstag, 25. September 2001:
Vortag: Weg und Ziel im Diamantwegsbuddhismus
Referent: Lama Ole Nydahl
Zeit: 20 Uhr; Ort: Brückenforum, Konrad-Adenauer-Platz, Bonn-Beuel
Eintritt: 18,-DM
(Buddhistische Veranstaltung in der Karma Kagyü Tradition.)
Donnerstag, 27. September 2001:
Fairer Handel - von der Aussaat zum Verkauf
Ein Gespräch mit einem Produzenten fairer Waren
Veranstaltung im Rahmen der Fairen Woche 2001, die von Transfair und seinen
40 Mitgliedsgemeinschaften organisiert wird.
Veranstalter: Katholisches Bildungswerk Köln
Zeit: 19.30 Uhr ; Ort: DOMFORUM, Raum 5.7, Domkloster 3, Köln-Zentrum
Info: Tel.: 0221-925847-50, E-Mail: Info@Bildungswerk-Koeln.de, Homepage:
www.bildungswerk-koeln.de oder www.bildungswerkveranstaltungen.de
Samstag, 29. September 2001:
WCRP-Veranstaltung
Gebet der Religionen in Bonn
Motto: Verschiedene Menschen, gleiche Würde
Veranstalter: Evangelisches Forum Bonn, Katholisches Bildungswerk Bonn,
WCRP Köln / Bonn
Zeit und Ort 1: ganztägig auf dem Münsterplatz mit einer "Gebetswand" an
der jeder ein Gebet befestigen kann
Zeit und Ort 2: des eigentliche Gebet findet abends 29 Ohr in der Ev.
Lukaskirche (Kaiser Karl Ring 25) statt
Eintritt frei
(Hier tragen Vertreter verschiedener Bonner Religionsgemeinschaften Gebete
aus ihrer jeweiligen Tradition vor.)
***
2. Veranstaltungshinweise für den Oktober:
Montag, 1. Oktober 2001:
Fairer Handel zwischen Unterstützung und Vermarktung
Gesprächsrunde mit Dieter Overath (transfair), Mariele Millowitsch
(Prominente Unterstützerin; angefragt), Wolfgang Schmuck (REWE-Konzern,
Abt. Offentlichkeitsarbeit), karl-Heinz Feldbaum (Bund der deutschen
katholischen Jugend, Gesellschaftsvertreter bei der GEPA), Jochen Hütte
(Moderator; WDR)
Veranstaltung im Rahmen der Fairen Woche 2001, die von Transfair und seinen
40 Mitgliedsgemeinschaften organisiert wird.
Veranstalter: Katholisches Bildungswerk Köln
Zeit: 19.30 Uhr ; Ort: DOMFORUM, Raum 5.7, Domkloster 3, Köln-Zentrum
Info: Tel.: 0221-925847-50, E-Mail: Info@Bildungswerk-Koeln.de, Homepage:
www.bildungswerk-koeln.de oder www.bildungswerkveranstaltungen.de
WCRP-Veranstaltung
Mittwoch, 3. Oktober 2001:
Gebet der Religionen in Köln
Motto: Gemeinsam in Verschiedenheit, Sprache finden im Gebet
Zeit: 18 Uhr / Ort: Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50667 Köln
Eintritt frei
(Hier tragen Vertreter verschiedener Kölner Religionsgemeinschaften Gebete
aus ihrer jeweiligen Tradition vor.)
Freitag, 5. und Samstag, 6. Oktober 2001:
Dhamma-Wochenende mit dem ehrw. Dhammawiranatha Nayaka Mahathera
Veranstalter: Buddhayana Zentrum Rösrath
Zeit: Freitag 19.30 Uhr (Vortrag), Samstag bitte erfragen bei Citra Jonas
02205-81556 oder Padma Gatza 0221-7393169; Ort: Buddhayana Zentrum Rösrath,
c/o Citra Jonas, Rosenweg, Rösrath-Forsbach
Eintritt frei, Spende erbeten
(Es ist eine buddhistische Veranstaltung mit Vortrag und Meditation.
Dhammawiranatha ist Mönch in der Theravada-Tradition.)
Sonntag, 7. Oktober 2001:
Vortrag: Persien gestern, heute und morgen
Referentin: Christel Franz
Veranstalter: Der Geistige Rat der Bahá'í in Köln e.V.
Zeit: 16 Uhr; Ort: Bahá'í Forum Köln, Dreikönigenstr. 54, 50678 Köln, Tel.:
0221-3103794
(Veranstaltung der Kölner Bahá'í-Gemeinde.)
Dienstag, 9. Oktober 2001:
Gesprächskreis: Sinnsuche - Christliche Orientierung auf dem Markt der
Weltanschauungen
Zeit: 17 - 18 Uhr ; Ort: DOMFORUM, Domkloster 3, Köln-Zentrum
Info: Tel.: 0221-925847-50, E-Mail: Info@Bildungswerk-Koeln.de, Homepage:
www.bildungswerk-koeln.de oder www.bildungswerkveranstaltungen.de
(Eine Gesprächsrunde aus römisch-katholischer Perspektive.)
Donnerstag, 11. Oktober 2001:
Buddhistisches Geistestraining mit Udo Yesche Regel
Thema: Die Ethik des heilsamen Handelns
Zeit: bitte nachfragen ; Ort: Haus Siddharta, Denglerstraße 22, Bonn-Bad
Godesberg
Es werden 20,-DM als Spende empfohlen, um das Haus zu unterhalten,
sowie eine Voranmeldung erbeten: Tel.: 0228-9359369.
(Dabei handelt es sich um ein buddhistische Meditations- und
Gesprächsrunde. Regel ist Dharmalehrer in der Tradition des Karma Kagyü
Buddhismus.)
WCRP-Veranstaltung
Dienstag, 16. Oktober 2001:
Interreligiöser Gesprächskreis
Zeit: 20 Uhr / Ort: StadtRaum Köln, Moltkestraße 79, Köln; Kontakt: Annette
Esser (Tel: 0221-70 888 27, E-mail: annette.esser@t-online.de) / Werner
Heidenreich (Tel: 0221-5625805, E-mail: StadtRaumKoeln@t-online-de)
Eintritt frei
(Es handelt sich um einen Gesprächskreis von WCRP-Interessierten, mit dem
Ziel, sich gegenseitig in der jeweils persönlichen Religiosität näher
kennen zu lernen.)
Freitag, 19. Oktober 2001:
Gesprächskreis: Philosophisches Café
Thema: [kenne ich noch nicht]
Moderation: Markus Melchers
Zeit: 20 Uhr / Ort: Kultur - Bistro Pauke -LIFE-, Endenicher Str. 43, 53115
Bonn
Eintritt frei
Info: Tel.: 0228-696672, Homepage: www.sinn-auf.raedern.de
(Es handelt sich dabei um eine von einem Philosophen locker moderierte
freie Gesprächsrunde.)
Freitag, 19. und Samstag, 20 Oktober 2001:
9. Kölner Ökumenetag
"Tut dies zu meinem Gedächtnis" - Schritte auf dem Weg zur Mahlgemeinschaft
Veranstalter: Evangelisch-Katholischer Arbeitskreis für Ökumene im
Stadtbereich Köln in Zusammenarbeti mit dem Arbeitskreis christlicher
Kirchen in Köln (ACK) und dem Internationalen Konvent Christlicher
Gemeinden in der Region Köln (IKOG)
Ort: Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50667 Köln
Zeiten: Freitag 18 - 21 Uhr, Samstag 9 - 18 Uhr
Über die Einzelheiten bitte telefonisch informieren bei Dieter Albertsmeier
(ev.) 02207-3191 oder Margret Müller (kath.) 0221-4061494
(Christliche evangelisch - römisch-katholisch - ökumenische Veranstaltung.)
Montag, 22. Oktober 2001:
Vortrag: Geld und Gewissen - Geld anlegen für Gerechtigkeit und Umweltschutz
Referent: Dr. Wolfgang Kessler, Wirtschaftsjournalist, Chefredakteur der
Zeitschrift Publik-Forum
Veranstaltungsreihe: Mensch - Umwelt - Kirche
Veranstalter: Katholisches Bildungswerk Köln
Zeit: 19.30 Uhr ; Ort: DOMFORUM, Raum 5.7, Domkloster 3, Köln-Zentrum
Info: Tel.: 0221-925847-50, E-Mail: Info@Bildungswerk-Koeln.de, Homepage:
www.bildungswerk-koeln.de oder www.bildungswerkveranstaltungen.de
(Römisch-katholisch kirchliche Veranstaltung.)
WCRP-Veranstaltung
Dienstag, 23. Oktober 2001:
Gesprächsabend
Erfahrungen mit dem Gebet der Religionen
Zeit: 19.30 Uhr / Ort: Katholisches Centrum, Fritz-Tillmann-Str. 13, 53113
Bonn
Eintritt frei
(Es handelt sich um einen Gesprächskreis von WCRP-Interessierten, mit dem
Ziel, sich gegenseitig in der jeweils persönlichen Religiosität näher
kennen zu lernen.)
Donnerstag, 25. und Freitag 26. Oktober 2001:
Amma Mata Amritanandamayi in Bonn
Veranstalter: Verein Amrita e.V.
Ort: Brückenforum, Konrad-Adenauer-Platz, Bonn-Beuel
Zeiten bitte erfragen bei K. Mittelsteiner 02248-1233 oder H. Moser
0221-6805288 oder
E-Mail: kamala_m@gmx.de oder amrita.ev@amma.de
Eintritt frei, Spende erbeten
(Das ist eine hinduistische Veranstaltung mit Darshan, Bhajans, Pujas und
Bhavas.)
WCRP-Veranstaltung
Dienstag, 30. Oktober 2001:
Vortrag: Grundlinien christlicher und buddhistischer Meditation
Referenten: Dr. Wolfgang Siepen, Udo Yesche Regel
Veranstalter: KBW Bonn; Miteinlader: WCRP Köln / Bonn
Zeit: 19 Uhr / Ort: Katholisches Centrum, Fritz-Tillmann-Str. 13, 53113 Bonn
Info: Info: 0228-2280450 oder bei mir 0228-229133
Eintritt: ich weiß es gerade nicht, 8,- oder 10.- DM, für Studierende die
Hälfte
(Siepen ist römisch-katholischer Theologe und Regel Dharmalehrer in der
buddhistischen Karma Kagyü Tradition.)
Dienstag, 30. Oktober 2001:
Vortrag: Faszination des Autoritären - Die Renaissance antidemokratischer
Bewegungen und Parteien
Referent: Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Universität Köln
Reihe: Neue Freiheit oder sanfte Diktatur? Demokratie, Kultur und Religion
im Zeitalter der Ökonomisierung
Veranstalter: Katholisches Bildungswerk Köln
Zeit: 19.30 Uhr ; Ort: DOMFORUM, Domkloster 3, Köln-Zentrum
Eintritt frei
Info: Tel.: 0221-925847-50, E-Mail: Info@Bildungswerk-Koeln.de, Homepage:
www.bildungswerk-koeln.de oder www.bildungswerkveranstaltungen.de
(Diese Veranstaltungsreihe beschäftigt sich mit der schleichenden
Ökonomisierung aller Lebensbereiche, und das nicht nur aus
römisch-katholischer Perspektive.)
***
3. Sonstige Informationen:
a) Link zum Zentrum für Psychosynthese:
Hans Piron bat mich, auf sein Zentrum in Puderbach aufmerksam zu machen.
Hier der Internetlink: http://www.zentrum-fuer-psychosynthese.de/
---
b) Israelische Kunst in der Bonner ifa-Galerie "Re-thinking" beleuchtet
israelische Konflikte mit Palästinensern, Arabern und Juden:
Pressemitteilung von Mittwoch, 12. September 2001
Stadt Bonn
Israelische Kunst in der Bonner ifa-Galerie "Re-thinking" beleuchtet
israelische Konflikte mit Palästinensern, Arabern und Juden
ib - Die Bonner ifa-Galerie setzt die Ausstellungsreihe "Focus Nahost"
fort. Bis 21. Oktober zeigt das Haus an der Bonner Museumsmeile
"Re-thinking - Neue Kunst" aus Israel". Im Mittelpunkt der Arbeiten junger
israelischer Künstlerinnen und Künstler steht die Frage nach Identität,
Religion und Geschichte. Nicht nur der gewalttätige Konflikt zwischen
Israel und den Palästinensern, sondern auch innerisraelische Konflikte
zwischen Arabern und Juden, demokratischen Israeli und orthodoxen Juden,
bilden neben der Auseinandersetzung mit der Shoah, den Ausgangspunkt für
diese Konzeption.
"Re-thinking" spannt einen breiten thematischen Bogen, der die
Vielschichtigkeit des israelischen Alltags zeigt. Guy Raz dokumentiert die
vertunnelten Straßen, die die Absurdität der Umgehungsstraßen für jüdische
Siedler in arabischen Gebieten vor Augen führen. Hally Pancer wiederum
inszeniert in fast klassischer Schwarz-Weiß-Manier Landschaftsaufnahmen der
umkämpften Golan-Höhen. Adi Nes dekonstruiert ironisch das soldatische
Heldentum, während Eyal Ben-Dov sensibel das junge, multikulturelle Israel
mit seinen verschiedenen Nationen und Religionen porträtiert. Schließlich
zeigen Judith Guetta computerbearbeitete Ornamentvariationen zwischen
Orient und Okzident und Joel Kantor eine Videoarbeit, die die
Auseinandersetzung mit der Shoah aufgreift, die auch heute noch, zumal bei
einer Ausstellung israelischer Künstler in Deutschland, von zentraler
Bedeutung ist.
Hinweis für die Redaktionen: Infos unter 0228 - 22 44 50.
Kontaktdaten:
Bundesstadt Bonn
- Presseamt -
Stadthaus, Berliner Platz 2
53103 Bonn
(02 28) 7 70
***
4. Beiträge anlässlich das Terrors in den USA:
a) Presseerklärung der Islamischen Gemeinschaft Jamaatun Nur in Europa und
in der Türkei:
From: jamaatunnur@t-online.de (Jama'at-un Nur)
Meine Damen und Herren!
Anbei sende ich Ihnen Stellungnahme der IGJN zu den Terroranschlägen in
Amerika.
Presseerklärung der Islamischen Gemeinschaft Jamaatun Nur in Europa und in
der Türkei
Wir verurteilen die Terroranschläge gegen die Menschlichkeit. Unsere
Solidarität ist mit den Hinterbliebenen und den Verunglückten wünschen wir
Gnade Gottes.
Die Terroranschläge, die am 11.9.2001 in Amerika passierte, versetzte die
Menschheit in Schrecken, Leid und Fassungslosigkeit. Nach dem Schock der
Ereignisse ermitteln die Sicherheitsbehörden nach allen Richtungen. In den
Medien gehen die Spekulationen über die Drahtzieher in Richtung manche
islamische Kreise. Was wir hoffen, dass es nicht bewahrheitet. Auf der
anderen Seite plädieren manche anlässlich dieser Ereignisse für eine neue
Ära des "Kulturkampfes".
Dazu möchten wir folgende Stellungnahme abgeben.
Islam heißt Toleranz und Menschlichkeit. Islam und Mord schließen einander
aus. Wer das nicht wahrhaben will, handelt dem Islam zuwider. Es gibt nur
einen wahren Islam, den Islam des Friedens und des Aufeinanderzugehens.
Islamische Welt will Frieden. Muslime sind zivilisierter geworden. Mit
großem Bedauern müssen wir feststellen, dass es manche Muslime gibt, die
nicht nach dem Islam handeln. Oder sie fühlen sich unterdrückt oder ihrer
Rechte beraubt. Aus welchen Gründen immer sehen sich provoziert oder
unterdrückt und tendieren daher zu den Gewaltanwendungen, das hieße nicht,
dass wir die Gewalt akzeptieren.
Die wichtigste Eigenschaft des Menschseins ist die Existenz des Gefühls zur
Liebe. Die Liebe selbst ist ein sehr allumfassendes und breites Gefühl.
Eine weitreichende und allumfassende Stufe der Liebe ist Gnade und Mitleid
zu allen Geschöpfen. Ein Mensch, der die ganze Schöpfung mit Liebe
betrachtet, kann den Wert aller Dinge besser schätzen. Dadurch schützt er
die Rechte, die jedem Ding würdig sind.
Falls so eine Einstellung in den Herzen der Menschen ihren Platz findet,
beginnen sich bei den Menschen die inneren Spannungen zu reduzieren, und es
werden gute Charaktereigenschaften wie feinfühliges Empfinden und Liebe in
Erscheinung treten. Wenn diese Glaubenswahrheit und die Einstellung in
dieser Art und Weise bei den Menschen nicht existieren, werden die
unaufhörlichen Begierden des Egoismus, die auch zerstörerisch sind, die
Menschen in einen Zustand, bringen, in dem kein Platz für die guten
Charaktereigenschaften übrigbleibt. Als ob wäre, gelangt der Mensch dadurch
die Eigenschaft, was diesen Zustand bezeichnet, wie auch ein deutscher
Philosoph gesagt hat: "Der Mensch ist des Menschen Wolf".
"Die reine Gerechtigkeit des Koran vergisst nicht das Leben und Blut eines
unschuldigen Menschen, Selbst nicht wegen der gesamten Menschheit. Gerade
wie die beiden gleich sind angesichts der göttlichen Kraft, so sind sie
gleich angesichts der Gerechtigkeit. Aber durch Selbstsucht (Hass) wird der
Mensch solcherart, dass er alles zerstören will, das ein Hindernis für
seinen Ehrgeiz bildet, sogar die Welt, falls er könnte, und würde die
Menschheit auslöschen." B.S. Nursi
"Es mag ja sein, dass die Gemeinsamkeiten aus Naturwissenschaften, Technik
und globaler Information, aus weltweiter Verflechtung und vielleicht sogar
aus neu entstehenden Sicherheitsstrukturen uns davor bewahren, dass jene
leichtfertigen Prophezeiungen sich erfüllen, die schon einen "clash of
civilizations" voraussagen, einen globalen Kulturkampf. Aber ein
friedliches, menschenwürdiges Miteinander verlangt mehr."
Bundespräsident a.D. Roman Herzog, Oktober 1995.
Und der islamischer Gelehrte Said Nursi erläutert dazu schon im Jahre 1911
und 1951:
"....der Mensch ist das erwählteste Ergebnis im Universum und das
wichtigste Geschöpf aus der Sicht des Schöpfers. Und gerade wie des
Menschen tyrannisches Verhalten bis heutzutage die Existenz der Hölle
erfordert, erfordern seine reichhaltige und perfekte Veranlagung das
Paradies. Und weil er die Verbrechen nicht aushalten kann, und weil zwei
Weltkriege da waren, die den Kosmos zum Weinen brachten, und weil er die
bitteren Übel nicht verdauen kann, die er verschluckt hat; und wegen seines
Verhaltens, an dem er krank wurde und durch das er das gesamte Antlitz der
Erde beschmutzt hat; und da er die Menschlichkeit auf den verworfensten
Level abfallen ließ und da er das Verbrechen nicht aushalten kann, tausend
Jahre Fortschritt umgestürzt zu haben, ist es höchst gewiss und ganz ohne
Zweifel.
Brächte nicht bald eine grausige Katastrophe über seinem Kopfe aus, werden
die Wahrheiten des Islams der Hebel, um den Menschen vom niedrigen und
verderbten Zustand zu befreien, in den er gefallen ist, um das Antlitz der
Erde zu reinigen und den universalen Frieden zu sichern. Wir erflehen dies
von der Gnade des All-Gnädigen und Fürsorglichen, Einen, und wir (= Nursi)
erwarten das mit Hoffnung." (Damaskus Rede, 1911 s. 34 ff. Mit Anmerkungen
im Jahre 1951)
Wir wissen, dass zwei Weltkriege weite Gebiete unserer Erde verwüstet und
dennoch keinen Frieden gebracht haben. Der Menschheit ist in den letzten
Jahrzehnten großer Schaden entstanden, abgesehen von der Vernichtung
unschuldiger Menschen.
Wir appellieren an die Öffentlichkeit mit einem der Grundprinzipien des
Koran: "Mit dem Fehler oder Verbrechen eines Einzelnen oder einer kleinen
Gruppe darf weder Angehörigen, Verwandten noch deren Gemeinde belastet
werden." Von daher sollte man eine Weltreligion, deren Angehörige diese
abscheulichen Terroranschläge scharf verurteilen, mit denen, die den
Namen dieser Religion missbrauchen klar differenzieren.
Und wir dürfen auch der Schreckensszenario dem "Kampf der Kulturen" keine
Chance geben.
Unsere Solidarität ist mit den Angehörigen der Opfer und mit dem
amerikanischen Volk. Den Getöteten wünschen wir die Gnade Gottes.
Und wir hoffen, dass die Verantwortlichen schnell wie möglichst gefasst und
ihre verdienten Strafen bekommen.
Köln, den.13.9.2001 Sprecher der Jamaatunnur, Rüstem Ülker
---
b) E-Mail von Peter Ruthard:
Liebe Leute,
der Weltfrieden ist bedroht. Alle friedliebenden Menschen bemühen sich
jetzt, eine Kultur des Mitgefühls und des Verständnisses
aufrechtzuerhalten und damit gegen Hass und Verblendung zu arbeiten.
Ich habe auf der Homepage http://www.demokratin.de einen Link unter dem
Titel "Ökobüro Hanau: Terror in den USA - kein Krieg" gesetzt. Auf
diesen Seiten finden sich - zunächst noch rudimentär - Artikel zum Thema
"kein Krieg", Stellungnahmen, Briefe an Entscheidungsträger und Links.
Ziel dieser Seiten ist es, eine kritische Öffentlichkeit zu schaffen und
zu einer pazifistischen Vernetzung beizutragen. Dies kann nur durch
aktive Beteiligung möglichst vieler Leute gelingen ... WEITERSAGEN WEITERSAGEN ... WEITERSAGEN ... WEITERSAGEN ... WEITERSAGEN WEITERSAGEN ... WEITERSAGEN ... WEITERSAGEN
MultimediaWerkstatt Peter Ruthardt
WEB design & production
http://www.multimediawerkstatt.de
---
c) E-Mail von Jörg Wichmann:
Liebe Freunde,
ich möchte Euch auf eine Website aufmerksam machen, die anläßlich der
terroristischen Anschläge in den USA von verschiedenen Gruppen der
sozialen Bewegungen eingerichtet wurde, ein Aufruf zur Vermeidung gewaltsamer
Eskalation, für Nachdenklichkeit und Frieden:
www.gewaltspirale-durchbrechen.de
Bitte verzweigt auf diese Seite und unterschreibt die Erklärung, falls
Ihr die Forderungen unterstützt. Die Erklärung und die Unterschriften
werden an Bundesregierung und die US-Regierung weitergeleitet.
Bitte versendet diese mail an alle Eure Freunde.
Seid herzlich gegrüßt
Jörg
(Jörg Wichmann ist Muslim in der Deutschen Muslim Liga Bonn.)
---
d) E-Mail vom OEKODORF-Institut in der Delphin-Gemeinschaft:
Liebe Freundinnen & Freunde der Gemeinschaftsbewegung,
von befreundeten Initiativen haben uns viele Aufrufe zu Friedensmeditationen
erreicht - zu verschiedenen Zeiten am Tag. Daraus entstand für uns der
Entschluß, ab sofort zu JEDER vollen Stunde 5 Minuten für den Frieden zu
meditieren. Zum einen um den stündlichen Negativ-Nachrichten (Radio+TV)
positive Energie entgegenzusetzen. Zum anderen nutzen ja auch viele Menschen
diese Uhrzeit, um ihre Trauer, Wut, Angst... in Gedenkminuten auszudrücken.
Diesen Menschen möchten wir ebenfalls positive Energie schicken, damit sich
ihre Gefühle statt in Rache verwandeln in Mitgefühl & Liebe.
Auf der materiellen Ebene versuchen wir jetzt noch konsequenter zu leben:
z.B. keine Produkte kaufen, an denen Blut klebt, die auf Kosten der Ärmsten
produziert wurden..Und wir arbeiten noch konzentrierter an der Weiterentwicklung unserer
Gemeinschaft zum interspirituellen Ökodorf: Konstruktives Zusammenleben von
Menschen unterschiedlicher spiritueller Richtungen. Wir nennen das bewußt
nicht "interreligiös". Denn Religionen im bisherigen Sinn haben immer wieder
dazu geführt, daß sich die meisten ihrer Mitglieder als die besten Gläubigen
im Vergleich zu anderen Religionen fühlten - was in Abgrenzung und Bekämpung
der anderen Religionen gipfelte.
WICHTIG: Wir meditieren nicht aus Angst, sondern weil die aktuelle Situation
eine einmalige Chance bietet: Es konzentrieren sich z.Z. so viele Menschen
wie vielleicht nie zuvor weltweit auf positive Energie / Liebe / Gott oder
wie jedeR es nennt, so daß das Positive (in jedem Menschen) erstmals die
Gesamtheit des Negativen übersteigen könnte + dadurch ein wirklich
dauerhafter Frieden entstehen könnte.
Namaskar -das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in Dir-
Sabine Ainjali Devi & Karl-Heinz
---
e) E-Mail von Hartmut Neubauer:
Liebe muslimische Schwestern,
vielen Dank für Ihre wohlformulierte und gute Erklärung.
Meine Solidarität, meine Trauer und Mitgefühl gilt allen Opfern von Terror und
Gewalt, wozu jetzt auch die Opfer der unfassbaren Terroranschläge in New York
und Washington gehören.
Daneben gilt meine Solidarität aber auch allen hier lebenden Muslimen. Mit
Bestürzung habe ich erfahren, dass es schon Todesdrohungen gegen
islamische Einrichtungen gegeben hat.
Mit Ihrem Qur'an-Zitat haben Sie klar gemacht, dass Terroristen, die unter-
schiedslos Menschen töten, sich nicht auf den Qur'an beziehen können
(genau so wenig, wie sie ihr Handeln von der Bergpredigt herleiten
könnten).
Vieles am Qur'an verstehe ich als Christ nicht, finde vieles auch wider-
sprüchlich. Aber ich finde, dass es jetzt nichts Wichtigeres gibt, als den
Hass auszulöschen - vor allem den Hass, der immer noch tiefe Gräben
zwischen Angehörigen der drei "abrahamitischen Religionen" reißt.
Dabei sind es doch gerade diese drei Religionen, Juden, Christen und
Muslime, die einen Gott verehren, der niemals Hass wollte, sondern in
allen drei Religionen als der Barmherzige verehrt wird, der nicht will,
dass sich die Menschen gegeneinander bekriegen, sondern einander
lieben und in Gerechtigkeit annehmen.
Friede!
Ihr Hartmut
(Diese E-Mail war eine Reaktion auf die Presseerklärung des Zentrums für
Islamische Frauenforschung und Frauenförderung, die ich in dem
Sonderrundbrief versendet habe. Hartmut Neubauer ist aktiv bei WCRP Köln /
Bonn)
---
f) E-Mail von Stefanie Arnold:
Hallo zusammen,
folgende mail habe ich von einem Freund erhalten, der
in NY lebt. Ich glaube auch, dass es sich lohnt, die
Homepage mal anzuschauen, obwohl ich nicht weiss, wie
zuverlässig die Info ist.
Egal, ob das mit den alten Aufnahmen stimmt oder
nicht: Feiernde Palästinenser im TV als repräsentativ
darzustellen, ist meiner Meinung nach immer
Propaganda. Ich kann das dort geschriebene noch mit
einer Bemerkung ergänzen, die ein Tessiner gemacht
hat, der kürzlich in Palästina war: Es brauche dort
nicht viel, um ein paar jubelnde Kinder zu filmen.
Sobald irgendwo ein Fernsehteam auftaucht, finden sich
bald ein paar, die für Palästina jubelten.
Es bleibt zu hoffen, dass diese Bilder nicht dazu
führen, dass die erschütternde Wahnsinnstat einiger
Fanatiker mit neuerlichem (auch durch Propaganda
geschürtem) Hass und der Zerstörung von Menschenleben
beantwortet wird. Ich bleibe auf jeden Fall chronische
Optimistin.
Einen lieben Gruss Stefanie
(Stefanie Arnold ist Studentin der Verleichenden Religionswissenschaft in
Bern.)
---
g) E-Mail von Steffen Rink:
Liebe Freundinnen und Freunde,
die zunehmende Kriegsrhetorik, die moralische Aufrüstung der "zivilisierten
Welt" und die anscheinende Bedenkenlosigkeit, mit der sich Politikerinnen
und Politikern der Spirale der Gewalt nach Innen und Außen hingeben, macht
- bei aller Sprachlosigkeit und Unfertigkeit der Verarbeitung und Bewertung
dessen, was in den USA geschehen ist, die Wahrnehmung anderer Stimmen
notwendig.
In diesem Sinne sende ich Euch untenstehende Erklärung.
Eine gute Woche wünscht:
Steffen
(Steffen Rink ist Religionswissenschaftler und Mitbegründer des
Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienstes REMID e.V. und
des Diagonal-Verlages.)
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h) E-Mail von Michael Slaby:
Hallo!
bitte lest und unterzeichnet alle folgende Petition an George W. Bush, die
ihn zur Mäßigung und Besonnenheit aufruft!
Ziel ist es, 1,000,000 mails zusammenzubekommen!
http://www.thepetitionsite.com/takeaction/224622495
viele Grüße
Michael
(Michael Slaby ist Student der Politischen Wissenschaften in Bonn, Sprecher
der amnesty international Hochschulgruppe Bonn und aktiv bei WCRP Köln /
Bonn.)
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i) E-Mail von Paul Köppler:
Liebe Freunde,
ich gebe eine Initiative von einem buddhistischen Meditationslehrer aus
England
weiter.
Er schreibt (Gekürzt).
Liebe Freunde, angesichts der gewalttätigen Ereignisse möchten wir Euch
einladen zusammen zu meditieren. Genau eine Woche nach den Anschlägen, am
Dienstag den 18. September. Eine gute Zeit wäre in Europa um 15.04, das ist
in England um 14.04,
in New York 9.04, in Kalifornien 6.04, in Indien 18.34 und in Australien
23.04.Lasst uns zusammen 30 Minuten im Schweigen sitzen und anschließend 15
Minuten Liebe und Mitgefpühl entwickeln (Metta-Meditation) für die Opfer,
die Überlebenden, die Täter, die weltweite Gemeinschaft der Muslime und die
politischen und militärischen Führer.
Mit Metta von C. Titmuss und anderen Lehrern
Eine andere Initiative schlägt vor zu jeder vollen Stunde fünf Minuten
Friedensmeditation, um den Negativ-Nachrichten etwas entgegenzusetzen.
Wir meditieren nicht aus Angst, sondern weil die derzeitige Situation auch
eine große Chance bietet, dass sich weltweit soviele Menschen wie nie zuvor
auf heilsame
Energien einstimmen.
Paul Köppler Haus Siddharta
Denglerstr. 22
53173 Bonn - Bad Godesberg
Tel: 0228-9359369
(Paul Köppler ist Ratsmitglied bei der Deutschen Buddhistischen Union,
Leiter des Hauses Siddharta und des Waldhauses am Laacher See.)
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j) Noch eine E-Mail von Paul Köppler
An die Grünen-Fraktion im Bundestag
An den Außenminister Joschka Fischer
Anlässlich der Diskussion über eine mögliche deutsche Beteiligung an einem
Vergeltungsschlag gegen die Drahtzieher des Attentats gegen das World Trade
Center und das Pentagon möchten wir Euch mitteilen:
Wir sind entschieden gegen einen Vergeltungsschlag.
Wir fordern die Grünen auf, einen Vergeltungsschlag mit allen Mitteln zu
verhindern und nach Lösungen zu suchen, die den Frieden und den Dialog mit
den islamischen Ländern fördern.
Bisher haben wir im Vertrauen auf die Grundsätze der grünen Partei
trotz allen Widersprüchen immer noch die Grünen gewählt und auf sie als
verändernde Kraft gehofft. Falls eine rot-"grüne" Regierung auch in
diesem Fall den kriegerischen Weg unterstützt, werden wir die Grünen sicher
nie wieder unterstützen.
Bitte diese e-mail - falls ihr zustimmt - an folgende Adressen senden:
1. info@gruene-fraktion.de
2. Joschka.Fischer@bundestag.de
Paul Köppler Haus Siddharta
Denglerstr. 22
53173 Bonn - Bad Godesberg
Tel: 0228-9359369
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k) Sonstige Stellungnahmen:
Eine Reaktion auf meinen Sonderrundbrief nimmt sehr sympathisierend
Stellung zum Koran, und zwar aus christlich-demokratischer Perspektive. Der
Text ist in einem Internet-Forum nachzulesen, in dem es eigentlich um Mode
geht, da ich gebeten wurde, den Sonderrundbrief dort ins Netz zu stellen,
so dass ich ihn hier nicht wiedergeben muß, sondern auf den Link verweisen
kann: http://www.f6.parsimony.net/forum6585/messages/15302.htm
Zwei Leser aus Bonn und Rösrath bedankten sich einfach für die Gedanken.
Ein Leser verweist auf folgende Internetseite:
http://www.friedenskooperative.de/themen/terror10.htm
Ein Aufruf zu einer Lichterkette am 15.9. erreichte mich leider zu spät.
Unsere WCRP Köln / Bonn Gruppenleiterin Annette Esser hat mit Freunden in
New York korrespondiert, die das Geschehen hautnah erlebten
Hier ein paar Sätze aus den E-Mails:
"I'm safe as is just about everyone I know who works in the World Trade
Center - many stories of miraculous timing where people just happened to be
out of their offices for
one reason or another.
[
]
Various communities of Christians and other spiritual traditions including
many visble leaders are definitely attuned to this apocalyptic
drama as a warning for all of us to to deepen our walks with God - always
an important message to deliver to a troubled world."
"It's hard to describe the sadness and devastation that we are feeling here
in
my beloved NYC. What has happened is tragic, terrible, unbelievable. I doubt
that we will ever be quite the same again.
[
]
I know you have seen more than you probably want to see on television.
Please continue to pray for the thousands of victims and their families,
the rescue workers, all the people of the City who are traumatized by this
terrible event,
and for the world."
---
k) Ein paar Gedanken von mir:
Es ist ein eigenartiges Gefühl. Ich fühle mich verantwortlich und
ohnmächtig zu gleich. Verantwortlich, weil ich ein Teil des globalen
wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Systems bin, weil ich Platz
benötige zum Leben, weil ich Rohstoffe verbrauche, weil ich die
Arbeitskraft von Menschen in Anspruch nehme, die nicht alle gerecht bezahlt
werden, weil ich einstehe für die freiheitlich-demokratische Grundordnung
unserer westlichen Gesellschaft und diesbezüglich auch einen
Missionierungsdrang verspüre. Ohnmächtig weil ich nicht sehe, wie ich das
Handeln der von mir mitgewählten Politiker oder gar der von mir nicht
gewählten Geschäftsleute beeinflussen kann, weil ich nicht genug Geld habe,
auf den Kauf von Billiglohnprodukten ganz zu verzichten, weil ich nicht
unabhängig von Geld leben kann und nicht weiß, womit die Zinsen
erwirtschaftet werden, die ich auf meinem Sparkonto bekomme (auf den Kauf
von Aktien habe ich bis dato verzichtet, was anscheinend auch ganz gut so
war), weil ich nicht weiß, wie ich die Fanatiker egal welcher Couleur von
ihren Wahnsinnstaten abbringen und zu einem friedlichen Dialog bewegen kann.
Als das Word Trade Center noch intakt war, wurden von dort aus global die
Finanzmärkte bedient. Durch die Terroranschläge kamen ca. 5000 Menschen aus
35 Staaten ums Leben oder werden vermisst. Globalisierung ist Wirklichkeit
geworden, und die Wirklichkeit sieht bei weitem nicht so rosig aus, wie die
Liberalismus-Ideologen es immer wieder heraufbeschwören. Indes, es führt
kein Weg zurück, wir müssen die Herausforderung annehmen und uns selbst
globalisieren.
So wenig wie die Regionen der Welt noch unabhängig voneinander existieren,
so wenig tun dies die verschiedenen Bereiche unserer arbeitsteiligen
Gesellschaft. Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion, Kunst usw.
bilden eine Einheit. Die Trennung der Bereiche kann nur noch eine
methodologische sein, aber letztlich wirken sie aufeinander ein und hängen
voneinander ab. Was Adalbert Stifter die Wirksamkeit in seinem Kreise
nannte, ist nicht mehr nur der private Kreis des biedermeierschen
Hausvaters, sondern der je eigene Kreis zieht Spiralen über alle Horizonte
hinaus. Diese Einsicht führt schnell zu einem Gefühl der Überforderung.
Wir Menschen versuchen uns in unseren Sinndeutungen und Wertungen bisweilen
in unauslotbare Tiefen hinein abzusichern. Oder wir setzen Axiome irgendwo
zwischen unserer Nasenspitze und dem Unendlichen. Wo wir dies tun,
praktizieren wir eine Religion.
Unsere Axiome können wir als vorläufige Arbeitshypothesen oder als
unumstößliche Fundamente formulieren. Wer wenig Vertrauen in das hat, woran
er glaubt, tut letzteres.
Es fallen in dem Zusammenhang mit den Terroranschlägen Begriffe wie "Kampf
der Kulturen", "Religionskrieg" oder "Kreuzzug". Oh ja, wir haben es
geschafft, unser Vertrauen so zu untergraben, so dass wir zu
Fundamentalisten geworden sind. Unsere Fundamente mögen der Glaube an den
einen und einzigen Gott, an den gekreuzigten Gottessohn oder an das Siegel
der Propheten, an die Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen oder gar
an die heilbringende Macht des freien Marktes sein. Wir versammeln uns
unter der einen oder anderen Fahne, singen die eine oder andere Hymne, sind
ergriffen, fühlen Trauer, Zorn, Wut, Stärke, Siegesgewissheit.
Was wir aber brauchen, ist etwas anderes. Meines Erachtens ist in unserer
beschleunigten Zeit nichts not-wendiger als Muße. Mir müssen uns die Zeit
nehmen, in uns selbst hineinzulauschen, unsere Bedingtheiten und unsere
Möglichkeiten der Freiheit zu erforschen. Wir müssen uns die Zeit nehmen,
miteinander zu reden, einander zuzuhören und zu belehren. Wir müssen unsere
Fundamente hinterfragen und schauen, ob es nicht Luftschlösser sind.
Vielleicht ist gerade das das Schwierigste in einer Zeit, in der alles von
Leistung und Wettbewerb spricht. Und freilich müssen wir Leistung zeigen,
aber nicht, um die Wettbewerber zu übertrumpfen, abzuhängen und zu
besiegen, sondern um unsere Probleme in den Griff zu kriegen, nämlich
Umweltverschmutzung, Armut, Perspektivenlosigkeit, Folter, Fanatismus,
Fremdenhaß und eben Terror. Wir brauchen starke Politiker, jawohl, und zwar
solche, die den Wirtschaftern die Stirn bieten können, anstatt nach ihrer
Pfeife zu tanzen. Eine Weltordnung, in der es möglich ist, auf Standorte
mit Billiglöhnen, Steuervorteilen und fast nicht vorhandenen
Sicherheitsstandards auszuweichen, ist keine Demokratie, sondern eine
Anarchie. Die Stärke eines Politikers zeigt sich nicht darin, einem kleinen
armen Land, dessen Bevölkerung von einem fanatischen Regime unterdrückt
wird, mit Krieg zu drohen, sondern darin, diesen Menschen so zu helfen,
dass sie zu Partnern werden.
Ich halte zu den Worten von Bundespräsident Johannes Rau, der sagte, dass
die Terrorakte Angriffe auf die zivilisierte Welt darstellen, die mit
zivilen Mitteln bekämpft werden müssen. Die Täter müssen vor Gericht
gestellt werden. Militärische Rachefeldzüge befriedigen kurzfristig den
verletzten nationalen Stolz, mehr leisten sie nicht an Gutem.
Der Kreis, in dem ich tätig bin ist der der Religionswissenschaft und des
interreligiösen Dialoges. Das sind zwei Bereiche in unserer arbeitsteiligen
Gesellschaft, die aber zusammengehören können wie Biologie und
Umweltschutz. Interreligiöser Dialog ist nicht nur das diplomatische
Gespräch zwischen Vertretern religiöser Institutionen, sondern das Gespräch
zwischen Menschen über den Sinn des Daseins, über Werte, über die Regeln
des Zusammenlebens, über das, was die Welt im innersten zusammen hält. Wenn
solche Gespräche auch ohnmächtig sind gegenüber Menschen, die nicht zuhören
wollen, so haben sie doch eine große Macht, wenn sie die Richtigen
erreichen. Und jeder von uns ist ein solcher Richtiger oder eine Richtige,
die Hoffnung habe ich. Und in dieser Hoffnung übe ich meinen Beruf aus und
schreibe diese Rundbriefe.
Es ist besser, dreimal nachzufragen, als einfach eine Behauptung in die
Welt zu setzen. Am Montagabend hörte ich, dass in Köln ein Junge, der ins
dritte Schuljahr geht und dessen Eltern vor ca. 16 Jahren aus Palästina
eingewandert sind, von seinen Mitschülern gemieden und als an den
Terrorakten schuldig erklärt wurde. So etwas darf nicht vorkommen! Ich
appelliere an Euch/Sie alle, wo immer sich die Gelegenheit ergibt, gegen
eine Stimmungsmache zu argumentieren, die Muslime oder Araber, Afghanen
usw. pauschal für die Terrorakte verantwortlich macht.
Ich erhielt eben auch eine Unterschriftenliste, die an den Außenminister
Joschka Fischer weiter geleitet werden soll. Ich schicke sie im Anschluss
an diesen Rundbrief gesondert rund.
Ich wünsche uns allen Frieden!
Lasst uns daran arbeiten!
Ihr/Euer
Michael A. Schmiedel