103-jährige erzählt

Wolfgang, Saturday, 20.01.2001, 14:28 (vor 9199 Tagen)

"Die Röcke der Frauen waren in meiner Kindheit und Jugend lang," betonte Antonia Wolf. Unten waren sie mit einer Besenlitze besetzt, die den Saum schonte und vor Schmutz schützte. Sie bestand aus einem Band auf dessen Unterseite Fransen waren. Dazu trug man Stiefelchen mit Knöpfen. Frauen um die 40 waren schwarz gekleidet. Sie galten bereits als alt. Mädchen hatten kürzere Röcke an. Gleiches galt für Buben bis sie "sauber" waren.

Re: 103-jährige erzählt

PTR, Saturday, 20.01.2001, 19:05 (vor 9199 Tagen) @ Wolfgang

Hi Wolfgang

Klingt ja informativ was du da schreibst.aber was bitteschön meinst du mit
->bis sie "sauber" waren. <-

Gruss PTR ;-)

Re: 103-jährige erzählt

Ferdi, Saturday, 20.01.2001, 19:41 (vor 9198 Tagen) @ PTR

aber was bitteschön meinst du mit
[quote]->bis sie "sauber" waren. <-
[/quote]


Hallo Patrick, gibt`s Dich auch noch? Schön, wieder was von Dir zu hören.
Man verzeihe mir den Vergleich, aber bei Hunden würde man sagen: bis sie stubenrein sind.;-)

Gruss,
Ferdi

Re: 103-jährige erzählt

Miguelito, Saturday, 20.01.2001, 20:21 (vor 9198 Tagen) @ Wolfgang

Kann ich bestehtigen, was die Frau erzählt, erstens habe das in meinem Studium erfahren, zweitens mal ein Bild von einem Vorfahren gesehen, der Junge trug ein Kleidchen.
So, und jetzt kommt's: Während unsereins den Rock als Möglichkeit sieht, sich von der Einheitsmode zu emanzipieren, haben die Jungs zu Anfang des Kaiserreichs , die Hose als Eintritt in die Männerwelt empfunden. Für sie stellte die "Behosung" eine Art erster Übergangsritus dar und machte sie mächtig stolz. In einer Vorlesung wurde uns mal der Bericht von einer Behosung vorgelesen, wo der Mann beschreibt, wie sein Vater mit dem damals vierjahrigen zum Schneider gegangen ist, und der Junge es kaum erwarten konnte, bis er endlich das heiß ersehnte Stück am Körper trug. Und als es dann endlich soweit war, ist er ganz stolz durch die Straßen gegangen, denn nun konnte jeder es sehen: Er ist kein kleines Kind mehr, sondern auf dem besten Weg ein richtiger Mann zu werden.

Das zur Kleidungsgeschichte

Michael

Re: 103-jährige erzählt

Ferdi, Saturday, 20.01.2001, 20:28 (vor 9198 Tagen) @ Miguelito

Hi Michael,

Und als es dann endlich soweit war, ist er ganz stolz durch die Straßen gegangen, denn nun konnte jeder es sehen: Er ist kein kleines Kind mehr, sondern auf dem besten Weg ein richtiger Mann zu werden.

Darin liegt ja das ganze Elend, das zu diesem schwachsinnigen Schubladendenken geführt hat: aus den Jungens wird doch so oder so ein Mann, ob sie nun eine Hose anhaben oder nicht. Erinnert mich immer an Kannibalen, die die Körper ihrer Feinde verspeisen, um sich auf diese Weise deren Stärke und Wissen anzueignen.;-)

Gruss,
Ferdi

Re: .................und deren Bambusröckchen!

Walter, Saturday, 20.01.2001, 22:46 (vor 9198 Tagen) @ Ferdi

- kein Text -

Re: .................und deren Bambusröckchen!

Miguelito, Tuesday, 23.01.2001, 22:31 (vor 9195 Tagen) @ Walter

... das mit der humanen Proteinquelle ist natürlich nur ein angenehmer Nebeneffekt, den kanibale gerne mitnimmt, aber im Grunde - Walter, da hast du ganz recht - ging es ihnen um das ultracoole Outfit der gegnerischen Partei.

Umba assa Umba assa Umba assa

Michael

Behosung

Miguelito, Tuesday, 23.01.2001, 22:10 (vor 9195 Tagen) @ Ferdi

Hallo Ferdi,

du musst das Ganze mal aus der Perspektive des vierjahrigen sehen. Der bewusst vollzogene Kleidungswechsel stellt den Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt für ihn dar. zumal dieser Eintritt als begehrenswert empfunden wird. Aus dieser Sicht ist die Haltung des Jungen durchaus verständlich. Ich bin der festen Überzeugung, dass du in dem Alter durchaus ähnlich gefühlt hättest, wenn du in seiner Lage gewesen wärest.

Viele Grüße

Michael