Nette Begegnung in Frankfurt

Ferdi, Thursday, 28.06.2001, 09:13 (vor 9039 Tagen)

Guten Morgen zusammen! (*gähn* bin erst um halb 3 in die Falle gekommen!)

Gestern trafen wir uns in Frankfurt: JürgenB, Wolfgang, A-Mini und ich. Anlass war, dem Chef vom Pizza-Hut mehrere Männer in Röcken vorzuführen. Ihr erinnert Euch sicher: Jürgen hatte mit ihm vereinbart, dass, wenn ihm das gelingt, er auch einen Rock tragen würde. Nun, wir haben unseren Part erfüllt, aber die andere Seite hat gekniffen. Ich hatte sogar den Eindruck, dass die davon garnichts mehr gewusst haben.

Vorher setzten wir uns in der Zeil-Galerie zusammen und tranken dort einen Capuchino. Danach gingen wir in ein Geschäft, das Jürgen und ich schon kannten. Dort gab es unter anderem Röcke von Freeman T. Porter. Jürgen und A-Mini probierten einige interessante Röcke an, wobei ihnen eine Verkäuferin mit Tipps zur Hand ging. Ihre Einstellung: "Damen"- und "Herren"-Röcke ist Quatsch, es gibt nur Röcke, und die können von allen getragen werden.

Nach Verlassen des Geschäftes kamen wir mit einer Gruppe von 19jährigen Mädels ins Gespräch, alles Ausländerinnen. Hierbei zeigte sich mal wieder, dass das Verständnis für den rocktragenden Mann doch sehr stark vom "IQ" abhängt. Während einige sehr gezielte und sinnvolle Fragen stellten, die wir logisch und sachlich beantworten konnten, begnügte sich eine erstmal mit pubertärem Kichern. Nach Hinweis auf ihre Hosen (alle Mädels trugen Hosen) verstummte das Kichern und es setzte ein Denk- und Lernprozess ein, der nach einer Verzögerung auch bei ihr zu der Erkenntnis führte, dass ein Rock auch für den Mann ein tragbares Kleidungsstück ist.

Während dieses Gesprächs wurde ich plötzlich von hinten angesprochen und begrüsst. Und wer stand da vor mir?

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Ja, sie war es. Viele Forumsteilnehmer, die schon länger dabei sind, kennen sie von früher. Es war Franziska (ex FraMi). Wir setzten uns daraufhin alle zusammen in ein Strassencafè und Franziska erzählte, wie es ihr in der Zwischenzeit ergangen war. Wie das Bild zeigt, sieht sie sehr gut aus. Sie erzählte, dass sie inzwischen aus ihrem seelischen Tief heraus ist. Im Betrieb hat sie überhaupt keine Probleme, die notwendigen verwaltungstechnischen Schritte wurden seitens ihres Arbeitgebers schnell und sehr professionell durchgeführt. Sie ist derzeit in ärztlicher Behandlung und wird auf die OP vorbereitet, die auch schon terminiert ist. Danach können auch die personenstandsrechtlichen Schritte vollendet werden. Sie ist ein richtig lebensfroher Mensch geworden, worüber wir alle uns sehr gefreut haben. Sie erzählte uns von dem enormen Leidensdruck, unter dem sie stand, bevor sie die Veränderung endgültig annahm und die Konsequenzen zog. Sie bezeichnete die Zeit davor als verlorene Lebenszeit, was ich durchaus nachvollziehen kann. Bewundernswert die Konsequenz, mit der sie von da an ihren Weg in ein neues, glücklicheres Leben gegangen ist. Ich habe höchste Bewunderung für sie und war selten in meinem Leben so beeindruckt. Da ist man mal für einen Nachmittag in einer so grossen Stadt wie Frankfurt und trifft dann gleich einen so interessanten Menschen wieder. Welch ein Zufall!

Gegen 20 Uhr verabschiedete Franziska sich von uns, sie musste noch einige Reisevorbereitungen treffen. Wir machten uns dann auf zum Pizza-Hut, wo wir den Abend verbrachten. Gegen Mitternacht traten wir dann alle wieder den Heimweg an.

Obwohl das anvisierte Ziel nicht erreicht wurde, war es doch ein interessanter Nachmittag geworden.

Viele Grüsse,
Ferdi